Die CECOMSAP Goldmine, Peru

Wo die Luft dünn ist: Fairtrade Gold aus Ananea, Peru

Auf rund 4.700 Metern in den Anden Perus, wo die Menschen traditionell von der Alpakazucht lebten, bauen zehn Kooperativen gemeinsam als CECOMSAP Gold ab. Ein Stück die Straße hinauf liegt La Rinconada, eine berüchtigt gefährliche Goldgräberstadt. CECOMSAP zeigt, was dieselben Berge stattdessen hervorbringen können: Fairtrade Gold, unabhängig geprüft, ohne Quecksilber aufbereitet und mit einer Prämie für die Gemeinschaft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hinter der CECOMSAP Goldmine stehen zehn Kooperativen in Ananea, hoch in den Anden Perus. Der 1990 gegründete Dachverband übernimmt Compliance und Export für 348 Genossenschaftsmitglieder, die auf rund 4.700 Metern arbeiten.
  • CECOMSAP ist seit 2017 Fairtrade-zertifiziert. FLOCERT prüft die Kooperativen, und jedes Kilogramm Gold bringt ihnen zusätzlich zu mindestens 95 % des Londoner Goldpreises eine Fairtrade Prämie von 2.000 US-Dollar.
  • CECOMSAP Gold wird seit 2023 ohne Quecksilber aufbereitet – und nie mit Zyanid. Die Umstellung auf Rütteltische begann 2022. Auslöser war der Fairtrade Gold Standard, nicht das peruanische Recht.
  • Die Fairtrade Prämie finanziert sicherere Arbeit, saubereres Wasser und Unterstützung für die Gemeinschaft. Allein 2021 brachten Goldverkäufe in der Schweiz den zehn Kooperativen 1,3 Millionen Schweizer Franken an Prämien. Die dokumentierten Projekte reichen vom Speisesaal für die Bergleute bis zu Computern für Schulen.
  • Fairever kauft CECOMSAP Gold aus Peru direkt ein. Es fließt in unsere Halbzeuge und Barren aus Fairtrade Gold – mit Angabe der Mine und ihrer FLO-ID auf dem Etikett.

Inhaltsverzeichnis

CECOMSAP auf einen Blick

NameCentral de Cooperativas Mineras de San Antonio de Poto de Ananea (CECOMSAP)
StandortDistrikt Ananea, Provinz San Antonio de Putina, Region Puno, Süd-Peru; Abbau auf 4.600–4.900 Metern über dem Meeresspiegel1
TypDachverband von Kooperativen im Gold-Kleinbergbau
Organisation10 Mitgliedskooperativen mit 348 Mitgliedern (2022); die Zentrale übernimmt Compliance und Export23
Gegründet19904
Belegschaft348 Genossenschaftsmitglieder (2022);2 rund 110 Angestellte der Zentrale (2025);5 Angestellte der Mitgliedskooperativen: keine Angaben verfügbar3
ProduktionRund 30–50 kg Feingold pro Monat6
AbbaumethodeTagebau in Gletschermoränen und Seifenlagerstätten mit Hochdruckwasser, Radladern und Waschrinnen
AufbereitungSchwerkraftanreicherung auf Rütteltischen; seit 2023 ohne Quecksilber; kein Zyanid78
Zertifizierung / VerifizierungFairtrade Gold seit 2017; geprüft von FLOCERT; FLO-ID 388647
StatusFairtrade-zertifiziert (September 2026)
RelevanzFairever-Partner: regelmäßiger Direkteinkauf von Fairtrade Gold; das als Nebenprodukt anfallende Silber ist eine Quelle von Fairever ASM Silber

Gold auf 4.700 Metern: Leben in Ananea

Vom Alpakahirten zum Goldbergmann

Tomas Lopez Mamani hat als Kind in Ananea die Schafe und Alpakas seiner Eltern gehütet – „dort, wo die Luft dünn ist und das Einkommen karg“, wie die Journalistin Hildegard Willer schrieb, als sie ihn 2022 traf.2 1987 gründete er mit anderen Bergleuten die Kooperative Señor de Ananea, heute eines der zehn Mitglieder von CECOMSAP. „Meine sechs Kinder haben alle die Universität besucht und sind heute Ingenieure und Betriebswirte“, erzählte er ihr.

