In den grünen Hügeln von Huila in Kolumbien steigen Kaffeebauern unter Tage, um Gold abzubauen – nach dem Fairmined Standard, geprüft jedes Jahr seit 2014. Ihre Kooperative betreibt die Iquira Goldmine, bereitet das Erz ohne Quecksilber auf und investiert ihre Fairmined Prämie in sicherere Stollen, Wohnraum und Fürsorge. So sieht verantwortungsvoller Kleinbergbau in der Praxis aus – und Gold aus Iquira steckt im Friedensnobelpreis.
Das Wichtigste in Kürze
- Kaffeebauern haben die Iquira Goldmine gegründet. Elf Bergleute riefen die Kooperative 2004 ins Leben; viele wechseln bis heute zwischen Stollen und Kaffeefeld.
- Fairmined-zertifiziert, jedes Jahr seit 2014. Laut ARM hält keine Mine die Fairmined-Zertifizierung länger.
- Kein Quecksilber, Zyanid im Griff. Iquira hat das Quecksilber mit seiner ersten Fairmined Prämie abgeschafft und arbeitet in geschlossenen Kreisläufen.
- Die Fairmined Prämie finanziert Sicherheit, Wohnraum und Fürsorge. Sie zahlt für Belüftung, Schulungen in Grubenrettung, Bauland und Therapien für Kinder mit Behinderung.
- Gold für den Frieden. Die erste Friedensnobelpreis-Medaille aus Fairmined Gold stammte 2015 aus Iquira; 2016 ehrte Gold aus Iquira den Friedensprozess in Kolumbien.
Inhaltsverzeichnis
- Iquira auf einen Blick
- Vom Kaffeefeld in den Stollen
- Unten Gold, oben Kaffee
- In der Iquira Goldmine
- Warum Iquira Gold verantwortungsvoll ist
- Wohin fließt die Fairmined Prämie?
- Chancengleichheit in Iquira
- Friedensnobelpreis, Olympia und Goldene Palme
- Warum Iquira ein Vorbild für die Region ist
- Iquira Gold bei Fairever
- FAQs: Die Iquira Goldmine, Kolumbien
- Das Wichtigste zum Mitnehmen
- Quellen
Iquira auf einen Blick
| Name | Cooperativa Multiactiva Agrominera del Municipio de Íquira1 |
| Lage | Bei Íquira; Büro in Pacarní (Tesalia); Huila, Südwest-Kolumbien |
| Typ | Gold-Kleinbergbau, kombiniert mit Kaffeeanbau |
| Organisation | Kooperative mit 35 Mitgliedern (2023)2 |
| Gegründet | April 2004, von 11 Bergleuten |
| Beschäftigte | 137 Arbeitsplätze (2023)2 |
| Produktion | Rund 2 kg Fairmined Gold pro Monat (2022, eigene Schätzung), dazu kleine Mengen Fairmined Silber3 |
| Abbaumethode | Untertagebau auf Erzgängen in 18 Minen4 |
| Aufbereitung | 6 Aufbereitungsanlagen; Schwerkraftanreicherung und Zyanidlaugung in geschlossenen Kreisläufen; kein Quecksilber |
| Zertifizierung / Prüfung | Fairmined Gold (seit 2014) und Fairmined Silber; jährliches Audit durch eine unabhängige Zertifizierungsstelle; Fairmined-ID CO100035 |
| Status | Fairmined-zertifiziert (September 2026) |
| Bedeutung | Längste Fairmined-Zertifizierung; Gold für den Friedensnobelpreis, den Olympic Laurel und die Goldene Palme; Partnermine von Fairever |
Vom Kaffeefeld in den Stollen
Seit Generationen leben die Familien rund um Íquira vom Kaffee. Um 1999 begannen einige von ihnen, goldführenden Gängen in die Hügel hinter ihren Höfen zu folgen.6 Die Anfänge waren hart, wie sich die Bergarbeiterin Mercedes Arias Martínez erinnert:
