Gold-Großbergbau erklärt

Verbreitung, Methoden, Probleme – und was an der Kritik stimmt

Der industrielle Goldbergbau bewegt für jedes Gramm Gold rund drei Tonnen Gestein – für einen einzelnen Ehering etwa 18 Tonnen. Er belegt rund ein Fünftel der weltweit kartierten Bergbaufläche, er verdient so gut wie nie zuvor in seiner Geschichte, und das meiste von dem, was er über sein eigenes Handeln sagt, prüft niemand außer ihm selbst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Erzgehalt bestimmt alles Weitere. Der Gold-Großbergbau verarbeitet Gestein mit etwa einem Gramm Gold je Tonne. Über alle Goldminen der Welt gerechnet werden für jedes Gramm Gold rund drei Tonnen Erz und Abraum bewegt – für einen Ehering mit 8 Gramm rund 18 Tonnen.
  • Das ist eine Branche multinationaler Konzerne, die weit weg von zu Hause arbeiten. Die zehn größten Produzenten stehen für rund ein Viertel der Weltförderung, und allein der größte verbuchte 2025 einen Umsatz von 22,7 Milliarden US-Dollar – oft in Landkreisen, deren eigene Haushalte daneben ein Rundungsfehler sind.
  • Wohlstand und Schaden kommen gemeinsam. Eine Untersuchung von rund 800 Minen in 44 Entwicklungsländern findet in Minennähe steigenden Haushaltswohlstand – und zugleich messbar mehr Anämie bei Frauen und mehr Wachstumsverzögerung bei Kindern.
  • Das meiste Gold der Welt kommt aus schwach regierten Staaten. Von den dreizehn Ländern, die der US-amerikanische Geologische Dienst einzeln ausweist, erreichen nur drei 50 oder mehr Punkte im Korruptionsindex von Transparency International – und fast ein Drittel der Weltförderung wird überhaupt keinem Land zugeordnet.
  • Die meiste Kontrolle im Gold-Großbergbau ist Selbstkontrolle. Der World Gold Council erklärt selbst, dass er die Einhaltung durch seine Mitglieder nicht überprüft, und bis September 2026 hat keine einzige primäre Goldmine je eine Prüfung nach IRMA abgeschlossen – dem einzigen Bergbaustandard, der gemeinsam mit Gewerkschaften, NGOs und betroffenen Gemeinschaften geführt wird.

Inhaltsverzeichnis

Was Gold-Großbergbau ist

Gold-Großbergbau ist industrieller Goldabbau in großem Maßstab, mit schwerem Gerät und viel Kapital. Die gebräuchlichen Kürzel sind LSM und, wo das Metall mitgenannt werden soll, LSGM. In der Praxis treten vier Merkmale gemeinsam auf:

  • Technisierter Abbau: ein Tagebau mit Baggern und Muldenkippern oder ein mechanisierter Untertagebetrieb mit Schächten und Rampen.
  • Sehr niedrige Erzgehalte: Gestein mit rund einem Gramm Gold je Tonne, das sich nur in enormen Mengen rechnet.
  • Industrielle Aufbereitung: Mahlanlagen und Zyanidkreisläufe, durch die täglich Zehntausende Tonnen Erz laufen.
  • Unternehmerische Trägerschaft: ein Unternehmen mit staatlicher Konzession und einem Minenplan über Jahrzehnte.

Kein Standard legt eine Schwelle fest, ab der klein zu groß wird. Die OECD definiert handwerklichen und kleingewerblichen Bergbau als Betriebe mit "überwiegend vereinfachten Formen der Exploration, Gewinnung, Aufbereitung und Beförderung", die "in der Regel wenig kapitalintensiv" sind.1 Der industrielle Goldbergbau ist sein Gegenstück, definiert über Kapital und Mechanisierung, nicht über die Fördermenge.

Beide Sektoren teilen das Gold der Welt unter sich auf. Der Gold-Großbergbau fördert rund 80 % davon; der Gold-Kleinbergbau etwa ein Fünftel – mit der überwältigenden Mehrheit der Beschäftigten.2

Gold-Großbergbau in Zahlen

Die Minen der Welt förderten 2025 rund 3.671,6 Tonnen Gold, mehr als in jedem Jahr zuvor. Recycling kam mit 1.404,3 Tonnen hinzu, das Gesamtangebot lag damit bei 5.002,3 Tonnen.3 Auf industrielle Betriebe entfallen rund vier Fünftel der Minenförderung.2

Weltweit arbeiten rund eine Million Menschen im industriellen Goldbergbau4 – das sind etwa 0,3 Beschäftigte je Kilogramm gefördertem Gold oder rund hundert Feinunzen im Jahr je Beschäftigtem.

Diese Zahlen muss man genau lesen. Newmont meldete Ende 2025 rund 17.500 Beschäftigte – und zusätzlich etwa 26.600 Auftragnehmer.5 In den Minen des Konzerns arbeiten mehr Menschen auf Vertragsbasis als auf der Gehaltsliste, und die meisten Wettbewerber veröffentlichen gar keine Gesamtzahl.

Die Kosten sind auf Rekordniveau, die Margen noch mehr. Die All-in Sustaining Costs erreichten im ersten Quartal 2026 1.785 US-Dollar je Unze, den 28. Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal in Folge – während die Marge darüber auf 3.076 Dollar je Unze sprang, ein Plus von 134 % binnen eines Jahres.6

Wo Gold-Großbergbau stattfindet

Fünf Länder, zwei Fünftel des Goldes

Der Gold-Großbergbau verteilt sich auf Dutzende Länder und konzentriert sich zugleich auf wenige. Der US-amerikanische Geologische Dienst (USGS) weist dreizehn davon einzeln aus. China führte 2025 mit geschätzten 380 Tonnen vor Russland mit 310 und Australien mit 280; die fünf größten Förderländer zusammen lieferten gut 40 % der Weltförderung.7

Land2025, TonnenAnteil weltweitCPI-Wert 2025
China38011,5 %43
Russland3109,4 %22
Australien2808,5 %76
Kanada2006,1 %75
Vereinigte Staaten1604,8 %64
Ghana1504,5 %43
Mexiko1404,2 %27
Kasachstan1303,9 %38
Usbekistan1303,9 %31
Peru1103,3 %30
Indonesien902,7 %34
Südafrika902,7 %41
Brasilien802,4 %35
Alle übrigen Länder1.00030,3 %–
Weltförderung gesamt3.300100 %–

Bei einzelnen Minen zeigt sich dasselbe Bild noch schärfer. Die drei größten Goldminen der Welt waren 2025 Nevada Gold Mines in den Vereinigten Staaten mit 2,595 Millionen Unzen, Muruntau in Usbekistan mit 1,708 Millionen und Olimpiada in Russland mit 1,357 Millionen.8 Zwei der drei liegen in staatlicher Hand oder sind von Sanktionen betroffen.

Wer die Herkunftsländer regiert

Die vierte Spalte oben ist der Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) von Transparency International für 2025, auf einer Skala von 0 bis 100. Nur drei der dreizehn Länder erreichen 50 Punkte oder mehr: Australien, Kanada und die Vereinigten Staaten. Transparency International selbst fasst den Index so zusammen: 122 von 182 Ländern liegen unter 50, und "die überwiegende Mehrheit der Länder scheitert daran, Korruption unter Kontrolle zu halten."9

In Tonnen gerechnet: Länder mit weniger als 50 Punkten lieferten 2025 zusammen 1.610 Tonnen, also 49 % der Weltförderung; Länder mit 50 oder mehr Punkten 640 Tonnen, also 19 %.10

Die verbleibenden 30 % sind die aufschlussreichere Zahl. Der USGS ordnet 1.000 Tonnen – fast ein Drittel des Weltangebots – überhaupt keinem Land zu, sondern führt sie unter "übrige Länder".7 In dieser Sammelposition stecken unter anderem Burkina Faso, Mali, Sudan, Tansania, Papua-Neuguinea, die Demokratische Republik Kongo, Guinea, Simbabwe und Kolumbien – alle unter 50 Punkten.

