Fairtrade Gold ist Gold aus zertifiziertem Kleinbergbau, eingekauft zu Fairtrade-Bedingungen: mindestens 95 % des Londoner Goldpreises plus eine Fairtrade Prämie von 2.000 US-Dollar je Kilogramm. Das zählt, denn der Kleinbergbau stellt rund neun von zehn Arbeitsplätzen im Goldbergbau – oft unter harten Bedingungen. Fairtrade Gold gibt dieser Arbeit verbindliche Regeln, faire Handelsbedingungen und einen dokumentierten Weg von der Mine bis zu eurem Produkt.
Das Wichtigste in Kürze
- Fairtrade Gold ist zertifiziertes Gold aus dem Kleinbergbau. Die unabhängige Zertifizierungsstelle FLOCERT prüft die Bergbau-Organisationen nach dem Fairtrade Gold Standard, der Arbeitsbedingungen, Kinderschutz, Quecksilber und Handelsbedingungen regelt.
- Die Bergleute erhalten einen Mindestpreis und obendrauf eine Prämie. Der Standard garantiert mindestens 95 % des Londoner Goldpreises und eine Fairtrade Prämie von 2.000 US-Dollar je Kilogramm, über deren Einsatz vor Ort ein gewähltes Komitee entscheidet.
- Fairtrade Gold wird nie mit nicht zertifiziertem Gold vermischt. Es bleibt von der Mine bis zum fertigen Produkt physisch getrennt, und Schmuck lizenzierter Hersteller kann den Fairtrade-Stempel tragen.
- Fairtrade Gold ist noch selten. 2024 wurden 1.284 Kilogramm verkauft – rund 0,035 % der weltweiten Minenproduktion. Das meiste davon stammt aus Peru.
- Fairever kauft Fairtrade Gold direkt bei der Mine. Wir beziehen es von den CECOMSAP-Kooperativen in Peru und liefern es als Halbzeug, als Ringe und als Goldbarren.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Fairtrade Gold?
- Warum Fairtrade Gold wichtig ist
- Wer hinter Fairtrade Gold steht
- So funktioniert Fairtrade Gold
- Rückverfolgbar von der Mine bis zum Produkt
- Woher Fairtrade Gold kommt
- Wohin die Fairtrade Prämie fließt
- Fairtrade Silber: von Natur aus selten
- Fairtrade Gold bei Fairever
- FAQs: Was ist Fairtrade Gold?
- Das Wichtigste zum Mitnehmen
- Quellen
Was ist Fairtrade Gold?
Fairtrade Gold ist Gold, das zertifizierte Kleinbergbau-Organisationen abbauen und nach dem Fairtrade Standard für Gold handeln. Der Standard regelt beides: wie das Gold abgebaut und wie es eingekauft wird – mit Vorgaben zu Arbeitsbedingungen, Kinderschutz und Umweltmanagement, einem Mindestpreis und einer Prämie.1 Auch jedes Unternehmen, durch dessen Hände das Gold auf dem Weg zum gekennzeichneten Produkt geht, ist zertifiziert.
Zertifiziertes Gold aus dem Kleinbergbau
Fairtrade zertifiziert ausschließlich Kleinbergbau.2 In der Praxis heißt das: Kooperativen und kleine Bergbau-Organisationen mit legalen Abbaurechten, keine Bergbaukonzerne.1 Ab Juli 2027 können sich auch Familien- und Einzelbetriebe zertifizieren lassen.3
Zertifiziert wird das Edelmetall selbst. Bei einem Ring aus 18 Karat Gold, der zu 75 % aus Feingold besteht, ist das Feingold Fairtrade-zertifiziert; die übrigen Legierungsmetalle sind es nicht. Auch Silber und Platin lassen sich zertifizieren, allerdings nur, wenn sie zusammen mit zertifiziertem Gold abgebaut werden.1
Fairtrade, fairer Handel und Fairmined
Fairtrade, groß und zusammengeschrieben, ist ein Zertifizierungssystem und ein eingetragenes Siegel. Fairer Handel ist die übergeordnete Bewegung für gerechtere Handelsbedingungen. Fairtrade Gold ist eine Form von fair gehandeltem Gold, Fairmined Gold eine andere. Beide garantieren den Bergleuten mindestens 95 % des LBMA-Goldpreises; die Fairmined Prämie ist mit 4.000 US-Dollar je Kilogramm höher.4
Die beiden Systeme haben gemeinsam angefangen. Am 14. Februar 2011 kam das erste Gold mit dem Siegel „Fairtrade & Fairmined“ auf den Markt. 2013 beschlossen die Partner, getrennte Wege zu gehen.5 Wir vergleichen beide in Fairtrade Gold vs. Fairmined Gold und erklären die gemeinsame Idee in unserem Artikel darüber, was faires Gold für uns bedeutet.