„Am Anfang haben wir bei Kerzenlicht gearbeitet, weil es keinen Strom gab.“ – Mercedes Arias Martínez7
Im April 2004 gründeten elf Bergleute in Íquira, Kolumbien, die Cooperativa Multiactiva Agrominera del Municipio de Íquira.2 „Multiactiva“ bedeutet, dass die Mitglieder mehr als einer Tätigkeit nachgehen. Die Kooperative besitzt einen eingetragenen Bergbautitel und die offiziellen Genehmigungen.8
2014 wurde die Kooperative als erste Organisation im regionalen Fairmined-Projekt von ARM und der Interamerikanischen Entwicklungsbank zertifiziert.9 Im Dezember desselben Jahres ging der erste Export hinaus: 1.200 Gramm Gold.6 Für den gesetzlichen Vertreter José Ignacio Pérez ist klar, warum das gelang:
„Ohne die Zertifizierung hätte die Kooperative all das, was sie erreicht hat, nicht erreichen können.“ – José Ignacio Pérez10
Unten Gold, oben Kaffee
Fairever-Gründer Florian Harkort kennt die Kooperative aus eigener Anschauung. Zum ersten Mal war er 2018 mit ARM dort, wie er in Warum es Fairever gibt erzählt. Im Dezember 2021 kam er mit dem Hamburger Goldschmied Jan Spille und einem Team des ZDF zurück, das die Reportage plan b: Gold und Glitzer drehte.11
„Jedes Mal, wenn ich nach Iquira komme, beeindruckt mich, wie versteckt die Mineneingänge zwischen den Kaffeepflanzen liegen. Je nach Saison arbeiten dieselben Menschen als Bergleute oder auf den Kaffeefeldern. Für mich ist das ein Paradebeispiel nachhaltiger Entwicklung: Die Familien stehen auf mehreren Beinen, und die Wirtschaft der Region wird vielfältiger.“ – Florian Harkort, Gründer von Fairever
Das hier ist Kaffeeland. Íquira liegt auf rund 1.400 Metern, zählt 9.248 Einwohner:innen und lebt vor allem vom Kaffee.12 Huila ist Kolumbiens wichtigstes Kaffee-Departamento und brachte 2025 19,65 % der landesweiten Ernte ein.13
Rund um die Iquira Goldmine ist Gold ein zweites Einkommen, kein Ersatz für die Landwirtschaft. Viele Mitglieder wechseln je nach Saison zwischen Mine und Kaffeefeld;8 die Familien bauen außerdem Bananen, Maniok und Kochbananen an und halten Vieh.97 Für ARM ist Iquira der Beweis, dass Landwirtschaft und Goldbergbau nebeneinander bestehen können:9 zwei Einkommen statt einem, und Bergbau ohne Quecksilber.
In der Iquira Goldmine
Untertagebau auf Erzgängen
Die Iquira Goldmine arbeitet unter Tage entlang von Erzgängen im Gestein. Die Bergleute folgen den Gängen mit gezielt gesetzten Sprengladungen und Meißeln in den Berg. 2014 zählten US-amerikanische Schmuckschaffende bei einem Besuch 13 aktive, gut belüftete Stollen von jeweils rund 100 Metern Länge.14
Der Weg aus dem Quecksilber
Die Kooperative bereitet ihr Gold ohne Quecksilber auf. Das ist wichtig: Der Gold-Kleinbergbau ist die größte menschengemachte Quecksilberquelle der Welt und verursacht 37,7 % der weltweiten Emissionen in die Luft.15 Quecksilber reichert sich in Fischen und Menschen an, wie unser Überblick zu Gold-Bergbau und Umweltzerstörung zeigt.