Eine zweite Probe weist in dieselbe Richtung. Die Extractive Industries Transparency Initiative, die von ihren Mitgliedsstaaten verlangt offenzulegen, was Bergbauunternehmen an sie zahlen, hat rund 55 umsetzende Länder. Keines der fünf größten Goldförderländer ist darunter.11 Ihr Fortschrittsbericht 2025 liefert die Illustration: Kamerun meldete für 2023 Goldexporte von 22 Kilogramm, während die Vereinigten Arabischen Emirate im selben Jahr Importe von mehr als 15 Tonnen aus Kamerun verbuchten.11

Sanktionen kommen hinzu. Russland förderte 2024 310 Tonnen, knapp ein Zehntel der Weltförderung. Die London Bullion Market Association suspendierte im März 2022 alle sechs russischen Scheideanstalten, und die G7 verboten ab Juni 2022 die Einfuhr russischen Goldes.12 Das Metall verschwand nicht vom Markt, es wechselte die Adresse: Die Importe russischen Goldes nach Hongkong stiegen von 3,3 Tonnen im Jahr 2021 auf 92,1 Tonnen im Jahr 2025.13

Fünfzehn Jahre von der Entdeckung bis zur Produktion

Auch neues Angebot entsteht langsam: Über 127 von S&P Global untersuchte Minen lagen im Schnitt 15,7 Jahre zwischen Entdeckung und Produktion.14 Ein Rekordgoldpreis heute bringt vor den 2040er Jahren keine neue Mine hervor. Die Antwort auf hohe Preise zeigt sich deshalb zuerst in Erweiterungen bestehender Standorte und im Druck, alte Rückstände noch einmal aufzubereiten.

Wie der industrielle Goldbergbau das Gold aus dem Boden holt

Tagebau oder Untertagebau

Zwei Verfahren dominieren, und welches eine Mine wählt, ergibt sich aus Form und Tiefe des Erzkörpers. Der Tagebau räumt den Abraum ab, um an breite, geringhaltige Erzkörper zu kommen, und bewegt von allen Verfahren die größten Mengen; die Grube wird mit zunehmender Tiefe breiter, weshalb der Abraum je Tonne Erz über die Lebensdauer der Mine steigt. Der Untertagebau folgt reicheren Strukturen über Schächte und Rampen, greift an der Oberfläche weit weniger ein und setzt die Beschäftigten weit höheren Risiken aus.

Der Unterschied zeigt sich im Erz. Die Tagebaue im Gold-Großbergbau verarbeiten Material mit im Schnitt rund 1,05 Gramm Gold je Tonne; Untertagebetriebe liegen näher bei 3,25 Gramm.15 Bei den beiden größten Produzenten lagen die durchschnittlichen Reservegehalte Ende 2025 bei 0,94 und 0,98 Gramm je Tonne.16

Warum der Erzgehalt alles andere erklärt

Niedrige Gehalte bedeuten, Berge zu bewegen. Über alle Goldminen der Welt gerechnet liegt das Verhältnis von Gestein zu Metall – Erz plus Abraum, geteilt durch raffiniertes Metall – bei rund 3.000.000 zu 1. Das sind rund drei Tonnen Erz und Abraum für jedes Gramm Gold, das höchste Verhältnis der 25 Rohstoffe in der Studie, die diese Kennzahl begründet hat.17 Allein auf Gold entfielen im Bezugsjahr rund 9,1 Milliarden Tonnen des weltweit bergbaulich bewegten Materials.

Alles Weitere skaliert mit dieser Zahl: Diesel für die Muldenkipper, Strom für die Mühlen, Wasser im Kreislauf, Zyanid in der Laugung und die Tailings, die dauerhaft gelagert werden müssen.

Und die Gehalte sinken weiter. Die Goldgehalte im Aufgabeerz fielen zwischen 2010 und 2023 um 13,4 %.18 Jeder Bruchteil eines Gramms weniger bedeutet mehr bewegtes Gestein und mehr Chemie für dasselbe Gramm Gold.

Was ein Ehering bewegt

Ein Ehering mit 8 Gramm in 750er Gold enthält 6 Gramm Feingold.

Zählt man nur das Erz, kommt der Ring beim industriellen Tagebau-Durchschnitt von 1,05 Gramm je Tonne auf rund 5,7 Tonnen Erz – das Gestein, das tatsächlich durch die Mühle läuft.19

Zählt man Erz und Abraum zusammen, kommt derselbe Ring beim weltweiten Durchschnitt von drei Tonnen je Gramm auf rund 18 Tonnen.19 Der Unterschied ist Deckgebirge und taubes Gestein, das bewegt wird, um an das Erz zu kommen, und das nie aufbereitet wird.

Zwei Wege, das Gold aus dem Gestein zu lösen

Beim Mahlen wird das Erz fein zerkleinert und anschließend in Tanks mit Zyanid gelaugt. Die Ausbeute ist hoch, der Prozess ist geschlossen, und der Rückstand verlässt die Anlage als nasser Schlamm auf dem Weg in ein Tailings-Becken.

Bei der Haufenlaugung wird grob gebrochenes Erz auf eine abgedichtete Fläche geschüttet und mit Zyanidlösung berieselt. Das ist deutlich billiger und macht sehr niedrige Gehalte wirtschaftlich, weshalb sich das Verfahren verbreitet hat. Es legt allerdings auch einen großen, chemisch aktiven Gesteinshaufen auf eine technische Dichtungsbahn. Zwei der schwersten Unglücke der letzten Jahre im Goldbergbau – Çöpler in der Türkei und Eagle Gold im Yukon – waren Versagen von Haufenlaugungen, keine Dammbrüche.

Vom Erz zum Doré – und wo die Herkunft verschwindet

Die Chemie, und was sie verbraucht

Der industrielle Goldbergbau löst Gold mit Zyanid aus dem Gestein – ein Verfahren, das auch bei Erz funktioniert, das für alles andere viel zu arm ist. Wie viel gebraucht wird, hängt vom Gehalt ab: Betriebsdaten australischer Minen ergeben einen Durchschnitt von rund 150 Kilogramm Natriumzyanid je Kilogramm Gold, unterhalb von 2 Gramm je Tonne über 1.000 Kilogramm.20 Dieselbe Untersuchung nennt rund 477.000 Liter Wasser und 146 Gigajoule Energie je Kilogramm Gold.

Die Scheideanstalt, wo die Herkunft endet

Minen liefern kein fertiges Metall aus. Sie liefern Doré, grobe Barren, die noch Silber, Kupfer und alles enthalten, was sonst im Erz war. Scheideanstalten trennen das ab, meist auf 999,9 Feingehalt, und gießen dabei Metall vieler Lieferanten zusammen.

Genau diese Reinheit macht raffiniertes Gold analytisch nicht mehr rückverfolgbar. Gold mit 999,9 ist von jedem anderen Gold mit 999,9 nicht zu unterscheiden, gleich woher es stammt. Herkunft ist ein Dokumentationsproblem, kein chemisches. Sie überlebt nur dort, wo eine Chain of Custody die Chargen physisch getrennt hält und unabhängig prüfen lässt. Das ist der Mechanismus hinter Single Mine Origin Gold, wo jede Charge bis zu einer namentlich genannten Mine rückverfolgbar bleibt – und zugleich der Grund, warum Recycling-Gold und frisch gefördertes Gold am Werkstor der Scheideanstalt physisch dasselbe Produkt werden.