Warum Fairtrade Gold wichtig ist
Die meisten Menschen im Goldbergbau arbeiten im Kleinbergbau. Rund 15–20 Millionen Menschen bauen auf diese Weise Gold ab, rund 100 Millionen leben davon.67 Sie stellen etwa 90 % aller Arbeitsplätze im Goldbergbau, fördern aber nur 15–20 % des Goldes.8
Viele von ihnen arbeiten informell, verkaufen zu niedrigen Preisen an den lokalen Zwischenhandel und trennen das Gold mit Quecksilber ab. Der Gold-Kleinbergbau ist die größte vom Menschen verursachte Quelle von Quecksilber-Emissionen: Auf ihn gehen rund 37 % aller Freisetzungen weltweit zurück.6 Unser Überblick zum Gold-Kleinbergbau beschreibt den Sektor im Detail.
Fairtrade überträgt auf Gold dieselbe Idee wie auf fair gehandelten Kaffee oder Kakao: die Handelsbedingungen zugunsten der Kleinproduzent:innen verändern, damit sie in ihre eigene Entwicklung investieren können.3 Für Gold aus fairem Handel heißt das: ein garantierter Preis, eine Prämie und demokratische Organisation.
Fairtrade setzt auf Einbindung statt Ausschluss. Der Standard verlangt keine Perfektion vom ersten Tag an. Er setzt verbindliche Regeln mit klaren Fristen, prüft die Fortschritte und belohnt sie mit besseren Preisen. Die Bergbau-Organisationen bekommen Zugang zu internationalen Abnehmern, und jedes verkaufte Kilogramm finanziert Projekte, die die Bergleute selbst auswählen.
Wer hinter Fairtrade Gold steht
Fairtrade International setzt den Standard. Nationale Fairtrade-Organisationen wie Fairtrade Deutschland oder die Fairtrade Foundation in Großbritannien vergeben in ihren Märkten die Lizenzen für das FAIRTRADE-Siegel an Unternehmen.1 Was das Siegel bedeutet, erklärt Fairtrade Deutschland unter https://www.fairtrade-deutschland.de/siegel.
FLOCERT übernimmt die Prüfung. Die unabhängige Zertifizierungsstelle ist nach ISO 17065 akkreditiert und kontrolliert sowohl die Bergbau-Organisationen als auch die Handelsunternehmen in der Lieferkette.2 Wer die Regeln schreibt und wer sie prüft, sind also zwei getrennte Organisationen.
Der Standard wird gerade erneuert. Die aktuelle Version 1.2 stammt von 2013. Version 2.0 ist im Juni 2026 erschienen und löst sie am 1. Juli 2027 ab. Sie verschärft den Arbeitsschutz, regelt den Ausstieg aus dem Quecksilber genauer und stärkt die demokratischen Prinzipien bei der Verwaltung der Prämie.9 Wie Organisationen und Zertifizierung zusammenspielen, erklären wir in unserem Artikel zum Fairtrade-System.
So funktioniert Fairtrade Gold
Fairtrade Gold steht auf zwei Säulen: fairen Handelsbedingungen für das Gold und verbindlichen Regeln für die Mine. Beides wird im Audit geprüft.