Bei der Zertifizierung 2014 nutzte die Kooperative noch Quecksilber, allerdings mit Retorten und einem Ausstiegsplan.16 Sie steckte 60 % ihrer ersten Fairmined Prämie in die Aufbereitungsanlagen und senkte den Quecksilbereinsatz um 80 %.17 Im September 2015 lag er nur noch bei 5 %.6 Laut ARM stieg sie ganz aus, bevor das kolumbianische Verbot im Juli 2018 in Kraft trat.41819
Zyanid im Griff
Heute gewinnt die Mine ihr Gold durch Schwerkraftanreicherung und Zyanidlaugung, in geschlossenen Kreisläufen, aus denen nichts in die Flüsse gelangt.46 Absetz- und Neutralisationsbecken behandeln das Prozesswasser,10 und der Fairmined Standard schreibt die Entgiftung des Zyanids vor und verbietet, Rückstände in Gewässer einzuleiten.20
Zyanid ist das kleinere Übel. Es baut sich in der Umwelt ab und reichert sich nicht in der Nahrungskette an.21 Außerdem holt es deutlich mehr Gold aus dem Erz: oft rund 90 %, während die Amalgamierung des gesamten Erzes mit Quecksilber selten mehr als 30 % schafft.22 Unsachgemäß eingesetzt kann Zyanid allerdings Flüsse und Wasserlebewesen schädigen.21 Die geschlossenen Kreisläufe der Mine verhindern genau das.
Warum Iquira Gold verantwortungsvoll ist
Iquira Gold ist verantwortungsvolles Gold, weil sich jeder Schritt dahinter überprüfen lässt. Es ist Fairmined-zertifiziert und wird jedes Jahr unabhängig geprüft, es wird ohne Quecksilber und mit Zyanid in geschlossenen Kreisläufen aufbereitet, und die Bergleute erhalten einen fairen Preis plus eine Prämie, die sie selbst investieren. Zusammen mit dem zweiten Einkommen aus dem Kaffee macht das Iquira zu einem Motor nachhaltiger Entwicklung in Huila: mit Arbeitsplätzen, Wohnraum, Schulbildung und Fürsorge in der Region.
Der Standard hat kolumbianische Wurzeln: Seine Wurzeln liegen in Oro Verde, einem Pionierprogramm afrokolumbianischer Bergleute, das die Alliance for Responsible Mining (ARM) inspirierte.
Jedes Jahr geprüft, seit 2014
Die Kooperative hat ihre Fairmined-Zertifizierung seit 2014 jedes Jahr erneuert.2 Eine unabhängige Zertifizierungsstelle prüft die Kooperative nach dem Fairmined Standard. 2018 wurde sie die erste Kleinbergbau-Organisation, die viermal in Folge rezertifiziert wurde.2319
Schutz für Wasser, Wald und Boden
Die Iquira Goldmine schützt die Umwelt rund um ihre Stollen – Wasser, Wald und Boden. Der Anspruch der Kooperative: „Uns zeichnet ein zu 100 % sauberer und umweltfreundlicher Bergbau aus.“1 Konkret heißt das, wie ARM dokumentiert:
- Kein Quecksilber in den Aufbereitungsanlagen.8
- Wasserkreisläufe sowie Absetz- und Neutralisationsbecken für das Prozesswasser.2410
- Taubes Gestein wird für den Unterhalt der örtlichen Straßen genutzt.24
- Kein Holzeinschlag und keine Jagd im Abbaugebiet, dazu Aufforstung.8
- Wasserqualitätsmessungen und die Reinigung der Quellen neben den Minen.19
Fairer Lohn und sichere Arbeit
Fairmined garantiert einen fairen Preis plus eine Prämie: mindestens 95 % des Londoner Goldpreises und eine Fairmined Prämie von 4.000 US-Dollar pro Kilogramm Gold. Ein gewähltes Prämienkomitee entscheidet, wofür das Geld ausgegeben wird. Kinderarbeit ist verboten, und das prüfen Auditor:innen jedes Jahr direkt in der Mine.20 Die Kooperative hat ein Managementsystem für Arbeitsschutz und Gesundheit.24
Wohin fließt die Fairmined Prämie?