Wer das Gold der Welt fördert

Konzerne mit Sitz weit weg von der Mine

Gold-Großbergbau ist das Geschäft multinationaler Konzerne mit Hauptsitz weit weg von ihren Minen – fast alle in Nordamerika, Australien, Großbritannien, Südafrika, China, Russland oder Usbekistan. Die zehn größten Produzenten stehen zusammen für rund ein Viertel der Weltförderung.21

Die fünf größten, in Zahlen für 2025:

  • Newmont (Vereinigte Staaten): 5,89 Millionen Unzen zurechenbares Gold, 22,7 Milliarden US-Dollar Umsatz, 7,1 Milliarden Nettogewinn, 12 geführte Betriebe.5
  • Agnico Eagle (Kanada): 3,45 Millionen Unzen, 11,9 Milliarden Umsatz, 4,5 Milliarden Nettogewinn.22
  • Barrick Mining (Kanada, im Mai 2025 von Barrick Gold umbenannt): 3,26 Millionen Unzen, 17,0 Milliarden Umsatz, 5,0 Milliarden Nettogewinn, Betriebe und Projekte in 17 Ländern.23
  • Navoi Mining and Metallurgical Company (Usbekistan, staatseigen): 3,15 Millionen Unzen, 10,8 Milliarden Umsatz, über 50.000 Beschäftigte.24
  • AngloGold Ashanti (Großbritannien und Südafrika): 3,1 Millionen Unzen, 9,7 Milliarden Golderlöse, 38.243 Beschäftigte, Minen in acht Ländern.25

Drei dieser fünf erwirtschafteten 16,5 Milliarden US-Dollar Nettogewinn in einem einzigen Jahr.26

Das Gefälle am Minentor

Diese Zahlen zählen dort am meisten, wo sie auf ihr Gegenteil treffen. Ein Konzern mit zweistelligem Milliardenumsatz verhandelt Landzugang, Wassernutzung und Entschädigung mit Kreisverwaltungen, Dorfverbänden und Kleinbauernfamilien, deren Jahresbudget keine Woche der Betriebskosten der Mine decken würde. Am deutlichsten wird das Gefälle bei der Rechtsmacht: Konzerne kommen mit eigenen Rechts- und Community-Abteilungen und können jahrelang prozessieren, während betroffene Gemeinschaften meist auf die NGO angewiesen sind, die ihren Fall aufgreift. Vieles von dem, was in den folgenden Kapiteln dokumentiert ist, existiert nur, weil eine das getan hat.

Öffentlicher Druck erreicht manche Unternehmen und andere nicht

Der Gold-Großbergbau ist nicht ein Regelungsumfeld, sondern zwei. Unternehmen, die in den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien oder Großbritannien börsennotiert sind, stehen unter Offenlegungspflichten und im Blickfeld aktivistischer Investoren, von Journalistinnen und von Gerichten, die auch eine aus dem Ausland erhobene Klage annehmen. Diese Exponiertheit ist der Grund, warum mehrere der weiter unten beschriebenen Reformen überhaupt zustande kamen.

Staatliche und private Produzenten in schwächer regulierten Jurisdiktionen trifft davon nichts. Navoi, die Nummer vier, veröffentlicht Jahresabschlüsse, aber keine vergleichbare Sozial- oder Umweltberichterstattung. Das Gold aus solchen Betrieben ist deshalb nicht weniger real – es schaut nur niemand außerhalb des Unternehmens darauf, wie es gefördert wurde.

Was Gold-Großbergbau die Umwelt kostet

Fläche: Gold ist der zweitgrößte Fußabdruck im Bergbau

Der Bergbau bedeckt weltweit rund 100.000 Quadratkilometer.27 Eine Studie von 2026, die diese Fläche einzelnen Rohstoffen zuordnet, kommt auf 22,5 % für Kohle und 21,1 % für Gold – mehr als Kupfer, Eisen, Lithium und Phosphat zusammen.28 Nach eigener Rechnung sind das rund 30.700 Quadratkilometer, etwa die Fläche Belgiens.

Für ein Metall, von dem jährlich rund 3.700 Tonnen gefördert werden, ist das ein bemerkenswerter Anteil an der weltweit gestörten Fläche. Gruben, Abraumhalden, Tailings-Anlagen, Förderstraßen und Aufbereitungsanlagen zählen alle hinein – und das meiste davon bleibt lange nach dem Ende der Förderung umgewandelt.

Tailings: der Abfall, der für immer gelagert werden muss

Die Aufbereitung im Gold-Großbergbau hinterlässt riesige Mengen feiner, nasser Rückstände hinter Dämmen, die dauerhaft halten müssen. Zwischen 1915 und 2020 wurden weltweit 366 Brüche von Tailings-Dämmen dokumentiert, über alle Rohstoffe hinweg, und die Rate steigt wieder.29

Die Fälle im Goldbergbau reichen von der zyanidhaltigen Flut von Baia Mare in Rumänien im Jahr 2000, die bis in die Donau gelangte und das Trinkwasser von über zwei Millionen Menschen beeinträchtigte,30 über den Einsturz der Haufenlaugung von Çöpler in der Türkei im Februar 2024 mit neun getöteten Bergleuten31 bis zum Versagen von Eagle Gold im Yukon vier Monate später.32

Die schwerste Tailings-Katastrophe der jüngeren Zeit war allerdings gar kein Gold: Der Dammbruch von Brumadinho in Brasilien 2019, ein Eisenerzbetrieb, tötete 272 Menschen.33 Diesen Befund gehen wir im Überblick zu Gold und Umweltzerstörung im Detail durch.

Klima: klein in der Summe, extrem je Kilogramm

Der Gold-Großbergbau emittiert jährlich mehr als 100 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent. Über 194 Minen in 35 Ländern liegt der gewichtete Durchschnitt bei rund 23 Tonnen je Kilogramm Gold, mit einer Spanne zwischen den Ländern von mehr als dem Zwanzigfachen.34 Absolut ist Gold ein kleiner Emittent; je Kilogramm Produkt gehört es zu den intensivsten Materialien im industriellen Gebrauch.

Was er die Menschen vor Ort kostet

Wohlstand und Gesundheit bewegen sich in entgegengesetzte Richtungen

Der ehrliche Befund ist für beide Seiten der Debatte unbequem. Eine Studie über rund 800 Minen in 44 Entwicklungsländern findet in Minennähe einen Zuwachs des Vermögens um 0,3 Standardabweichungen – und zugleich 10 Prozentpunkte mehr Anämie bei Frauen und 5 Prozentpunkte mehr Wachstumsverzögerung bei Kleinkindern, was die Autoren auf Schwermetallbelastung zurückführen.35

Forschung der Weltbank in Ghana, Mali und Tansania weist in dieselbe Richtung. Haushalte in Minennähe in Mali hatten eine um 30 Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit, einen Boden aus etwas anderem als Erde zu haben; in Tansania stieg die Wachstumsverzögerung in Minennähe um 12,3 Prozentpunkte.36

Wer behauptet, der Gold-Großbergbau mache die Menschen vor Ort schlicht ärmer, liegt falsch. Der Zielkonflikt ist der Befund: Wohlstand und Schaden, am selben Ort, zur selben Zeit.

Wenn die Konzession das eigene Dorf einschließt

Umsiedlung gehört zum Bau einer großen Mine, und sie ist das Folgenreichste, was Menschen widerfährt, die auf einer Lagerstätte leben. In Ahafo in Ghana siedelte Newmont rund 2.200 Menschen in zwei neue Dörfer um und baute 400 Häuser, wobei erstmals formale Landtitel ausgestellt wurden – räumte aber zugleich Streit über die Entschädigung für Ernten und einen Mangel an Arbeit für junge Leute ein.37

Wie oft das geschieht, ist schlecht dokumentiert. Eine Auswertung des Forschungsstands fand bei rund 44 % der untersuchten Minen Umsiedlungen im laufenden Betrieb, oft mehrfach am selben Standort – und keine einzige weltweite Erhebung, die die Gesamtzahl misst.38

Gewalt durch Sicherheitskräfte

Einige der schwersten Vorwürfe gegen große Goldminen betreffen die Menschen, die sie bewachen. In Porgera in Papua-Neuguinea untersuchte Human Rights Watch sechs mutmaßliche Gruppenvergewaltigungen durch Angehörige der Werkssicherheit zwischen 2008 und 2010.39 In North Mara in Tansania dokumentiert die Organisation RAID seit 2006 mindestens 77 Todesopfer und 304 Verletzte durch die für die Minensicherheit zuständige Polizeieinheit; Barrick bestreitet die Darstellung und verweist darauf, dass das Unternehmen keine Weisungsbefugnis über die Polizei hat.40 Im März 2024 verglich sich der Konzern in einem Verfahren vor dem britischen High Court mit 14 tansanischen Klägern, ohne eine Haftung anzuerkennen.41

Im Juli 2026 erreichte der Streit das Zertifizierungssystem selbst. Dreißig Kläger schlossen sich einer Klage gegen die London Bullion Market Association an, gerichtet gegen deren Good-Delivery-Zertifizierung von Gold aus North Mara; die Vereinigung habe "diese systematischen Menschenrechtsverletzungen faktisch grüngewaschen". Die Klage war im September 2026 anhängig.42 Wer sich auf den Responsible-Sourcing-Status einer Scheideanstalt verlässt, sollte den Fall verfolgen. Mehr zu diesen Mustern im Überblick zu Gold und soziale Auswirkungen.