Der Fairtrade Mindestpreis
Wer Fairtrade Gold einkauft, zahlt mindestens 95 % des LBMA-Goldpreises für den Feingoldgehalt, ab Export-Flughafen.1 Der LBMA-Preis ist der in London ermittelte internationale Referenzpreis für Gold. In abgelegenen Bergbau-Regionen bekommen Bergleute oft deutlich weniger: In Burkina Faso erhalten sie laut einer planetGOLD-Studie für kleine Mengen direkt an der Mine 85–87 % des LBMA-Preises, Exporteure im selben Land dagegen 97 %.10
Bei Fairever zahlen wir freiwillig 96–99 % des LBMA-Goldpreises statt der geforderten 95 %.11
Die Fairtrade Prämie
Zusätzlich zum Preis wird eine Fairtrade Prämie von 2.000 US-Dollar je Kilogramm Gold fällig. Für Silber beträgt die Prämie 10 % des LBMA-Silberpreises. Die Prämie geht vollständig an die Bergbau-Organisation.1 Ein Ehering mit 8 Gramm Gesamtgewicht in 750er Gold (18 Karat) enthält 6 Gramm Feingold – das ergibt 12 US-Dollar Fairtrade Prämie.12
Über die Verwendung entscheiden die Bergleute. Ein gewähltes Prämienkomitee, das alle Gruppen von Bergleuten und Beschäftigten nach Zahl und Geschlecht abbildet, ermittelt den Bedarf und stellt einen Entwicklungsplan auf. Die Generalversammlung genehmigt die Entscheidungen und bekommt jedes Jahr einen Bericht über die Ergebnisse.1
Ab Juli 2027 stehen die Beträge nicht mehr im Standard selbst. Fairtrade veröffentlicht Mindestpreis und Prämien dann in seiner Preisdatenbank.3
Regeln in der Mine
Der Standard setzt verbindliche Anforderungen zum Schutz von Mensch und Umwelt. Beispiele aus der aktuellen Version:1
- Keine Beschäftigung von Kindern unter 15 Jahren oder unter dem höheren Alter, das das nationale Bergrecht vorschreibt, und keine gefährliche Arbeit für unter 18-Jährige – vor Ort von unabhängigen Auditor:innen geprüft.
- Schutzausrüstung für alle Bergleute und Beschäftigten, bezahlt vom Arbeitgeber, dazu ein Komitee für Arbeitssicherheit und Gesundheit.
- Kein Quecksilber, wo sich das Gold wirtschaftlich und technisch auch ohne gewinnen lässt – eine Anforderung, die ab dem dritten Jahr der Zertifizierung gilt.
- Renaturierung der abgebauten Flächen innerhalb von zwei Jahren nach Ende des Abbaus.
- Achtung der Landrechte und der freien, vorherigen und informierten Zustimmung indigener Völker.
Manche Anforderungen gelten ab dem ersten Audit, andere müssen innerhalb von einem, drei oder sechs Jahren erfüllt sein. Die Details stehen in unserem Artikel zum Fairtrade Gold Standard.
Fairtrade Ecological Gold
Fairtrade Ecological Gold ist die strengste Kategorie. Es wird ganz ohne Quecksilber und Zyanid aufbereitet, ausschließlich mit ungiftigen Verfahren wie der Schwerkrafttrennung. Dafür wird zusätzlich eine Ecological-Prämie von 15 % des LBMA-Goldpreises fällig.1 Ab 2027 heißt die Kategorie Fairtrade Eco Gold.3
Derzeit ist keine Mine danach zertifiziert, am Markt ist es also nicht erhältlich.11 Zertifiziertes Gold, das komplett ohne Quecksilber und Zyanid gewonnen wird, gibt es im Fairmined-System: Fairmined Ecological Gold.
Rückverfolgbar von der Mine bis zum Produkt
Fairtrade Gold wird physisch getrennt gehalten: Es wird nie mit nicht zertifiziertem Gold vermischt, weder auf dem Weg von der Mine zur Raffinerie noch im fertigen Produkt. Dokumente begleiten jeden Schritt, und jedes Unternehmen, das das Gold auf dem Weg zum gekennzeichneten Produkt handelt oder verarbeitet, muss zertifiziert sein.1
So läuft der Goldmarkt normalerweise nicht. Raffinerien mischen üblicherweise Gold aus vielen Quellen, und viele scheuen die getrennte Verarbeitung in eigenen Chargen, weil sie meist teurer ist, wie Human Rights Watch festgestellt hat.13 Ist Gold erst einmal vermischt, lässt sich seine Herkunft nicht mehr zurückverfolgen. Die Trennung kostet auf jeder Stufe zusätzlichen Aufwand – und sie ist der einzige Weg, zu zeigen, wo das Gold abgebaut wurde.