Die Fairmined Prämie fließt in sichereren Bergbau, die Beschäftigten und die Dörfer. In den Jahren mit veröffentlichten Zahlen lag sie zwischen rund 60.000 und 131.000 US-Dollar, im Mittel bei etwa 90.000.25
| Jahr | Fairmined Prämie | Wofür (Auswahl) |
|---|---|---|
| 2014–15 | 60.365 USD | Quecksilberfreie Anlagen, Zufahrtswege zu den Minen, Gasdetektoren17 |
| 2016 | Über 69.000 USD | Ein Mikrokreditfonds, Selbstretter, Land für taubes Gestein26 |
| 2017 | Nicht veröffentlicht | Ein Kompressor, 200 Selbstretter, Erste-Hilfe-Sets, eine Seilbahn27 |
| 2018 | Nicht veröffentlicht | Ein Sicherheitsmanagementsystem, Schulungen in Grubenrettung, das Altenheim in Íquira28 |
| 2019 | Nicht veröffentlicht | Schulungen, Unterstützung für ältere Menschen in Íquira, die Schule in Pacarní29 |
| 2020 | Nicht veröffentlicht | Luftmessgeräte, Sauerstoff-Selbstretter, eine Wasserstudie30 |
| 2021 | Rund 131.000 USD | Wasserstudien, Abfalllager, 130 Schulsets, ein Gesundheitsposten für 300 Menschen19 |
| 2022 | 98.652 USD | Fünf Aufbereitungsanlagen, Bauland für Beschäftigte, Straßen und Schulbildung für 800 Menschen31 |
| 2023 | Nicht veröffentlicht | Belüftung in vier Minen, Grubenrettungs-Schulungen, das Bauland, Therapien für 14 Kinder2 |
Sicherheit geht vor. Von 2020 bis 2023 steckte die Kooperative 70–85 % ihrer Prämie in den Bergbaubetrieb, im Mittel rund 75 %.32
Danach kommt das Wohnen. 2022 kaufte die Kooperative einen Hektar Land für ein Wohnprojekt für mindestens 120 Familien; 2023 leistete sie die erste Zahlung, und 106 Beschäftigte bewarben sich.312
Und die Fürsorge: Corazones de Oro, „Goldene Herzen“, ist Iquiras eigene Initiative für Kinder mit Behinderung, entstanden mit der Fairmined Prämie.33 2023 erhielten 14 Kinder und Jugendliche aus Dörfern bei Pacarní vier Monate lang Sprach-, Gebärdensprach- und Psychomotorik-Therapie.2 2025 finanzierten Fairmined Credits das Programm für sechs Monate, mit Lehrkräften aus der Gemeinschaft.33 Jeder Credit bringt der gewählten Mine 4 US-Dollar Prämie.4
Chancengleichheit in Iquira
In der Kooperative gelten für Frauen und Männer dieselben Regeln. 2022 waren 19 der 115 Beschäftigten der Kooperative Frauen.31 Der Fairmined Standard verlangt, dass Bergarbeiterinnen im Prämienkomitee vertreten sind, und schließt Schwangere und Stillende von jeder Arbeit mit Zyanid oder Quecksilber aus.20
Mercedes Arias Martínez ist eine der Bergarbeiterinnen von Iquira. Sie räumt, wie ARM schreibt, „mit dem Glauben auf, Bergbau sei nur etwas für Männer“.7 Kompressoren haben die Arbeit technischer gemacht, und das eröffnet aus ihrer Sicht neue Möglichkeiten.7
„Es gibt den Mythos, dass Frauen nicht in die Stollen dürfen, weil sonst das Gold verschwindet. Bei mir war das nie so – ich habe immer gearbeitet. Mit der Zertifizierung spielen wir alle im selben Team und erfüllen alle dieselben Vorgaben.“ – Mercedes Arias Martínez7
Friedensnobelpreis, Olympia und Goldene Palme
Die Medaille des Friedensnobelpreises ist aus Fairmined Gold – und angefangen hat es mit Iquira. Seit 2015 wird die Medaille aus 18 Karat Gold mit Gold aus Fairmined-zertifizierten Minen in Kolumbien und Peru gefertigt.3435