Berufskrankheiten: der größte dokumentierte Schaden im Gold

Der Untertagebau im Gold-Großbergbau hat sehr viele Männer dauerhaft krank gemacht. Jahrzehnte Quarzstaub in den Tiefbergwerken Südafrikas hinterließen bei ehemaligen Beschäftigten Silikose und Tuberkulose in einem Ausmaß, das in der Branche ohne Parallele ist: rund 500.000 Menschen kommen potenziell als Anspruchsberechtigte in Betracht – nach dem Vergleich, der irgendwann folgte.

Bis etwas gezahlt wurde, brauchte es eine Sammelklage. Sechs Unternehmen richteten den Tshiamiso Trust mit rund 5 Milliarden Rand über 13 Jahre ein, nachdem der High Court in Johannesburg den Vergleich im Juli 2019 bestätigt hatte.43 Bis Februar 2026 waren rund 23.000 Anträge bearbeitet und etwa 2,5 Milliarden Rand ausgezahlt – Jahrzehnte nach der Exposition, und nur, weil die Bergleute vor Gericht gezogen sind.44

Die Arbeitssicherheit im Tagesgeschäft hat sich verbessert, nach den Zahlen der Branche selbst. Über die Mitgliedsunternehmen des ICMM sank die Häufigkeit meldepflichtiger Verletzungen – Verletzungen je eine Million Arbeitsstunden, Beschäftigte und Auftragnehmer zusammen – von 5,07 im Jahr 2012 auf 2,21 im Jahr 2025. Die Todesfälle sind dem nicht gefolgt: 39 im Jahr 2025, über die 26 berichtenden Mitgliedsunternehmen.

Diese Zahlen brauchen einen Vorbehalt. Sie beruhen auf Selbstauskunft, sie decken alle Rohstoffe ab und nicht nur Gold, das ICMM veröffentlicht für die Summe keine unabhängige Prüfung, und seine Mitglieder stehen nach eigener Angabe für lediglich rund ein Drittel der Branche.45 Für den Bergbau insgesamt schätzt die Internationale Arbeitsorganisation, dass der Sektor rund 1 % der weltweit Beschäftigten stellt und rund 8 % der tödlichen Arbeitsunfälle.46

Wo Groß- und Kleinbergbau aufeinandertreffen

Der meiste Kleinbergbau findet nirgends in der Nähe einer Mine des Gold-Großbergbaus statt. Wo beide aufeinandertreffen, ist der Konflikt strukturell – und der World Gold Council räumt das in seiner eigenen Auswertung von 25 Fallstudien ein: "Viele LSM-Unternehmen haben sich auf Sicherheitsmaßnahmen gestützt, um ihre Schnittstellen zum Gold-Kleinbergbau zu bewältigen."47

Die Wurzel ist ein Zusammenprall zweier Rechtslogiken. Industrielle Betreiber leiten ihr Recht aus einer staatlichen Konzession ab, gestützt auf die Annahme, dass die Bodenschätze dem Staat gehören. Kleinbergleute stützen sich auf Gewohnheitsrecht oder auf Oberflächeneigentum. Formal gewinnt die Konzession; historisch war die Gemeinschaft meist zuerst da. In vielen Ländern räumt das Recht den Kleinbergleuten überhaupt keinen Status ein – so wird Informalität hergestellt.

Zwei aktuelle Fälle zeigen, was daraus entsteht. Im Januar 2025 erschossen ghanaische Soldaten Kleinbergleute auf der Konzession von AngloGold Ashanti in Obuasi; offizielle Angaben nennen sieben bis acht Todesopfer, der nationale Verband der Kleinbergleute neun.48 In Kibali in der Demokratischen Republik Kongo zählten Feldforscher rund 5.500 Schürfer innerhalb der Konzession und dokumentierten seit 2014 wiederholte Räumungsversuche mit unverhältnismäßiger Gewalt.49 Beide Sektoren vergleichen wir direkt in Gold-Kleinbergbau vs. Gold-Großbergbau.

Wohin das Geld fließt

Der Gold-Großbergbau zahlt große Summen in die Länder, in denen er arbeitet. 2024 trugen die 28 Mitgliedsunternehmen des World Gold Council 66,4 Milliarden US-Dollar zu den Volkswirtschaften ihrer Gastländer bei: 43,6 Milliarden an Lieferanten im Land, 12,4 Milliarden an Löhnen, 10,4 Milliarden an Steuern und Abgaben und 740,9 Millionen an lokale Gemeinschaften.50

Der Betrag für die Gemeinschaften entspricht 1,1 % der Gesamtsumme.51 Er beruht zudem auf Selbstauskunft, ungeprüft.

Wie viel vom Rest bei den Menschen ankommt, hängt von der Regierungsführung ab – und der Sektor hat dort eine schlechte Bilanz. In der OECD-Auswertung von 427 abgeschlossenen Fällen transnationaler Bestechung zwischen 1999 und 2014 entfielen 19 % auf den Rohstoffsektor – Öl, Gas und Bergbau zusammen, der größte Anteil aller Branchen.52 Konzessionen werden von Staaten vergeben, und das ist der Mechanismus, über den Grund und Boden den Besitzer wechselt.

Nichts davon macht Gold automatisch zum Fluch. Forschung in Mali fand, dass Goldpreis-Booms die Haushaltsausgaben erhöhten und die Armut rund um Bergbaugebiete senkten – mit dem stärkeren Effekt rund um den Kleinbergbau, nicht rund um industrielle Betriebe.53

Was zurückbleibt

Eine Mine im Gold-Großbergbau ordentlich zu schließen heißt: das Wasser behandeln, die Rückstände stabilisieren, die Infrastruktur zurückbauen und die Fläche wiederherstellen – teure Arbeit, die vollständig in dem Moment anfällt, in dem die Einnahmen aufhören. Viele Betriebe kommen nie so weit.

Der dokumentierte Rückstand umfasst mehr als 100.000 verlassene Hartgesteinsbergwerke in den Vereinigten Staaten, mit geschätzten Sanierungskosten von 50 Milliarden US-Dollar oder mehr,54 und rund 6.000 herrenlose Bergwerke in Südafrika, mit einer Sanierungsrechnung von 49 Milliarden Rand gegenüber einem Jahresbudget von etwa 120 Millionen.55 In diesem Tempo würde der südafrikanische Rückstand rund 400 Jahre brauchen.56

Das sind zwei der wenigen Länder, die überhaupt zählen. Die meisten Förderländer haben nie eine Erhebung gemacht, die wahre Zahl ist also unbekannt und mit Sicherheit größer.

Ob Renaturierung funktioniert, ist eine offene Frage. Eine Auswertung von 712 Publikationen aus 54 Ländern über fünf Jahrzehnte Renaturierungsforschung weist keine systematische Erfolgsquote aus, weil die meisten Untersuchungen Raum statt Zeit vergleichen, statt dieselben Flächen erneut zu vermessen.57 Immerhin wird die Verpflichtung bilanziert: Die Rückstellungen für Rückbau und Rekultivierung stiegen bei 24 großen Bergbauunternehmen von 40 Milliarden US-Dollar im Jahr 2013 auf 72 Milliarden im Jahr 2023, rund 42 % der langfristigen Verbindlichkeiten des Sektors.58

Drei Vorwürfe, die den Großbergbau verfehlen

Vieles von dem, was als Kritik am "Goldbergbau" zirkuliert, beschreibt die handwerkliche Hälfte des Sektors und nicht die industrielle. Drei davon kommen ständig vor.

  • Quecksilber. Der Gold-Kleinbergbau ist weltweit die größte menschengemachte Quelle, mit rund 37 % von etwa 2.200 Tonnen, die jährlich in die Luft gelangen.59 Industrielle Betriebe setzen kein Quecksilber ein, um Gold zu gewinnen – ihre Chemie ist Zyanid.
  • Kinderarbeit. Die dokumentierten Fälle im Gold stammen aus dem Kleinbergbau. Die Feldforschung von Human Rights Watch zu Kindern im tansanischen Goldbergbau befasst sich ausschließlich mit kleingewerblichen Betrieben.60
  • Schmuggel und illegale Goldströme. Die gründlichste neuere Untersuchung über acht afrikanische Länder stellt ausdrücklich klar, dass sie nur den handwerklichen und kleingewerblichen Bergbau abdeckt.61

Dasselbe gilt für die beiden meistzitierten Tailings-Katastrophen, Brumadinho und Mariana. Beide waren Eisenerz.