Seine Geschichte ist die Geschichte Ananeas. Die Menschen hier lebten traditionell von Alpakazucht und Wolle, der Goldbergbau wurde zur wirtschaftlichen Alternative.3 Heute arbeiten 34 % der Bevölkerung des Distrikts in Tätigkeiten rund um den Bergbau, und rund 85 % seiner Fläche sind mit 309 Bergbaukonzessionen belegt, so das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen.9

Wo jeder Atemzug zählt

Ananea liegt auf rund 4.700 Metern über dem Meeresspiegel,10 und die Kooperativen von CECOMSAP bauen auf 4.600 bis 4.900 Metern ab.1 In dieser Höhe beträgt der Luftdruck nur rund 55 % des Werts auf Meereshöhe. Jeder Atemzug liefert rund 45 % weniger Sauerstoff – für Besucher wie für Bergleute.11

Die Landschaft ist hoch und karg, und der Bergbau hat Spuren hinterlassen. Als swissinfo.ch 2016 vor Ort war, war ein großer Teil der Berglandschaft bereits kahl abgetragen.10 Ob sich dieser Preis lohnt, hängt davon ab, was die Menschen hier am Gold verdienen – und wie.

La Rinconada: die dunkle Seite des Andengolds

Ein Stück die Straße von Ananea hinauf liegt La Rinconada,12 auf rund 5.100 Metern laut National Geographic „die höchstgelegene Siedlung der Welt“. Dort leben 30.000 bis 50.000 Menschen, viele von ihnen nur vorübergehend. Es gibt weder Müllabfuhr noch Kanalisation und kein Krankenhaus.13

Die meisten Bergleute arbeiten dort im sogenannten Cachorreo: rund 25 Tage ohne Lohn für den Minenbesitzer, dann drei bis fünf Tage, an denen sie behalten dürfen, was sie an Erz finden. In einer Umfrage der Universität Antwerpen von 2019 waren 87,2 % der Arbeitenden „Cachorreros“, so ein von der Internationalen Arbeitsorganisation veröffentlichter Bericht. Die Polizei registrierte zwischen 2018 und 2023 insgesamt 59 Tötungsdelikte, allein 2021 waren es 18.14

Rund 2.000 junge Frauen, manche von ihnen minderjährig, arbeiten in Bars, die zugleich Bordelle sind.13 Das größere Muster beschreiben wir in unserem Überblick zu den sozialen Auswirkungen des Goldbergbaus.

Das Quecksilber trifft alle. Dämpfe aus der Goldaufbereitung in La Rinconada belasten den nahen Gletscher „Sleeping Beauty“ und damit „das Wasser, das die Bewohner zum Trinken und Kochen verwenden“.13 Im Distrikt Ananea haben Forschende Quecksilber in Wasser, Boden und Pflanzen gemessen, mit den höchsten Werten in der Nähe von Abbau- und Aufbereitungsstätten.15 Mehr dazu, wie sich Quecksilber ausbreitet: Goldbergbau und Umweltzerstörung.

Das ist kein Urteil über die Menschen, die dort arbeiten. Es zeigt, wie Goldbergbau aussieht, wenn es keine Regeln gibt, keine fairen Käufer und niemanden, der kontrolliert. CECOMSAP baut in denselben Bergen ein paar hundert Meter tiefer ab – nach ganz anderen Regeln.

Zehn Kooperativen, eine Stimme

CECOMSAP – die Central de Cooperativas Mineras de San Antonio de Poto de Ananea – besteht seit 1990.4 Ihre zehn Mitgliedskooperativen, darunter Señor de Ananea, Halcon de Oro und San Francisco, hatten 2022 zusammen 348 Mitglieder,2 im Schnitt rund 35 je Kooperative.16 Einen ähnlichen Namen trägt CECOMIP, ein eigenständiger Kooperativenverband im selben Distrikt, der nach Fairmined zertifiziert ist, nicht nach Fairtrade.17