Die erste Nobelmedaille aus Fairmined Gold
2015 wurde die Friedensnobelpreis-Medaille zum ersten Mal aus Fairmined Gold geprägt, und das Gold kam aus Iquira. Ausgezeichnet wurde in jenem Jahr das tunesische Quartett für den nationalen Dialog, für seinen Beitrag zum Aufbau der Demokratie nach der Revolution von 2011.3637 In Huila löste die Nachricht Stolz aus:
„Wir sind stolz, dass der Friedenspreis aus dem Gold unserer Kooperative besteht. Das ist eine enorme internationale Anerkennung, mit der wir der Welt zeigen können, dass verantwortungsvoller Bergbau möglich ist.“ – Luis Alfredo González, Kooperative von Íquira36
Frieden für Kolumbien, Gold aus Huila
Ein Jahr später kam der Preis nach Hause. 2016 ehrte das Nobelkomitee Kolumbiens Präsidenten Juan Manuel Santos für seinen Einsatz, mehr als 50 Jahre Bürgerkrieg zu beenden. Der Krieg hatte mindestens 220.000 Menschen das Leben gekostet und fast sechs Millionen vertrieben.38 Die Medaille für Santos entstand aus Fairmined Gold von Iquira und von Coodmilla, einer Kooperative in Nariño, einer vom bewaffneten Konflikt schwer getroffenen Region.39 Samlerhuset, das Unternehmen hinter der Fairmined-Medaillen-Initiative, nannte das „einen doppelten Gewinn für Kolumbien“.40
Hier schließt sich der Kreis: Santos handelte das Friedensabkommen mit der FARC-Guerilla aus, und legale, geprüfte Minen wie Iquira helfen, dass es hält. Rund 60 % des kolumbianischen Alluvialgold-Abbaus finden außerhalb des Rechtsrahmens statt und finanzieren oft organisierte Kriminalität, wie ein UN-Bericht 2016 feststellte.41 Iquira arbeitet mit legalem Bergbautitel, jährlichem Audit und einer Prämie für die Bergleute. Fairmined nennt verantwortungsvollen, formalisierten Kleinbergbau „eine Chance zur Friedensförderung für die kolumbianische Gesellschaft und den Staat“.39
Olympic Laurel und Goldene Palme
Gold aus Iquira krönt auch Sport und Film. 2016 schuf das Internationale Olympische Komitee den Olympic Laurel, eine Trophäe aus Fairmined Gold, die bei jeder Eröffnungsfeier der Spiele verliehen wird; die erste ging an den kenianischen Läufer Kip Keino.42 Laut ARM enthält sie seit 2016 Gold aus Iquira.43 Chopard fertigt die Goldene Palme der Filmfestspiele von Cannes seit 2014 aus „ethischem Gold“44 – 2015 und 2021 mit Fairmined Gold aus Iquira.3943
Warum Iquira ein Vorbild für die Region ist
Iquira ist ein Bezugspunkt für verantwortungsvollen Bergbau in Kolumbien. Fairmined nennt die Kooperative „ein wegweisendes Beispiel für beste Praxis im verantwortungsvollen Bergbau in Kolumbien“.39 Im Juli 2019 empfing sie Bergbau-Organisationen aus sechs anderen Gemeinden, um ihre Erfahrungen zu teilen.29 Vor Ort ist die Kooperative nicht wegzudenken:
„Hier hängen achtzig Prozent der Gemeinden von der Kooperative ab, vom Bergbau.“ – José Ignacio Pérez10
Iquira Gold bei Fairever
Wir haben eine aktive Partnerschaft mit der Kooperative und kaufen regelmäßig ihr Fairmined Gold. Der Fairmined Standard verlangt, zertifiziertes Gold getrennt zu halten; wir trennen es zusätzlich, so weit wie möglich, nach Mine. Stammt euer Fairmined Gold aus der Iquira Goldmine, stehen die Mine und ihre Fairmined-ID CO10003 auf dem Etikett.