In einem gekennzeichneten Produkt muss das gesamte Gold Fairtrade Gold sein. Goldbarren und -münzen bestehen zu 100 % aus Fairtrade Gold. Im Schmuck dürfen nur wenige kleine Bauteile nicht zertifiziertes Metall enthalten, wenn es sie nicht in Fairtrade-Qualität gibt – etwa Verschlüsse, Ohrmuttern oder Lot.13
Der Fairtrade-Stempel macht das am Schmuckstück sichtbar. Bei Schmuck lizenzierter Hersteller steht das Fairtrade-Zeichen neben der Punze, angebracht von einem Punzierungsamt oder einer anderen zugelassenen Stelle.1415 Ohne garantierte physische Rückverfolgbarkeit ist der Stempel nicht erlaubt.3
Unsere Etiketten gehen noch einen Schritt weiter. Der Standard erlaubt es, Gold aus mehreren zertifizierten Minen zusammenzuführen, wir halten es aber, wo immer möglich, nach Mine getrennt. Auf jedem Fairever-Etikett stehen die Herkunftsmine und ihre FLO-ID, die Fairtrade-Kennnummer der Mine.11
Woher Fairtrade Gold kommt
Fairtrade Gold stammt derzeit überwiegend aus Peru.11 Die zertifizierten Organisationen sind Kooperativen und kleine Bergbauunternehmen.
Die Mengen sind klein. 2024 wurden 1.284 Kilogramm Fairtrade Gold verkauft; in den vergangenen zehn Jahren wurden knapp 6,5 Tonnen zu Fairtrade-Bedingungen exportiert.2 2023 zählten die zertifizierten Organisationen 1.892 Bergleute, 10 % davon Frauen.16 Die weltweite Minenproduktion lag 2024 bei 3.661 Tonnen.17 Das sind rund 0,035 % des neu geförderten Goldes – etwa ein Kilogramm von 2.850.18
Jedes dieser Kilogramm ist hart erarbeitet. Dahinter stehen Bergbau-Organisationen, die ihren Betrieb formalisiert, Audits bestanden und Abnehmer im Ausland gefunden haben. Gemessen am Gold der Welt ist es trotzdem noch ein Tropfen auf den heißen Stein – und die Nachfrage entscheidet, wie schnell es wächst.
Ein Beispiel: CECOMSAP in Peru
CECOMSAP ist ein Dachverband von zehn Kooperativen in Ananea in der peruanischen Region Puno, mit 348 Mitgliedern im Jahr 2022.19 Die Kooperativen bauen auf 4.600 bis 4.900 Metern Höhe ab.20 CECOMSAP ist seit 2017 Fairtrade-zertifiziert, seine FLO-ID lautet 38864. Seit 2023 gewinnen alle zehn Kooperativen ihr Gold ohne Quecksilber auf schwerkraftbasierten Rütteltischen; Zyanid kam nie zum Einsatz.11 Die ganze Geschichte erzählt unser Porträt der CECOMSAP-Goldmine in Peru.
Wohin die Fairtrade Prämie fließt
Der Verkauf von Fairtrade Gold brachte 2023 3,13 Millionen Euro Fairtrade Prämie.16 Einen eigenen Bericht darüber, wofür die Gold-Prämie verwendet wird, veröffentlicht Fairtrade nicht. Was die Bergbau-Organisationen damit machen, lässt sich aber im Einzelfall nachvollziehen.
Bei CECOMSAP zahlten allein die Goldverkäufe in der Schweiz den zehn Kooperativen 2021 1,3 Millionen Schweizer Franken Fairtrade Prämie.19 Zu den dokumentierten Projekten gehören:
- Arbeit und Sicherheit: Schutzkleidung, Schulungen zu Arbeitssicherheit und Gesundheit, ein Speisesaal für die Bergleute und bessere Unterkünfte für die Beschäftigten.192021
- Wasser und Umwelt: Rütteltische, die Quecksilber ersetzen, Wasseraufbereitung und eine Flockungsanlage, die sauberes Wasser zurückgewinnt.202122
- Gemeinschaft: Computer für Schulen, Spielplätze, Lebensmittel für ärmere Dorfbewohner:innen und Decken für bedürftige Familien.2022
Das Geld wird getrennt verwaltet und bleibt nachprüfbar. Die Prämie fließt auf ein eigenes Bankkonto, für das es je eine Unterschrift aus dem Prämienkomitee und aus der Bergbau-Organisation braucht, und jedes Komiteemitglied kann die Bücher einsehen.1 Ab Juli 2027 müssen Organisationen, die im Vorjahr 150.000 US-Dollar Prämie oder mehr erhalten haben, ihre Prämienkonten zusätzlich von externen Wirtschaftsprüfer:innen prüfen lassen.3
Wie die Prämie wirkt und ob sie hält, was sie verspricht, beleuchten wir in Ist Fairtrade wirklich fair?