Der Dachverband leistet, was keine kleine Kooperative allein schaffen könnte. Er unterstützt seine Mitglieder bei der Formalisierung und organisiert den Export.3 2022 wog der Compliance-Beauftragte Oscar Ccori in der Zentrale in Juliaca die Monatslieferung: zwölf Barren aus CECOMSAP Gold zu je 3 Kilogramm, jeder mit dem Siegel seiner Kooperative. „Jeder Schritt der Goldproduktion, von der Ausgrabung bis zur Schmelze, ist hier dokumentiert“, berichtete Welt-Sichten.2

Ein gepanzerter Transporter brachte das Gold dann nach Arequipa, ein Flugzeug über Lima weiter nach Zürich. Im Mehrjahresdurchschnitt schätzen wir die Förderung von CECOMSAP Gold auf 30 bis 50 Kilogramm Feingold im Monat.6

Gemeinsam lohnt sich die Zertifizierung. Nach unserer Erfahrung kann eine Kooperative mit ein paar Dutzend Mitgliedern die Kosten für Audits, Sorgfaltsprüfung und Export allein kaum tragen. Zusammen erreichen zehn Kooperativen Mengen, bei denen sich Zertifizierung und Direktverkauf ins Ausland rechnen – eine praktische Antwort auf die Hürden im Gold-Kleinbergbau.

Hortencia Quispe: eine Frau an der Spitze

Die kaufmännische Leiterin von CECOMSAP ist eine Frau: Hortencia Quispe.7 Bevor sie zu CECOMSAP kam, verantwortete sie zehn Jahre lang die Fairtrade-Exporte einer Kaffeekooperative im Regenwald von Puno. Dann überzeugte sie die Goldgenossenschaften von den Vorteilen des fairen Handels.2

Das ist alles andere als selbstverständlich. Über alle Rohstoffe hinweg stellen Frauen rund ein Drittel der Beschäftigten im Kleinbergbau weltweit, landen aber oft in schlecht bezahlten Tätigkeiten, so die Weltbank.18 Auch in Ananea finden Frauen vermehrt Jobs „in der einstigen Männerdomäne“, etwa als Verantwortliche für das Umweltmanagement, wie ein Bericht über CECOMSAP von 2022 festhält.19

Wie CECOMSAP sein Gold abbaut

Tagebau in Gletschermoränen

CECOMSAP baut Gold ab, das Gletscher aus den Bergen gemahlen und in Moränen und Schotter zurückgelassen haben. Die Kooperativen arbeiten in Tagebauen entlang der Viscachani-Moräne am Fluss Ananea-Grande und in nahen Seifenlagerstätten. Sie lösen den Schotter mit Hochdruckwasser, bewegen ihn mit Radladern und waschen ihn über Rinnen, in denen sich die schweren Goldpartikel absetzen.20 Das Wasser wird in Sedimentationsbecken aufgefangen, in denen sich die Schwebstoffe in mehreren Stufen absetzen, sodass es wiederverwendet werden kann.8

Vom Quecksilber zum Rütteltisch

Früher trennten die Kooperativen das Gold mit Quecksilber.2 Bis 2021 setzte CECOMSAP Quecksilber nur unter kontrollierten Bedingungen und bei kleinen Mengen hochkonzentrierten Materials ein, Zyanid nie. Ab 2022 wurde die Produktion so umgestellt, dass kein Quecksilber mehr nötig ist.8 Seit 2023 gewinnen alle zehn Kooperativen ihr Gold ohne Quecksilber, auf elektrisch betriebenen gravimetrischen Rütteltischen.197

Treiber war nicht das Gesetz. In Peru gibt es bis heute kein Quecksilberverbot im Kleinbergbau; ein Gesetzentwurf für einen Ausstieg binnen fünf Jahren hat im März 2026 erst einen Kongressausschuss passiert.21 Den Unterschied machte der Fairtrade Gold Standard. Seine Anforderung 3.2.1 verpflichtet zertifizierte Minen, kein Quecksilber einzusetzen, „wenn die Goldgewinnung ohne Quecksilber wirtschaftlich und technisch möglich ist“.22 Bei CECOMSAP machten Schwerkraftverfahren es möglich.

