Darf ich Produkte aus Fairtrade Gold auch ohne Lizenz bewerben?

Marketing Claims für nicht-lizenzierten Verkauf

Darf ich Faitrade-Produkte bewerben und verkaufen, ohne eine Fairtrade-Gold-Lizenz zu besitzen?

Na klar darfst Du das!

Es ist nicht nur definitiv möglich und erlaubt, wir halten es sogar für unerlässlich, dass jeder Goldschmied und jeder Juwelier Fairtrade-Gold kauft und verwendet. Solltest Du keine offizielle Fairtrade-Markenlizenz besitzen, kannst Du Dich dennoch für Fairtrade-Gold entscheiden und damit faire Löhne, sicherere Arbeitsbedingungen und umweltbewusstere Praktiken im handwerklichen Bergbau unterstützen. Mit jedem Kauf leistest Du einen Beitrag zu Nachhaltigkeit und ethischer Beschaffung. Ja, es kann so einfach sein! Auch ohne offizielle Lizenz kannst Du die Grundsätze des Fairen Handels in Dein Geschäft einbeziehen und so das Bewusstsein Deiner Kunden schärfen.

Wenn Du Dich dafür entscheidest, Fairtrade-Gold ohne Lizenz zu verwenden, hast du zwei Möglichkeiten:

1. Du kannst Fairtrade Goldschmied-Partner werden.

Dafür musst Du Dich einmal jährlich bei Fairtrade (kostenlos, ggf. gegen Registrierungsgebühr) als Fairtrade Goldschmied-Partner registrieren. Nach der Zulassung darfst Du Fairtrade-Werbematerial zur Bewerbung von Schmuck verwenden, die Fairtrade-Gold und -Edelmetalle enthalten. Es dürfen sich ausschließlich Goldschmiede bei diesem Zulassungsprogramm registrieren, die pro Kalenderjahr höchstens die folgenden Mengen an Fairtrade-Gold und -Edelmetallen einkaufen: 

  • 500 g Fairtrade-Feingold 
  • 500 g Fairtrade-Platin 
  • 2 kg Fairtrade-Silber

Dies ist ein einfacher Weg, um mit kleineren Mengen oder als Neueinsteiger ohne finanziellen oder administrativen Aufwand ersten Erfahrungen mit Fairtrade Gold zu machen. 

Nützliche Links:

2. Du kannst ohne jegliche formale Verbindung zu Fairtrade Produkte mit Fairtrade Gold verkaufen. 

Wenn du keine Registrierung und keine Lizenz von Fairtrade hast, ist es umso wichtiger, die Fairtrade-Lizenzierungsrichtlinien einzuhalten. Achte bitte darauf, dass Du keine formale Verbindung oder Zertifizierung mit der Fairtrade-Organisation geltend machst. Gleichzeitig empfehlen wir Dir, die positiven Auswirkungen zu betonen, die Du und Deine Kunden durch die Beschaffung von ethischem und nachhaltigem Gold erzielen. Im Folgenden findest Du eine Liste möglicher Angaben, mit denen Du Deine Produkte bewerben kannst.


Die folgenden Formulierungen sind auch ohne Fairtrade-Registrierung oder -Lizenzierung unbedenklich:

1. Die Menschen hinter dem Gold

  • Auch ohne auf Fairtrade zu verweisen, kannst Du die Aufmerksamkeit Deiner Kunden auf die Menschen lenken, die hinter dem Gold stehen: ​
    • „Ihre Wahl stärkt Kleinbergbaugemeinschaften in [Peru, Kolumbien,…]“
    • „Für Gold ohne Kinderarbeit und Ausbeutung.“

2. Eine verantwortungsvolle Kaufentscheidung

  • Du kannst angeben, dass das Gold aus verantwortungsvollen und ethischen Quellen stammt, solange Du keine offizielle Fairtrade-Zertifizierung erwähnst:
    • „Aus verantwortungsvollem Kleinbergbau“
    • „Ethisch gewonnenes Gold aus handwerklichem Bergbau.“

3. Nachhaltige Verfahren

  • Nachhaltigkeitsinitiativen oder -praktiken sind die Maxime aller Handlungen:
    • „Fördert nachhaltige Praktiken im Kleinbergbau.“
    • „Die Nutzung von Metallen aus verantwortungsvollen Bergbau minimiert die Umweltbelastung bei der Gewinnung der Rohstoffe.“

4. Eine transparente Wertschöpfungskette

  • Da Du sicher sehr viel über den konkreten Ursprung deiner Rohstoffe gelernt hast, beziehe doch Deine Kunden mit ein, indem Du Sie an Deinem Wissen partizipieren lässt:
    • „Die Herkunft des Goldes ist zu jeder Zeit transparent und nachvollziehbar.“
    • „Rückverfolgbare Goldlieferkette aus handwerklichen Bergbauquellen.“

5. Die soziale und ökologische Wirkung

  • Du kannst die positiven sozialen und ökologischen Auswirkungen erörtern, zu denen Ihr Kunde beiträgt, wenn er die faire Alternative wählt. Zum Beispiel:
    • „Unterstützt gerechte Löhne und sichere Arbeitsbedingungen für Kleinschürfer.“ 
    • „Unsere Beschaffungspraktiken unterstützen ein verbessertes Umweltmanagement entlang der gesamten Lieferkette, vor allem in den Goldabbauregionen.“


Was Du vermeiden solltest, wenn Du weder registriert noch lizenziert bist:

  • Nutze nicht den Fairtrade-Namen oder das Logo, da dies eine Zertifizierung suggeriert.
  • Vermeide Formulierungen oder direkte Aussagen, die eine Zertifizierung oder Lizenzierung durch Fairtrade andeuten. Begriffe wie „zertifiziert“, „lizenziert“ oder „offiziell bestätigt“ solltest Du nur dann verwenden, wenn Du eine lizenzierte Fairtrade-Marke bist.

Wenn Sie diese Hinweise berücksichtigen, können Sie Ihre Kunden effektiv informieren und inspirieren, indem Sie die ethischen und ökologischen Vorteile der Wahl Ihres Schmucks hervorheben, ohne gegen die Fairtrade-Vorschriften zu verstoßen.

Und hier geht´s zum Blogpost mit allgemeinen Infos zum Fairtrade Standard.

Über die Autorin
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