Fairtrade Silber: von Natur aus selten
Fairtrade Silber gibt es, am Markt ist es aber kaum zu bekommen.11 Silber lässt sich nur als Nebenprodukt des zertifizierten Goldabbaus zertifizieren.1 Bei unseren Partnerminen fallen auf ein Kilogramm Gold nur rund 80–150 Gramm Silber an.11 Manche zertifizierten Goldminen, darunter CECOMSAP, lassen ihr Silber gar nicht erst zertifizieren, weil sich der zusätzliche Aufwand bei so kleinen Mengen kaum lohnt.11 Mehr dazu in Was ist Fairtrade Silber?
Fairtrade Gold bei Fairever
Wir kaufen Fairtrade Gold direkt und regelmäßig bei CECOMSAP. Unser strategischer Partner, die Betts Group, raffiniert es und hält es von jedem anderen Gold getrennt.11 Fairtrade führt Fairever unter seinen autorisierten Lieferanten für Halbzeuge aus Fairtrade Gold.23
Zwei Wege für Schmuckschaffende
Fairtrade bietet Schmuckschaffenden zwei Modelle an:23
- Goldsmith Registration Scheme: für kleinere Juwelier:innen und Goldschmied:innen, die weniger als 500 Gramm Fairtrade Gold im Jahr einkaufen. Die Registrierung ist einfach, die fertigen Stücke dürfen aber keinen Fairtrade-Stempel tragen, weil die Rückverfolgbarkeit beim Lieferanten endet.
- Licensee Scheme: für Unternehmen, die einen Lizenzvertrag mit Fairtrade abschließen und von FLOCERT geprüft werden. Ihr Gold ist bis zum fertigen Stück rückverfolgbar, und das Stück darf den Fairtrade-Stempel tragen.
Was ihr euren Kund:innen im jeweiligen Modell sagen dürft, steht in unserem Artikel zu den Produkt-Claims für Fairtrade Gold.
Halbzeuge und Ringe
Für Schmuckschaffende liefern wir Gussgranulat in 999,9er Feingold sowie Draht, Blech und Gussteile in 18 und 14 Karat, in verschiedenen Farben. Das enthaltene Feingold ist zertifiziert nach Fairtrade Standards.
Geschäftskund:innen können in unserem Ringkonfigurator Ringe aus Fairtrade Gold gestalten. Diese Ringe tragen den Fairtrade-Stempel.11 Mehr dazu in unserem Artikel über Ringe aus Fairtrade Gold.
Goldbarren
Für Anleger:innen bieten wir Goldbarren zu 1 Feinunze und 100 Gramm an, gegossen in 999,9er Feingold und zu 100 % aus Fairtrade Gold. Wenn ihr sie später an uns zurückverkauft, berücksichtigen wir die Fairtrade Prämie im Rückkaufpreis.24 Details in unserem Artikel zu unseren Fairtrade Goldbarren.
FAQs: Was ist Fairtrade Gold?
Was bedeutet Fairtrade Gold?
Fairtrade Gold ist Gold aus zertifizierten Kleinbergbau-Organisationen, gehandelt nach dem Fairtrade Gold Standard. Die Bergleute erhalten mindestens 95 % des LBMA-Goldpreises plus eine Fairtrade Prämie von 2.000 US-Dollar je Kilogramm. FLOCERT prüft die Minen und jedes Unternehmen in der Lieferkette.
Ist Fairtrade Gold dasselbe wie fair gehandeltes Gold?
Fairtrade Gold ist eine Form von fair gehandeltem Gold. „Fairer Handel“ beschreibt das allgemeine Prinzip gerechterer Handelsbedingungen für Kleinproduzent:innen. „Fairtrade“ ist ein bestimmtes Zertifizierungssystem mit eigenem Standard, unabhängigen Audits durch FLOCERT und dem FAIRTRADE-Siegel.
Was ist der Unterschied zwischen Fairtrade Gold und Fairmined Gold?