Iquira fördert außerdem etwas Fairmined Silber, das wir von Zeit zu Zeit einkaufen und anbieten. Mehr zu Fairmined Silber und dazu, was ihr euren Kund:innen sagen könnt, in unserem Leitfaden zu Fairmined Produkt-Claims.
FAQs: Die Iquira Goldmine, Kolumbien
Wo liegt die Iquira Goldmine?
Die Iquira Goldmine liegt bei der Stadt Íquira, Kolumbien, im Departamento Huila, der wichtigsten Kaffeeregion des Landes.
Ist Iquira Gold Fairmined-zertifiziert?
Ja, seit 2014 jedes Jahr, für Fairmined Gold und Fairmined Silber. Die Fairmined-ID lautet CO10003.
Verwendet die Iquira Mine Quecksilber?
Nein. Iquira ist nach der Zertifizierung 2014 aus dem Quecksilber ausgestiegen und arbeitet heute mit Schwerkraftanreicherung und Zyanid in geschlossenen Kreisläufen.
Wurde der Friedensnobelpreis mit Gold aus Iquira gefertigt?
Ja. Die Medaille von 2015, die erste aus Fairmined Gold, stammte aus Iquira, und auch die Medaille für Juan Manuel Santos 2016 enthielt Gold aus Iquira. Dasselbe gilt für den Olympic Laurel und die Goldene Palme.
Kann ich Gold aus Iquira kaufen?
Ja. Fairever kauft regelmäßig Fairmined Gold aus der Iquira Goldmine, mit der Mine und ihrer Fairmined-ID auf dem Etikett.
Das Wichtigste zum Mitnehmen
In aller Kürze ...
- Goldbergbau und Kaffeeanbau passen zusammen. In Iquira, Kolumbien, bringen die Minen den Bauernfamilien ein zweites Einkommen.
- Der Ausstieg aus dem Quecksilber ist machbar. Iquiras erste Fairmined Prämie floss in quecksilberfreie Aufbereitungsanlagen.
- Legaler, geprüfter Bergbau stützt den Frieden. Wo illegales Gold Kriminalität finanziert, ist das Gold aus Iquira genehmigt und wird jedes Jahr geprüft.
- Fragt nach Gold mit dem Namen einer Mine. Bei Fairmined Gold aus Iquira kennt ihr die Kooperative dahinter – eine Geschichte, die ihr euren Kund:innen weitererzählen könnt.
Werdet aktiv, seid der Wandel!
Gold aus einer benannten Mine gibt eurem Schmuck eine Geschichte, die sich erzählen lässt. Auf dem Etikett unserer Fairmined Produkte, vom Feingold-Granulat bis zu legiertem Draht, Blech und Gussteilen, stehen die Herkunftsmine und ihre Fairmined-ID. Entdeckt unser Fairmined Gold Sortiment.
Weitere Leseempfehlungen
- Preis, Prämie und Regeln von zertifiziertem Kleinbergbau-Gold: Was ist Fairmined Gold?
- Wonach Iquira jedes Jahr geprüft wird: der Fairmined Gold Standard.
- Weitere Minen hinter unserem Gold: verantwortungsvolle Goldminen und unsere Partnerminen.
