Responsible Jewelry Council (RJC) und Fairmined

Warum RJC-Mitglieder Fairmined und Fairtrade-Gold erneut in Betracht ziehen sollten

Wenn eure Marke RJC-zertifiziert ist und ihr euch fragt, ob ihr verantwortungsvoll Gold aus handwerklichem und kleingewerblichem Bergbau (ASM) in eure Lieferkette integrieren könnt – die Antwort lautet: Ja. Und die Gründe dafür sind jetzt noch klarer.

1. Was der RJC anerkennt – und warum das wichtig ist

Im September 2014 hat der Responsible Jewellery Council (RJC) den Fairmined-Standard v2.0 offiziell als „anerkannter verantwortungsvoller Bergbaustandard“ im Rahmen seines Chain-of-Custody-(CoC)-Standards für Edelmetalle anerkannt.
Das bedeutet: RJC-CoC-zertifizierte Raffinerien können Gold von Fairmined-zertifizierten ASM-Produzenten beziehen und dabei vollständig regelkonform bleiben.

Bereits eine frühere Mitteilung von 2012 bestätigte, dass Teil A des gemeinsamen Fairtrade-Fairmined-Standards die Gleichwertigkeitskriterien des RJC für verantwortungsvollen Bergbau erfüllt. Diese Anerkennung verschafft ASM-zertifizierten Produzenten Zugang zu den Märkten der RJC-Mitglieder.

2. Fairmined erfüllt – und übertrifft oft – den RJC Code of Practices

Der RJC Code of Practices (COP) schreibt keine bestimmten Labels vor. Stattdessen legt er Kriterien fest zu:

  • Sorgfaltspflicht im Einklang mit der OECD,

  • Menschenrechtsschutz,

  • Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette,

  • Umwelt- und Arbeitsstandards.

Fairmined erfüllt all diese Kriterien – und geht in vielen Punkten noch weiter:

  • Unabhängige Audits und Vor-Ort-Überprüfungen,

  • ein Rückverfolgbarkeitssystem von der Mine bis zur Raffinerie,

  • Umwelt- und Sozialmaßnahmen, die speziell auf die Realitäten des handwerklichen Bergbaus zugeschnitten sind.

Gemeinschaften, die unter dem Fairmined-Label zertifiziert sind, erhalten eine Fairmined-Prämie, die soziale Investitionen und die Formalisierung von ASM-Betrieben unterstützt. Es gibt zudem eine „Ecological Gold“-Option für bergbaufreie Verfahren ohne giftige Chemikalien.

3. Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Können RJC-CoC-zertifizierte Raffinerien Fairmined-Gold beziehen?

Ja – das ist ausdrücklich unter den CoC-Regeln als „zugelassenes Material“ erlaubt.

Ja, gemäß CoC-Standard – aber für Labeling-Ansprüche ist die Registrierung von Teil B erforderlich, um unter dem vollständigen Fairtrade/Fairmined-Schema zu handeln.

Absolut – Fairmined entspricht dem OECD-Gold-Supplement für verantwortungsvolle Beschaffung von legitimen ASM-Produzenten.

4. Warum jede Schmuckmarke das beachten sollte

  • Vertrauen in die Marke: Durch den Bezug von zertifiziertem ASM-Gold zeigen Sie echtes Engagement für ESG-Prinzipien und Rückverfolgbarkeit.

  • Wirkung mit Skalierbarkeit: Jeder Gramm Fairmined-Gold kommt direkt den Bergbaugemeinschaften zugute und stärkt ihre wirtschaftliche Teilhabe.

  • Marktdifferenzierung: Ethische Beschaffung ist kein Luxus mehr – Fairmined bietet Marken eine glaubwürdige, überprüfbare Geschichte.

  • Klarheit in der Umsetzung: Wenn Ihre Marke RJC-zertifiziert ist, erfordert die Integration von Fairmined-Gold keine Richtlinienänderung – sie passt in Ihr bestehendes System.

5. Schritt-für-Schritt-Integration

  1. Überprüfen Sie Ihren RJC-CoC-Zertifizierungsstatus.

  2. Kooperieren Sie mit Fairmined-registrierten Raffinerien oder Händlern – diese sind bereits im dualen System integriert.

  3. Melden Sie sich für Teil B an, wenn Sie das Fairmined-Label öffentlich verwenden möchten.

  4. Dokumentieren und nachverfolgen: Stellen Sie sicher, dass alle Nachweise über die Rückverfolgbarkeit im Chain-of-Custody-System erhalten bleiben.

  5. Extern kommunizieren: Fügen Sie Ihre Fairmined-Beschaffung in ESG-Berichte, Markenstorytelling und Wirkungsberichte ein.

6. Praxisbeispiele

Luxusmarken wie Chopard verpflichten sich öffentlich dazu, rückverfolgbares handwerkliches Gold – einschließlich Fairmined und Fairtrade – über RJC-zertifizierte Raffinerien zu beziehen.

Die Alliance for Responsible Mining (ARM) und der RJC bieten inzwischen gemeinsame Audit-Pfadoptionen an, die den Aufwand verringern und Marken den Einstieg in ASM-Integration erleichtern.

Fazit

Wenn eure Schmuckmarke RJC-zertifiziert ist, sind Fairmined- (und Fairtrade-)Gold keine Randerscheinung, sondern eine verantwortungsvolle, rückverfolgbare und standardkonforme Chance. Ihr bleibt regelkonform, fördert die Einbindung des handwerklichen Bergbaus und verschafft eurer Marke einen echten ethischen Vorsprung.

Fragen? Benötigen Sie Textvorlagen, Bezugsquellen oder Audit-Leitfäden?

Oder der Alliance for Responsible Mining – wir helfen euch beim Einstieg!

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