Beides ist zertifiziertes Gold aus dem Kleinbergbau mit einem Mindestpreis von 95 % des LBMA-Goldpreises. Die Unterschiede liegen in Standards, Prüfstellen und Prämien: Die Fairmined Prämie beträgt 4.000 US-Dollar je Kilogramm, die Fairtrade Prämie 2.000 US-Dollar. Unser Vergleich von Fairtrade Gold und Fairmined Gold geht ins Detail.
Ist Fairtrade Gold quecksilberfrei?
Nicht unbedingt. Der Fairtrade Gold Standard verlangt, auf Quecksilber zu verzichten, wo sich das Gold wirtschaftlich und technisch auch ohne gewinnen lässt, und regelt den Einsatz bis dahin streng. CECOMSAP in Peru zum Beispiel gewinnt sein Gold seit 2023 ohne Quecksilber.
Wie profitieren die Bergleute von Fairtrade Gold?
Sie erhalten mindestens 95 % des LBMA-Goldpreises und eine Fairtrade Prämie von 2.000 US-Dollar je Kilogramm, die vollständig an ihre Organisation geht. Ein gewähltes Komitee entscheidet, wofür die Prämie verwendet wird, etwa für Sicherheitsausrüstung, Aufbereitungsanlagen ohne Quecksilber oder Schulen.
Woran erkennt man Schmuck aus Fairtrade Gold?
Am Fairtrade-Stempel neben der Punze; er ist nur bei vollständig rückverfolgbarem Fairtrade Gold erlaubt. Ihr könnt außerdem euer Juweliergeschäft fragen, aus welcher Mine das Gold stammt. Bei Fairever stehen die Mine und ihre FLO-ID auf jedem Etikett.
Wo kann man Fairtrade Gold kaufen?
Fairever liefert Fairtrade Gold als Gussgranulat, Draht, Blech und Gussteile für Schmuckschaffende, als Ringe für Geschäftskund:innen und als Goldbarren zu 1 Feinunze und 100 Gramm. Fairtrade führt Fairever unter seinen autorisierten Lieferanten.
Das Wichtigste zum Mitnehmen
In aller Kürze ...
- Fairtrade Gold verbindet faire Handelsbedingungen mit verbindlichen Regeln in der Mine. Die Bergleute erhalten mindestens 95 % des LBMA-Goldpreises und obendrauf 2.000 US-Dollar je Kilogramm – und müssen Anforderungen an Sicherheit, Kinderschutz und Quecksilber erfüllen.
- Der Standard wächst mit den Bergleuten. Statt den Kleinbergbau auszuschließen, setzt er Fristen für Verbesserungen. Version 2.0 legt die Messlatte ab Juli 2027 noch höher.
- Die Rückverfolgbarkeit ist der Beweis. Fairtrade Gold bleibt bis zum fertigen Produkt getrennt; der Fairtrade-Stempel und bei Fairever der Name der Mine auf dem Etikett machen das sichtbar.
- Jedes Kilogramm zählt, und es sind noch sehr wenige. Bei rund 0,035 % der weltweiten Minenproduktion wächst die Menge nur, wenn Käufer:innen danach fragen. Fragt eure Lieferanten nach Fairtrade Gold – und nach der Mine dahinter.
Werdet aktiv, seid der Wandel!
Fairtrade Gold aus Peru kann in eure nächste Kollektion oder eure nächste Geldanlage fließen. Schaut euch unsere Produkte aus Fairtrade Gold an – vom Gussgranulat über Blech bis zum Goldbarren.
Weitere Leseempfehlungen
- Alle Anforderungen, vom Mindestpreis bis zum Quecksilber: der Fairtrade Gold Standard.
- Wo unser Fairtrade Gold abgebaut wird, auf 4.700 Metern Höhe: die CECOMSAP-Goldmine in Peru.
- Zwei Zertifizierungen im direkten Vergleich: Fairtrade Gold vs. Fairmined Gold.