Quellen
- Cooperativa Multiactiva Agrominera de Íquira, Website, abgerufen im September 2026. Originalzitat: „Nos caracterizamos por una minería 100% limpia y amigable con el medio ambiente.“ Übersetzt durch Fairever. ↩
- Alliance for Responsible Mining, Fairmined Premium Report 2023, 2025, S. 17–23. ↩
- Eigene Schätzung. 2022 erhielt Iquira eine Fairmined Prämie von 98.652 US-Dollar (Fußnote 31). Beim Standardsatz von 4.000 US-Dollar pro Kilogramm (Fußnote 20) entspricht das 98.652 ÷ 4.000 ≈ 24,7 kg als Fairmined verkauftem Gold, also 24,7 ÷ 12 ≈ 2,1 kg pro Monat, gerundet rund 2 kg. Die Schätzung erfasst nur als Fairmined verkauftes Gold. ↩
- Alliance for Responsible Mining, Fairmined Credits – Communications and Mine Profiles, 2025. ARM datiert das kolumbianische Quecksilberverbot auf 2015; im Bergbau trat es im Juli 2018 in Kraft (Fußnote 18). ↩
- Fairever, eigene Information aus den Zertifikaten der Kooperative, September 2026; Fairmined, Fairmined certified gold mining organizations and communities, abgerufen im September 2026. ↩
- La Nación (Neiva), Mineros de Íquira exportan el mejor oro de Colombia, 13. September 2015. ↩
- Alliance for Responsible Mining, Community story: Mercedes Arias Martínez, 4. September 2019. Originalzitate: „At the beginning we worked using candlelight because there was no electricity.“ – „demystifying the belief that mining is only for men“ – „There is a myth that women cannot enter the tunnels because they make the gold disappear. That was not my case – I always worked. With the certification, we all play on the same side and we all meet the same parameters.“ Übersetzt durch Fairever. ↩
- Fairmined, Iquira, Community-Profil, abgerufen im September 2026. ↩
- Fairmined, Coffee Beans and Gold Nuggets – New Fairmined certified mining cooperative in Colombia, 18. September 2014. ↩
- Fairmined, Iquira Mining Organization: Pioneers in Ethical Mining, 7. September 2021. Originalzitate: „If it had not been for the certification, the Cooperative would not have been able to achieve all that it has achieved.“ – „Here eighty percent of the communities depend on the Cooperative, on mining.“ Übersetzt durch Fairever. ↩
- Jan Spille, Bergbaureise Kolumbien, 2021. Der Besuch 2018: Fairever, eigene Information. ↩
- Wikipedia (spanisch), Íquira, abgerufen im September 2026. ↩
- Gobernación del Huila, Celebramos el posicionamiento del Huila como primer productor de café del país, 14. November 2025 (Zahlen der Federación Nacional de Cafeteros). ↩
- Bario Neal, Iquira-ARM Fairmined Gold Workshop, Part 2: Mining Conditions, 2014. ↩
- UN-Umweltprogramm (UNEP), Global Mercury Assessment 2018, 2019. ↩
- Alliance for Responsible Mining, Experiences in the production of gold with small-scale mining cooperatives of Peru, Bolivia and Colombia, Februar 2019. ↩
- Alliance for Responsible Mining, Our Impact – ARM’s impact on artisanal and small-scale mining 2014–2016, 2017, S. 11–14. ↩
- Ministerio de Ambiente y Desarrollo Sostenible (Kolumbien), Ley 1658 de 2013, abgerufen im September 2026. ↩
- Alliance for Responsible Mining, Fairmined Premium Report 2021, 2022, S. 19–26. Der Bericht druckt die erhaltene Prämie als „131,318,988 USD“; da die investierten 106.690 US-Dollar den genannten 81 % entsprechen (106.690 ÷ 131.319 = 81,2 %), lesen wir 131.318,99 US-Dollar. ↩