So funktioniert der Standard: Er schließt Kleinbergleute nicht aus, sondern gibt ihnen eine klare Richtung vor und überprüft ihre Fortschritte. Das ist wichtig, denn der Gold-Kleinbergbau verursacht 37 % der jährlich rund 2.200 Tonnen Quecksilber, die in Luft, Wasser und Boden gelangen.23 In Flüssen wird Quecksilber zu Methylquecksilber, das sich in Fischen und Meeresfrüchten anreichert.24 Gold, das auf Rütteltischen gewonnen wird, trägt dazu nichts bei.

Der Dammbruch 2021 – und was folgte

Am Samstag, dem 27. November 2021, brach der Damm eines Sedimentationsbeckens bei San Antonio, einer der Mitgliedskooperativen von CECOMSAP, nach ungewöhnlich langen und starken Regenfällen. Schlamm beschädigte mehrere Häuser in Ananea und die Straße nach La Rinconada, die schon am Vortag durch Regen schwer getroffen war. Niemand wurde verletzt, und im Becken befanden sich weder Quecksilber noch Zyanid, so Fairtrade Max Havelaar.8 „Für uns ist das ein technischer Fehler“, sagte der CECOMSAP-Techniker Carlos Hancco Ramos. „Wir übernehmen die Verantwortung.“25

Die Aufräumarbeiten begannen am selben Tag. Die Minen räumten die Straßen, verteilten Matratzen und Medikamente und boten psychologische Betreuung an; innerhalb eines Tages war eine Umfahrung offen.8 Danach entfernte CECOMSAP den Schlamm aus Häusern und Abflüssen, stellte Böden wieder her, verstärkte die übrigen Becken und bezahlte die Straßenreparatur.12 Die Staatsanwaltschaft leitete Vorermittlungen ein; veröffentlichte Ergebnisse gibt es bis heute nicht.26 Zertifizierung kann nicht jeden Unfall verhindern. Sie sorgt aber dafür, dass jemand Verantwortung übernimmt – und dass jemand kontrolliert.

Warum CECOMSAP Gold verantwortungsvolles Gold ist

CECOMSAP Gold wird verantwortungsvoll abgebaut, weil die Produktion unabhängig nach verbindlichen Regeln geprüft wird, weil es ohne Quecksilber und Zyanid aufbereitet wird und weil die Bergleute einen fairen Preis plus eine Prämie erhalten, über deren Verwendung sie selbst entscheiden.

Unabhängig geprüft nach Fairtrade-Regeln

FLOCERT, die unabhängige Zertifizierungsgesellschaft des Fairtrade-Systems, prüft CECOMSAP nach dem Fairtrade Gold Standard; die FLO-ID lautet 38864.7 Der Standard verlangt unter anderem:22

  • Keine Beschäftigung von Kindern unter 15 Jahren oder unter dem höheren Alter nach nationalem Bergrecht – kontrolliert von unabhängigen Auditoren in der Mine.
  • Keine Arbeit für unter 18-Jährige, die ihre Gesundheit, Sicherheit oder ihren Schulbesuch gefährdet, und eine unterschriebene Kinderschutzrichtlinie.
  • Schutzausrüstung für alle Beschäftigten und Bergleute, bezahlt vom Arbeitgeber.
  • Ein Komitee für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

Schutz von Wasser und Gesundheit

Die Aufbereitung bei CECOMSAP geht in drei konkreten Punkten verantwortungsvoll mit der Umwelt um: seit 2023 kein Quecksilber, nie Zyanid und Prozesswasser, das in Sedimentationsbecken geklärt und wiederverwendet wird. Der Fairtrade Gold Standard ergänzt Regeln für den Alluvialabbau, ein geplantes Abfallmanagement und die Renaturierung abgebauter Flächen, die innerhalb von zwei Jahren nach Ende des Abbaus erfolgen muss.22 Tagebau verändert die Landschaft, auch wenn Kooperativen ihn betreiben – deshalb gehört die Renaturierung zu den Regeln.2

Faire Preise und Entwicklung vor Ort

Die Bergleute erhalten einen fairen Preis und obendrauf eine Prämie. Der Fairtrade Gold Standard garantiert mindestens 95 % des Londoner Goldpreises; Fairever zahlt freiwillig 96–99 %.7 Hinzu kommt die Fairtrade Prämie von 2.000 US-Dollar je Kilogramm, die in voller Höhe an die Organisation geht.22 In einer Region, in der Alpakazucht und Bergbau fast die einzigen Einkommensquellen sind, bleibt dieses Geld in Ananea – genau das meinen wir mit verantwortungsvollem Gold-Kleinbergbau.