Wer eigentlich kontrollieren soll

Mehrere Systeme beanspruchen, verantwortungsvolle Praxis im Gold-Großbergbau zu regeln. Was sie unterscheidet, ist die Frage, wer die Regeln schreibt und wer das Ergebnis sehen darf.

IRMA ist das einzige mit ausgewogener Governance: je zwei Sitze im Board für Bergbauunternehmen, Abnehmer, NGOs, betroffene Gemeinschaften, Gewerkschaften und Finanzwirtschaft, mit einem Vetomechanismus, damit kein Block überstimmt werden kann. Der Standard umfasst mehr als 420 prüfbare Anforderungen, und die vollständigen Auditberichte werden veröffentlicht.62 Bis September 2026 hat keine einzige primäre Goldmine eine IRMA-Prüfung abgeschlossen. Gold taucht im Verzeichnis nur als Beiprodukt an Platingruppenmetall-Betrieben auf, sämtlich noch im Verfahren.

Die Responsible Gold Mining Principles des World Gold Council umfassen 10 Prinzipien und 51 Einzelbestimmungen, und ihre Einhaltung ist Bedingung für die Mitgliedschaft. Der Council erklärt zugleich, er "überprüft oder bewertet die Einhaltung der Responsible Gold Mining Principles durch ein Unternehmen nicht".63 Ein öffentliches Register darüber, welche Mitglieder sie einhalten, gibt es nicht. Der Bericht eines Mitglieds für 2025 zeigt, wie viel das Wort umfasst: vollständige Einhaltung bei 20 von 51 Bestimmungen, teilweise Einhaltung bei 31.64

Die ICMM Mining Principles verlangen eine Selbstbewertung an allen erfassten Standorten sowie eine Prüfung durch Dritte – aber das Unternehmen wählt aus, welche Standorte geprüft werden, und das Verfahren hält ausdrücklich fest, dass es "kein Gesamtergebnis für einen einzelnen Standort" gibt.65 ICMM und World Gold Council führen ihre Systeme derzeit mit zwei weiteren zu einem einzigen Consolidated Mining Standard zusammen, der im September 2026 noch nicht veröffentlicht war.66

Zwei engere Instrumente funktionieren besser, gerade weil sie eng sind. Der International Cyanide Management Code deckt allein den Umgang mit Zyanid ab, wird aber im Dreijahresturnus unabhängig auditiert, die Ergebnisse werden veröffentlicht, und andere Systeme setzen ihn voraus. Mehr als 100 industrielle Goldminen sind zertifiziert.67

Der Global Industry Standard on Tailings Management bindet die ICMM-Mitglieder: Im August 2025 waren 67 % ihrer 836 Tailings-Anlagen vollständig konform, die Frist für den Rest war verstrichen.68 Der Code of Practices des Responsible Jewellery Council deckt den Bergbau in 14 Bestimmungen ab, veröffentlicht aber keine Auditberichte.69

Dafür, was passiert, wenn eine Branche ihre eigene Definition schreibt, gibt es einen Präzedenzfall. Der Kimberley-Prozess zertifiziert seit 2003 Rohdiamanten – nach einer Definition, die nur Steine erfasst, die Rebellenbewegungen finanzieren, und die damit Übergriffe staatlicher Kräfte ausklammert. Global Witness stieg 2011 aus, das System sei zum "Komplizen der Diamantenwäsche" geworden; IMPACT folgte 2017.70 Ein Vorschlag zur Erweiterung der Definition scheiterte im November 2025 erneut.71 Dreiundzwanzig Jahre später ist sie unverändert.

Das Muster ist bei allen dasselbe. Wo eine außenstehende Partei ohne kommerzielles Interesse prüft und das Ergebnis veröffentlicht, bedeutet das System etwas. Wo die Branche die Regel setzt, die Stichprobe auswählt und das Ergebnis erklärt, ist "verantwortungsvoll beschafft" eine Behauptung und kein Befund.

Was der Großbergbau könnte, wenn er will oder muss

Druck hat schon funktioniert

Jede nennenswerte Sicherheitsregel im Gold-Großbergbau folgte auf eine Katastrophe und die öffentliche Reaktion darauf. Der International Cyanide Management Code entstand aus Baia Mare, der Global Industry Standard on Tailings Management aus Brumadinho. Südafrikas Mine Health and Safety Act folgte auf das Schachtunglück von Vaal Reefs 1995, bei dem 104 Bergleute starben.72 Über den Tailings-Dammbruch von Mount Polley 2014 wurde ein Jahrzehnt später Anklage erhoben,73.

Nichts davon geschah, weil die Branche sich dazu entschlossen hätte. Es geschah, weil Menschen weiter hingesehen, dokumentiert und geklagt haben. Die großen Unternehmen zu beobachten lohnt sich, weil die börsennotierten darauf reagieren.

Was Größe möglich macht

Kapital ist der eigentliche Vorteil im Gold-Großbergbau, und ein Teil davon wird gut eingesetzt. In Bellevue in Westaustralien läuft eine netzunabhängige Mine auf einem Hybridkraftwerk aus rund 27 Megawatt Photovoltaik, 24 Megawatt Windkraft und einem 15-Megawatt-Speicher, errichtet und betrieben von einem Energiedienstleister gemeinsam mit der Gesellschaft der traditionellen Landeigentümer.74 In Tropicana, ebenfalls in Westaustralien, senkte eine vergleichbare Hybridanlage den Dieselverbrauch der Stromerzeugung um 96 %.75

Was fehlt, ist nicht die Technik. Es ist die Entscheidung, dafür Geld auszugeben. Mit einer Marge über den All-in Sustaining Costs von zuletzt 3.076 US-Dollar je Unze und allein drei Unternehmen mit 16,5 Milliarden US-Dollar Nettogewinn im Jahr 2025 ist der Gold-Großbergbau besser in der Lage, ordentliche Schließung, Wasserbehandlung und Vereinbarungen mit den Gemeinschaften zu finanzieren als je zuvor in seiner Geschichte. Wie gute Praxis aussieht, gehen wir im Artikel zum verantwortungsvollen Gold-Großbergbau durch.

Das Wichtigste zum Mitnehmen

  • Gold ist der zweitgrößte Flächenverbraucher im weltweiten Bergbau. Rund 21 % der kartierten Bergbaufläche entfallen auf Gold, knapp hinter Kohle mit 22,5 % und vor jedem anderen Metall – bei einer Jahresförderung von rund 3.700 Tonnen.
  • Das ist eine Branche multinationaler Konzerne, die weit weg von zu Hause arbeiten. Zehn Unternehmen fördern rund ein Viertel des Goldes der Welt, und sie verhandeln mit Kreisverwaltungen und Dorfverbänden, deren Mittel damit nicht vergleichbar sind.
  • Wohlstand und Schaden kommen gemeinsam. In der Nähe industrieller Minen steigt das Vermögen der Haushalte – und mit ihm die Anämie bei Frauen und die Wachstumsverzögerung bei Kindern. Beides gehört in jede ernsthafte Darstellung dessen, was eine Mine mit ihrem Ort macht.
  • Die meiste Kontrolle im Gold ist Selbstkontrolle. Der Branchenverband prüft die Einhaltung nicht, Unternehmen wählen selbst aus, welche ihrer Standorte geprüft werden, und der einzige gemeinsam mit Gewerkschaften und Gemeinschaften geführte Standard hat noch nie eine Goldmine geprüft.
  • Das Geld, um das zu ändern, ist heute da. Rekordmargen, Rekordgewinne – und ein Sanierungsrückstand von Hunderttausenden verlassener Standorte, den niemand finanziert hat. Es fehlt die Pflicht, dieses Geld auszugeben, und es fehlen Käufer, die danach fragen.

Wie geht's nun weiter?

Gold wird weiter abgebaut, solange es einen Wert hat. Die eine Frage, die etwas verändert, stellt fast niemand seinem Lieferanten: Aus welcher Mine stammt dieses Gold, und könnt ihr mir die Unterlagen zeigen? Wenn ihr Gold wollt, bei dem diese Frage eine Antwort hat, schaut euch unsere Single Mine Origin Goldbarren an – oder fragt uns, was zu eurer Fertigung passt.