- Alliance for Responsible Mining, Fairmined Standard for Gold from Artisanal and Small-Scale Mining, including Associated Precious Metals, Version 2.0, 2014, Abschnitte 2.1.7, 2.1.9, 2.1.10, 3.6, 4.1.1–4.1.2, 5.2.1, 5.2.5. ↩
- Nyamunda, Review of the Impact on Water Quality and Treatment Options of Cyanide Used in Gold Ore Processing, IntechOpen, 2017. ↩
- UNEP / Artisanal Gold Council, Reducing Mercury Use in Artisanal and Small-Scale Gold Mining: A Practical Guide, 2012. ↩
- Alliance for Responsible Mining, Congratulations to the Cooperativa Multiactiva Agrominera of Íquira!, 17. Juli 2018. ↩
- Fairmined, Iquira mining organization: an example that responsible mining is possible, 8. April 2021. ↩
- Eigene Berechnung aus den vier Jahren mit veröffentlichten Beträgen: 60.365 US-Dollar (2014–15, Fußnote 17), über 69.000 (2016, Fußnote 26), rund 131.319 (2021, Fußnote 19) und 98.652 (2022, Fußnote 31). Mittelwert (60.365 + 69.000 + 131.319 + 98.652) ÷ 4 = 89.834, gerundet rund 90.000; da der Wert für 2016 eine Untergrenze ist, liegt der tatsächliche Mittelwert etwas höher. Für 2017–2020 und 2023 hat ARM keine Beträge veröffentlicht. ↩
- Alliance for Responsible Mining, Informe Premio 2016, 2017. ↩
- Alliance for Responsible Mining, Fairmined Premium Use Report 2017, 2018, S. 35–36. ↩
- Alliance for Responsible Mining, Fairmined Premium Report 2018, 2019, S. 28–29. ↩
- Fairmined, An encounter to strengthen responsible mining, 2019. ↩
- Alliance for Responsible Mining, Fairmined Premium Report 2020, 2021. ↩
- Alliance for Responsible Mining, Fairmined Premium Report 2022, 2023, S. 30–40. ↩
- Eigene Berechnung aus den Anteilen für die Stärkung der Bergbau-Organisation: 70 % (2020, Fußnote 30), 75 % (2021, Fußnote 19), 71 % (2022, Fußnote 31) und 85 % (2023, Fußnote 2). Mittelwert (70 + 75 + 71 + 85) ÷ 4 = 75,25 %, gerundet rund 75 %. ↩
- Alliance for Responsible Mining, Annual Report 2025, 2026, S. 41. ↩
- Fairmined, Fairmined gold shines again with the Nobel Peace Prize medal, 25. November 2019. ↩
- The Norwegian Nobel Institute, The medal, abgerufen im September 2026. ↩
- Fairmined, Nobel Peace Prize made out of Fairmined gold, 3. Dezember 2015. Originalzitat: „We are proud that the Peace Prize is made of gold from our cooperative. This is a huge international acknowledgement that allows us to show the world that responsible mining is possible.“ Übersetzt durch Fairever. ↩
- Norwegisches Nobelkomitee, The Nobel Peace Prize for 2015, 9. Oktober 2015. ↩
- Norwegisches Nobelkomitee, The Nobel Peace Prize for 2016, 7. Oktober 2016. ↩
- Fairmined, The Nobel Peace Prize Medal Shines Bright With Colombian Fairmined Gold, 10. Dezember 2016. Originalzitate: „a peace-building opportunity for Colombian society and the State“ – „a pioneering example of best practice for responsible mining in Colombia“. Übersetzt durch Fairever. ↩
- Samlerhuset, Fairmined, abgerufen im September 2026. Originalzitat: „a double win for Colombia“. Übersetzt durch Fairever. ↩
- Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), New Colombia report sheds light on link between gold extraction and criminal activities, 9. August 2016. ↩
- Fairmined, The Olympic Laurel: A new trophy made of Fairmined Gold, 13. August 2016. ↩
- Fairmined, ARM recognizes the mining organization of Iquira for the 6th consecutive year applying responsible gold mining, 8. Oktober 2021. ↩
- Chopard, Sustainability milestones, abgerufen im September 2026. Originalwortlaut: „ethical gold“. Übersetzt durch Fairever. ↩