Quellen
- Fairtrade International, Fairtrade Standard for Gold and Associated Precious Metals for Artisanal and Small-Scale Mining, Version 1.2, November 2013 (gültig bis 30. Juni 2027), Kapitel 2 (Geltungsbereich) und Anforderungen 1.4.2, 1.4.3, 2.1.7, 2.1.8, 2.2.2, 2.2.4, 2.2.5, 3.2.1, 3.2.30, 3.2.33, 3.3.14, 3.3.16, 3.3.47, 3.3.50, 4.1.1, 4.1.3, 4.1.4, 4.1.8, 4.1.10, 4.1.11, 4.5.1, 4.5.3, 4.5.4 und 4.5.5. ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
- Fairtrade International, Fairtrade Gold, abgerufen im September 2026. ↩ ↩ ↩
- Fairtrade International, Fairtrade Standard for Gold and Associated Precious Metals for Artisanal and Small-Scale Mining, Version 2.0, 25. Juni 2026 (gültig ab 1. Juli 2027), Abschnitt „How to use this Standard“ (Geltungsbereich) und Anforderungen 2.2.2, 2.2.3, 2.4.2, 3.9, 4.1.17 und 4.5; Einleitung (Purpose). ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
- Alliance for Responsible Mining, Fairmined Standard for Gold from Artisanal and Small-Scale Mining, including Associated Precious Metals, Version 2.0, April 2014, Anforderungen 5.2.1 und 5.2.5. ↩
- Alliance for Responsible Mining, History, abgerufen im September 2026. ↩
- UNEP Global Mercury Partnership, Artisanal and Small-Scale Gold Mining (ASGM), abgerufen im September 2026; Intergovernmental Forum on Mining (IGF), Transforming Artisanal and Small-Scale Gold Mining: Progress in Formalization, Februar 2025. ↩ ↩
- planetGOLD, An Introduction to ASGM, abgerufen im September 2026. ↩
- IGF / IISD, Global Trends in Artisanal and Small-Scale Mining (ASM), 2018, S. 3; World Gold Council, Artisanal and Small-Scale Gold Mining, abgerufen im September 2026. ↩
- Fairtrade International, Announcement: Revised Fairtrade Standard for Gold and Associated Precious Metals, 25. Juni 2026. ↩
- planetGOLD / The Impact Facility, Overcoming Practical Barriers for Integrating Responsible Artisanal & Small-Scale Mined Gold into International Supply Chains, September 2022, S. 31. ↩
- Fairever, eigene Information, September 2026. ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
- Eigene Berechnung: Ein Ring mit 8 Gramm in 750er Gold (18 Karat) enthält 8 × 0,75 = 6 Gramm Feingold; 6 Gramm × 2.000 US-Dollar je Kilogramm ÷ 1.000 = 12 US-Dollar. ↩
- Human Rights Watch, The Hidden Cost of Jewelry: Human Rights in Supply Chains and the Responsibility of Jewelry Companies, Februar 2018, S. 45. ↩
- Fairtrade International, FAIRTRADE Gold Mark Guidelines, Ausgabe 5, Lizenznehmer-Version, 2018 (nicht öffentlich), S. 12. ↩
- The Assay Office London, Fairtrade Marks, abgerufen im September 2026. ↩
- Fairtrade International, Monitoring the Scope and Benefits of Fairtrade, 16th edition, 2025 (Daten für 2023), S. 11, 15 und 18. ↩ ↩
- World Gold Council, Gold Demand Trends Full Year 2024: Supply, 2025. ↩
- Eigene Berechnung: 1.284 kg (Fußnote 2) ÷ 3.661.000 kg (Fußnote 17) × 100 ≈ 0,035 %; 3.661.000 ÷ 1.284 ≈ 2.851, gerundet 2.850. Verglichen werden die 2024 verkaufte Menge Fairtrade Gold und die 2024 geförderte Goldmenge; Verkaufs- und Abbaujahr stimmen nicht immer überein. ↩
- Hildegard Willer, Faires Gold für die „Bärreli“, Welt-Sichten, 26. August 2022. ↩ ↩ ↩
- Fairtrade International, Cooperativa Minera Metalúrgica San Francisco de Ananea, abgerufen im September 2026. ↩ ↩ ↩ ↩
- Fairtrade International, The gold mining organisation Halcon de Oro, abgerufen im September 2026. ↩ ↩
- Patrick Steinemann, Fairtrade Gold: Fairness, die allen dient, Magazin „ZH“ 3/2022, Zürcher Kantonalbank. ↩ ↩
- Fairtrade International, Let your business shine with Fairtrade Gold, abgerufen im September 2026. ↩ ↩
- Fairever, Rückgabe von Gold, abgerufen im September 2026. ↩