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Quellen

  1. OECD, Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains of Minerals from Conflict-Affected and High-Risk Areas, 3. Auflage 2016, Definitionen. Im Original: "predominantly simplified forms of exploration, extraction, processing and transportation", die "normally low capital intensive" sind. Übersetzung Fairever. ↩
  2. planetGOLD, The planetGOLD programme and the large-scale gold mining sector (Großbergbau rund 80 % der weltweiten Goldförderung); World Gold Council, Artisanal and small-scale gold mining: a vital source of gold supply, 26. August 2026 (rund ein Fünftel der jährlichen Goldförderung). ↩
  3. World Gold Council / Metals Focus, Gold Demand Trends Full Year 2025 – Supply, Januar 2026. Der Council weist darauf hin, dass Fördermengen nachträglich revidiert werden. ↩
  4. World Gold Council, Gold mining industry contributed over US$171 billion to global economy, 2. Juni 2015 (Daten von 2013, 47 Förderländer): "gold mining companies directly employed over one million people." ↩
  5. Newmont Corporation, Form 10-K for the fiscal year ended December 31, 2025, 2026: Umsatz 22.669 Millionen US-Dollar; den Aktionären zurechenbarer Nettogewinn 7.085 Millionen; "approximately 17,500 people were employed by Newmont and Newmont subsidiaries, and approximately 26,600 people were working as contractors." ↩
  6. Oliver Blagden / Metals Focus für den World Gold Council, Record gold prices outpace rising mining costs in Q1'26, 24. August 2026: "global average gold producer All-In Sustaining Costs (AISC) rose by 5% q/q and 16% y/y to US$1,785/oz in Q1’26"; "average AISC margins rose by 25% q/q and 134% y/y to a record US$3,076/oz." ↩
  7. U.S. Geological Survey, Mineral Commodity Summaries 2026 – Gold, 2026, Spalte der Schätzwerte für 2025. Zwei Dinge sind zu dieser Tabelle zu wissen. Erstens weicht die Weltsumme des USGS von der Zahl des World Gold Council in Anmerkung 3 ab, weil beide unterschiedlich erheben. Zweitens sind die dreizehn Länderwerte jeweils unabhängig voneinander gerundete Schätzungen; sie summieren sich auf 3.250 Tonnen und liegen damit 50 Tonnen unter der Weltsumme von 3.300 Tonnen, die der USGS selbst angibt. Die Anteile in der dritten Spalte sind auf 3.300 Tonnen bezogen und ergeben deshalb zusammen rund 98 % statt 100 %. Der USGS hält fest, dass China, Russland, Australien, Kanada und die Vereinigten Staaten zusammen "41% of estimated global production in 2025" stellten. ↩
  8. Mining.com, Ranked: World's top 20 largest gold mines, 25. März 2026, aktualisiert 12. Mai 2026, auf Basis von Daten von S&P Global. Nevada Gold Mines ist ein Gemeinschaftsunternehmen, 61,5 % Barrick und 38,5 % Newmont. ↩
  9. Transparency International, Corruption Perceptions Index 2025, veröffentlicht am 10. Februar 2026. Skala von 0 (hochgradig korrupt) bis 100 (sehr sauber), 182 Länder und Territorien, 13 zugrunde liegende Datenquellen. Weltweiter Mittelwert 42. Im Original: "The vast majority of countries are failing to keep corruption under control: 122 out of 182 score under 50 in the index." Übersetzung Fairever. ↩
  10. Eigene Berechnung aus den Fördermengen in Anmerkung 7 und dem Corruption Perceptions Index 2025, auf Basis der USGS-Schätzwerte für 2025. Unter 50 Punkten: China 380 + Russland 310 + Ghana 150 + Mexiko 140 + Kasachstan 130 + Usbekistan 130 + Peru 110 + Indonesien 90 + Südafrika 90 + Brasilien 80 = 1.610 Tonnen, also 48,8 % von 3.300. 50 Punkte oder mehr: Australien 280 + Kanada 200 + Vereinigte Staaten 160 = 640 Tonnen, also 19,4 %. Weil die Länderwerte gerundet sind, ergeben diese beiden Anteile zusammen mit den nicht zugeordneten 30,3 % rund 98 % statt 100 %. Dies ist unsere eigene Verknüpfung zweier öffentlicher Datensätze und keine veröffentlichte Statistik. ↩
  11. Extractive Industries Transparency Initiative, Countries, abgerufen im September 2026 (rund 55 umsetzende Länder; China, Russland, Australien, Kanada und die Vereinigten Staaten sind nicht darunter – die USA traten im November 2017 aus); EITI, EITI Progress Report 2025, April 2026: "While Cameroon reported exporting just 22 kilograms of gold in 2023, the United Arab Emirates alone recorded imports of more than 15 tonnes from Cameroon in the same year." ↩
  12. London Bullion Market Association, Russian Good Delivery bars update: alle sechs russischen Scheideanstalten mit Wirkung vom 7. März 2022 suspendiert; Barren, die vor diesem Datum bereits im Londoner und Schweizer Markt waren, bleiben Good Delivery. US-Finanzministerium, press release, 28. Juni 2022, zum am 26. Juni 2022 angekündigten G7-Einfuhrverbot; das EU-Verbot folgte am 22. Juli 2022, das schweizerische am 4. August 2022. ↩
  13. Handelsdaten des Census and Statistics Department Hongkong, ausgewertet von BullionVault, Gold: Russia, China, 7. September 2026. Importe von Gold russischen Ursprungs nach Hongkong: 3,3 Tonnen 2021, ein Rekord von 92,1 Tonnen 2025. ↩
  14. S&P Global Market Intelligence, Discovery to production averages 15.7 years for 127 mines. Die Auswertung umfasst den Bergbau über alle Rohstoffe, nicht nur Gold. ↩
  15. S&P Global Market Intelligence, Greenhouse gas and gold mines, Bezugsjahr 2019: durchschnittlicher Gehalt rund 1,05 g/t im Tagebau und 3,25 g/t untertage. ↩
  16. Newmont, 2025 Mineral Reserves, 19. Februar 2026 (118,2 Millionen Unzen in 3.907 Millionen Tonnen Erz, entspricht 0,94 g/t); Barrick Mining, Mineral Reserves and Resources, 2026 (85 Millionen zurechenbare Unzen in 2.700 Millionen Tonnen, entspricht 0,98 g/t). Die Umrechnung auf Gehalte ist unsere eigene. Beide Unternehmen rechnen mit unterschiedlichen Goldpreisannahmen, die Werte sind daher nicht streng vergleichbar. ↩
  17. Nassar, Lederer, Brainard, Padilla & Lessard, Rock-to-Metal Ratio: A Foundational Metric for Understanding Mine Wastes, Environmental Science & Technology 56(10), 2022, Open Access. Im Haupttext: die Verhältnisse reichen "from 3 for Si to 3 × 10⁶ for gold", und auf Gold entfallen "approximately 9.1 billion metric tons" bewegten Materials. Die Kennzahl ist definiert als Erz plus Deckgebirge und taubes Gestein, geteilt durch raffiniertes Metall; als Beiprodukt gewonnenes Gold wird nach Umsatzanteil zugerechnet. Bezugsjahr 2018, 777 Betriebe mit rund 79 % der Weltförderung. Das Abstract der Studie nennt für Edelmetalle als Gruppe eine Spanne von 10⁵ bis 10⁶; der globale Wert für Gold allein liegt bei 3 × 10⁶. Die begleitende USGS-Mitteilung formuliert es so: "for every three metric tons of ore and waste rock moved and processed, only one gram of gold is produced." ↩
  18. S&P Global Market Intelligence, Gold mine stripping ratios rise on high prices, grades continue declining, 12. Dezember 2023: "Since 2010, copper and gold head grades have dropped 7.6% and 13.4%, respectively." ↩
  19. Eigene Berechnung. Ein Ring mit 8 Gramm in 750er Legierung (18 Karat) enthält 6 Gramm Feingold. Nur Erz: 6 g ÷ 1,05 g/t = 5,71 Tonnen, mit dem Tagebau-Durchschnittsgehalt aus Anmerkung 15 und unter Annahme vollständiger Ausbeute; real liegt der Wert also etwas höher. Erz und Abraum: 6 g × 3 t/g = 18 Tonnen, mit dem weltweiten Verhältnis von Gestein zu Metall aus Anmerkung 17. Die beiden Zahlen haben unterschiedliche Systemgrenzen und dürfen nicht miteinander verglichen werden, als würden sie dasselbe messen. ↩
  20. Mudd, Resource Consumption Intensity and the Sustainability of Gold Mining, 2007, auf Basis von Betriebsdaten australischer Minen 1995–2006. Wasser "about 1.15 kL/t ore or about 477 kL/kg Au"; Energie "about 0.35 GJ/t ore or about 146 GJ/kg Au"; Zyanid unter 100 kg/kg Gold oberhalb von 6 g/t und über 1.000 kg/kg Gold unterhalb von 2 g/t. ↩
  21. Eigene Berechnung aus den Ergebnissen 2025 der zehn größten Produzenten (Newmont, Agnico Eagle, Barrick Mining, Navoi MMC, AngloGold Ashanti, Zijin Mining, Polyus, Gold Fields, Kinross, Northern Star), zusammen rund 941 Tonnen gegenüber einer Weltminenförderung von 3.671,6 Tonnen in Anmerkung 3, also 25,6 %. Zwei Vorbehalte: Gold Fields und Kinross berichten in Goldäquivalent-Unzen, und Northern Star bilanziert auf ein im Juni endendes Geschäftsjahr. Die Größenordnung trägt, die Nachkommastelle nicht. ↩
  22. Agnico Eagle Mines, 2025 Annual Report, 2026: Umsatz aus dem Bergbaubetrieb 11.907,9 Millionen US-Dollar, Nettogewinn 4.461,5 Millionen, zahlbare Goldproduktion 3.447.367 Unzen. Das Unternehmen veröffentlicht keine Gesamtzahl der Beschäftigten. ↩
  23. Barrick Mining Corporation, Annual Report 2025, 2026: Umsatz 16.956 Millionen US-Dollar, den Anteilseignern zurechenbarer Nettogewinn 4.993 Millionen, zurechenbare Goldproduktion 3.255 Tausend Unzen; 2025 Sustainability Report: Betriebe und Projekte in 17 Ländern. Die Umbenennung von Barrick Gold Corporation wurde am 9. Mai 2025 wirksam. Das Unternehmen veröffentlicht keine Gesamtzahl der Beschäftigten. ↩
  24. Navoi Mining and Metallurgical Company, FY 2025 IFRS Financial Statements, März 2026. ↩
  25. AngloGold Ashanti, Corporate Profile, 2026 (38.243 Beschäftigte einschließlich Auftragnehmern, Jahresdurchschnitt bis 31. Dezember 2025; Minen in acht Ländern) sowie die Jahresmitteilung 2025 des Unternehmens (Golderlöse 9.730 Millionen US-Dollar, Produktion 3,1 Millionen Unzen). ↩
  26. Eigene Addition der Nettogewinne aus den Anmerkungen 5, 22 und 23: 7.085 + 4.993 + 4.461,5 = 16.539,5 Millionen US-Dollar. ↩
  27. Maus, Giljum, da Silva u. a., An update on global mining land use, Scientific Data 9:433, 2022: 101.583 km² in 145 Ländern, auf Basis von Satellitenbildern aus 2019. ↩
  28. Maus u. a., A data-driven approach to mapping global commodity-specific mining land-use, Journal of Cleaner Production 540:147437, 2026. Die Studie weist Kohle und Gold als die beiden dominierenden Rohstoffe der weltweiten Bergbaufläche aus, mit 22,5 % und 21,1 %, und hält fest: "Of the total 145,738.1 km² of mine land, 106,733.4 km² (73.2%) could be assigned to at least one primary commodity." Die Flächenpolygone stammen aus einem Bildmosaik von 2019, die Kartierungsgrundlage ist also 2019, auch wenn die Veröffentlichung 2026 erfolgte. Die rund 30.700 km² für Gold sind unsere eigene Rechnung (21,1 % von 145.738,1 km²) und stehen so nicht in der Studie. ↩
  29. Islam & Murakami, Global-scale impact analysis of mine tailings dam failures: 1915–2020, Global Environmental Change 70:102361, 2021. Die Zahlen umfassen den Bergbau über alle Rohstoffe. ↩
  30. UNEP / OCHA, Cyanide Spill at Baia Mare, Romania – Assessment Mission Report, März 2000. Betreiber war Aurul, ein Gemeinschaftsunternehmen von Esmeralda Exploration und dem rumänischen Staat. ↩
  31. SSR Mining, 2024 Çöpler Incident; Dave Petley, The Çöpler mine landslide in Turkey, American Geophysical Union, 2024. ↩
  32. Regierung des Yukon, Victoria Gold Corporation's Eagle mine heap leach failure, 2024–2025. ↩
  33. ICMM, Fifth anniversary of the dam collapse at Vale's Córrego do Feijão mine in Brumadinho, 2024. Die berichteten Opferzahlen schwanken je nach Quelle zwischen 267 und 272. ↩
  34. Ulrich, Trench & Hagemann, Gold mining greenhouse gas emissions, abatement measures, and the impact of a carbon price, Journal of Cleaner Production 340, 2022. Scope 1 und 2, 194 Minen in 35 Ländern, Daten von 2018. Die Umrechnung auf Tonnen je Kilogramm ist unsere eigene (726 kg/oz × 32,1507 oz/kg ≈ 23,3 t/kg). ↩
  35. von der Goltz & Barnwal, Mines: The local wealth and health effects of mineral mining in developing countries, Journal of Development Economics 139, 2019. Die Studie umfasst den Erzbergbau über alle Rohstoffe, nicht nur Gold. ↩
  36. Chuhan-Pole, Dabalen & Land, Mining in Africa: Are Local Communities Better Off?, Weltbank, 2017. ↩
  37. ICMM, Managing the impacts of resettlement: Ahafo, Fallstudie mit Zahlen von Newmont. ↩
  38. Owen & Kemp, Mining-induced displacement and resettlement: a critical appraisal, Journal of Cleaner Production, 2015. ↩
  39. Human Rights Watch, Gold's Costly Dividend: Human Rights Impacts of Papua New Guinea's Porgera Gold Mine, 1. Februar 2011, auf Basis von 92 Interviews. ↩
  40. RAID, Barrick's Tanzania gold mine, one of the deadliest in Africa, Untersuchung von April bis Oktober 2022, auf Basis von mehr als 178 Interviews; Barrick, North Mara: response to allegations. ↩
  41. RAID, Barrick subsidiaries settle UK court case alleging deaths and injuries at North Mara, 27. März 2024. ↩
  42. Leigh Day, New allegations of killing and torture by security forces at African gold mine as 30 people join legal claim against the London Bullion Market Association, 9. Juli 2026. Im Original: "effectively greenwashed these systemic human rights abuses". Übersetzung Fairever. Die Vorwürfe sind gerichtlich nicht geprüft. ↩
  43. AngloGold Ashanti, South African silicosis and TB class action settlement, 2019. Die sechs beklagten Unternehmen sind African Rainbow Minerals, Anglo American South Africa, AngloGold Ashanti, Gold Fields, Harmony und Sibanye-Stillwater. ↩
  44. Fidelis Hove, South Africa: Gold Mining's Long Shadow, Daily Maverick über allAfrica, 3. September 2026. ↩
  45. ICMM, ICMM reports 2025 safety performance of members, 30. Juli 2026, sowie der zugehörige Benchmarking-Bericht. 26 berichtende Mitgliedsunternehmen über alle Rohstoffe; 2.804.077.602 Arbeitsstunden im Jahr 2025. Die Raten beziehen sich auf eine Million Arbeitsstunden und umfassen Beschäftigte und Auftragnehmer. Das ICMM gibt an, seine Mitglieder "represent approximately one third of the global mining and metals industry". Die Mitglieder sind verpflichtet, ihre Sicherheitskennzahlen in der eigenen Berichterstattung auszuweisen; für die Summe veröffentlicht das ICMM keine unabhängige Prüfaussage. ↩
  46. Internationale Arbeitsorganisation, Mining: a hazardous work: Auf den Bergbau entfällt "only ... one percent of the global workforce", aber "about eight percent of fatal accidents at work". Alle Rohstoffe. ↩
  47. World Gold Council, Lessons learned on managing the interface between large-scale and artisanal and small-scale gold mining, März 2022, 25 Fallstudien aus 18 Ländern. Im Original: "many LSM companies have relied on security interventions to manage their interfaces with ASGM." Übersetzung Fairever. ↩
  48. Dubawa Ghana, Obuasi shooting: all the details about the killing of miners by Ghana's military, 2025. Die Angaben zur Zahl der Todesopfer unterscheiden sich zwischen den ghanaischen Streitkräften, der Regierung und dem nationalen Verband der Kleinbergleute. ↩
  49. IPIS und PAX, Mapping artisanal mining sites in the Kibali gold mine concession, 8. Dezember 2025. ↩
  50. World Gold Council, The Social and Economic Contribution of Gold Mining, Daten von 2024, veröffentlicht 2025. Selbstauskunft der Mitgliedsunternehmen. ↩
  51. Eigene Berechnung: 740,9 Millionen geteilt durch 66,4 Milliarden US-Dollar ergibt 1,12 %. ↩
  52. OECD, OECD Foreign Bribery Report: An Analysis of the Crime of Bribery of Foreign Public Officials, 2. Dezember 2014: 427 zwischen Februar 1999 und Juni 2014 abgeschlossene Fälle. "Almost two-thirds of cases occurred in only four sectors: extractive (19%); construction (15%); transportation and storage (15%); and information and communication (10%)." Die Kategorie "extractive" umfasst Öl, Gas und Bergbau zusammen, nicht den Bergbau allein. ↩
  53. Coulibaly, Foltz, Parker, Olurotimi & Traoré, The effects of mining on local poverty in developing countries: Evidence from Mali, World Development 180, 2024. ↩
  54. US-Umweltbehörde EPA, Good Samaritan Program Update, April 2026; US Government Accountability Office, Abandoned Hardrock Mines, GAO-20-238, 5. März 2020 (140.000 erfasste Objekte auf Bundesland, geschätzte 390.000 weitere noch nicht erfasst). Alle Rohstoffe. ↩
  55. Mail & Guardian, R49bn to rehabilitate 6,000 mines, 6. Dezember 2019, über eine Anhörung des Department of Mineral Resources and Energy vor einem Parlamentsausschuss am 20. November 2019. Alle Rohstoffe. ↩
  56. Eigene Berechnung: 49 Milliarden Rand geteilt durch 120 Millionen Rand im Jahr ergibt rund 408 Jahre, vor Inflation und ohne neu hinzukommende Standorte. ↩
  57. Harries, Woinarski, Rumpff, Gardener & Erskine, Characteristics and gaps in the assessment of progress in mine restoration, Restoration Ecology 32(1), 2024: 712 Publikationen aus 54 Ländern, 1970–2021. ↩
  58. Moody’s Ratings, berichtet bei Mining.com, Top miners' reclamation obligations could surpass industry's total debt by 2033, 23. September 2024. Erfasst 24 große Bergbauunternehmen über alle Rohstoffe. ↩
  59. UNEP Global Mercury Partnership, Artisanal and Small-Scale Gold Mining (ASGM), unter Berufung auf das Global Mercury Assessment 2018. ↩
  60. Human Rights Watch, Toxic Toil: Child Labor and Mercury Exposure in Tanzania's Small-Scale Gold Mines, 28. August 2013. ↩
  61. Pellerin & Ummel, Illicit Gold Flows and Tax Evasion in Eight ATI Partner Countries, International Tax Compact / GIZ, September 2025. ↩
  62. IRMA, IRMA Standard for Responsible Mining, Governance, Independent Assessments und Mining Engagement, sämtlich abgerufen im September 2026. Das Verzeichnis abgeschlossener Prüfungen umfasst Eisen, Graphit, Lithium, Titan und weitere Rohstoffe; Gold erscheint nur als Beiprodukt an Platingruppenmetall-Betrieben, von denen keiner eine abgeschlossene Prüfung hat. ↩
  63. World Gold Council, Responsible Gold Mining Principles, abgerufen im September 2026: "The World Gold Council does not verify or evaluate a company’s conformance with the Responsible Gold Mining Principles or the work of any assurance provider." Übersetzung Fairever. ↩
  64. Equinox Gold, 2025 Report on the Implementation of the Responsible Gold Mining Principles, 21. Mai 2026. Die Prüfung erfolgte mit begrenzter Sicherheit nach ISAE 3000 (Revised). Wir zitieren diesen Bericht, weil das Unternehmen seine Konformitätsaufschlüsselung veröffentlicht hat, was die meisten Mitglieder nicht tun. ↩
  65. ICMM, Assurance and Validation Procedure, abgerufen im September 2026. Im Original: "there is no overall outcome for a given asset." Übersetzung Fairever. ↩
  66. Consolidated Mining Standard Initiative, News & Media und FAQs, abgerufen im September 2026. Die Initiative erwartet den Abschluss für 2026 und rechnet mit einer Abdeckung von knapp 100 Bergbauunternehmen an rund 600 Standorten in etwa 60 Ländern. ↩
  67. International Cyanide Management Institute, Frequently Asked Questions und Global Recognition, abgerufen im September 2026: "over 100 industrial mines are certified in compliance with the Cyanide Code, and collectively those operations account for more than half of the world’s gold produced by commercial industrial primary gold mines." Das Institut weist zugleich darauf hin, dass es als freiwilliges Programm über den Entzug der Zertifizierung hinaus "cannot impose penalties". IRMA, Standard chapter 4.7 Cyanide, 2018, Anforderung 4.7.1.1, macht die Zertifizierung für in Frage kommende Betriebe verbindlich. ↩
  68. ICMM, Tailings Progress Report, 5. November 2025, Datenstand August 2025: "Out of the total of 836 ICMM member facilities, 67 per cent are in full conformance with the GISTM, while 33 per cent remain in partial conformance." ↩
  69. Responsible Jewellery Council, Code of Practices, Fassung 2024, in Kraft seit 1. Januar 2025. Die bergbauspezifischen Bestimmungen sind COP 32 bis 45. ↩
  70. Global Witness, Global Witness leaves Kimberley Process, 2. Dezember 2011; IMPACT, "Consumers are Being Sold Something That's Not Real", 14. Dezember 2017. Der Kimberley-Prozess definiert Konfliktdiamanten als Rohdiamanten, die "used illegally by rebel or insurgent groups … to undermine or threaten legitimate governments" werden – was Übergriffe staatlicher Kräfte ausschließt. Übersetzung Fairever. ↩
  71. Rapaport, Kimberley Process Fails to Expand Conflict-Diamond Definition, 23. November 2025, zur Vollversammlung in Dubai. Der World Diamond Council hatte vorgeschlagen, die Definition auf Gewalt durch Milizen, Söldner und organisierte kriminelle Netzwerke auszuweiten; ein Konsens kam nicht zustande. ↩
  72. Minerals Council South Africa, We remember Vaal Reefs, zum Unglück vom 10. Mai 1995 und dem daraufhin erlassenen Mine Health and Safety Act 29 von 1996. ↩
  73. Mining.com, Ten years after Mount Polley dam breach, 15 charges laid, Dezember 2024. Mount Polley ist ein Kupfer-Gold-Betrieb. ↩
  74. Zenith Energy, Bellevue Gold, zum Hybridkraftwerk im kommerziellen Betrieb seit Mai 2024, errichtet mit Tjiwarl Contracting Services über das Gemeinschaftsunternehmen Tjiwarl Katu Power; RenewEconomy, Remote gold mine sources 88 pct of its power needs in last quarter from wind, solar and battery, 20. Januar 2026 (87,8 % im Quartal); pv magazine, Off-grid mine goes 155 consecutive hours on 100 % renewable energy, 22. Juni 2026. Die Leistungsangaben weichen zwischen Betreiber und späterer Berichterstattung leicht voneinander ab und sind hier gerundet wiedergegeben. Der Betreiber gibt außerdem an, für 2025 Net Zero bei Scope 1 und 2 erreicht zu haben, teils über zugekaufte Kompensationen; auf diese Angabe stützen wir uns hier nicht. ↩
  75. Mining Weekly, AngloGold completes Australia's largest hybrid power system at Tropicana, 31. März 2025. Unternehmensangaben; AngloGold Ashanti nennt auf der eigenen Website eine abweichende Anlagenleistung, die Leistungsangaben sind daher als Näherung zu lesen. ↩
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