Wohin die Fairtrade Prämie fließt

Die Bergleute entscheiden selbst, wofür die Prämie ausgegeben wird. Ein gewähltes Prämienkomitee, in dem alle Gruppen von Bergleuten und Beschäftigten vertreten sind, ermittelt den Bedarf und erstellt einen Entwicklungsplan; die Generalversammlung genehmigt jede Entscheidung und erhält jedes Jahr einen Bericht über die Ergebnisse.22 Fairtrade veröffentlicht für Gold keinen jährlichen Prämienbericht, doch die bekannten Zahlen sind beachtlich: Allein 2021 flossen aus Goldverkäufen in der Schweiz 1,3 Millionen Schweizer Franken an Fairtrade Prämien an die zehn Kooperativen von CECOMSAP.2

Die dokumentierten Projekte lassen sich drei Bereichen zuordnen:

  • Arbeit und Sicherheit: Schutzkleidung, Schulungen zu Arbeitssicherheit und Gesundheit, ein neuer Speisesaal für die Bergleute, bessere Unterkünfte und leistungsfähigere Aufbereitungsanlagen.312
  • Wasser und Umwelt: gravimetrische Rütteltische als Ersatz für Quecksilber, Wasseraufbereitung und Abfallmanagement, eine Flockungsanlage, die sauberes Wasser zurückgewinnt, stillgelegte alte Schlammbecken und ein Damm, der die Rückhaltebecken vor dem Überlaufen schützt.1912
  • Gemeinschaft: Computer für Schulen, Spielplätze, Lebensmittel und Haushaltsgüter für ärmere Dorfbewohner, 248 Decken sowie Schulmaterial, Hygieneartikel und Spielzeug für Schulen in der Region.1913

2022 planten die Kooperativen außerdem einen Krankenwagen oder eine kleine Klinik vor Ort.19

Was wir bei unseren Besuchen gesehen haben

Desirée Binternagel, Geschäftsführerin von Fairever, hat die Prämie in Ananea wirken sehen. Neben den Projekten, die sie unten nennt, sah sie Schlafräume, Decken und Lebensmittel für die Gemeinschaft, Unterstützung für die örtliche Schule und den Kindergarten sowie Ausrüstung, die die Arbeit erleichtert.

„Auf 4.700 Metern kostet jeder Schritt Kraft. Trotzdem haben uns die Bergleute von CECOMSAP voller Stolz gezeigt, was sie mit der Fairtrade Prämie aufgebaut haben: Solaranlagen, Duschen, warme Mahlzeiten für die Belegschaft und Rütteltische, die das Quecksilber ersetzt haben. Für mich sieht so rückverfolgbares, faireres Gold in der Praxis aus.“

– Desirée Binternagel, Geschäftsführerin, Fairever

Von Ananea auf eure Werkbank

Fairever kauft Fairtrade Gold von CECOMSAP in Peru direkt und regelmäßig ein. Unser strategischer Partner, die Betts Group, raffiniert das CECOMSAP Gold, und es bleibt dabei von nicht zertifiziertem Gold getrennt. Es fließt in zwei Produktlinien:

  • Halbzeuge für Schmuckschaffende wie Gussgranulat, Blech und Draht. Das enthaltene Feingold ist zertifiziert nach Fairtrade Standards.
  • Anlagebarren zu 1 Unze und 100 Gramm mit 999,9 ‰ Feingehalt, ausführlicher erklärt in unserem Artikel zu unseren Fairtrade Goldbarren.

Auf jedem Etikett nennen wir die Mine und ihre FLO-ID. Schmuckschaffende, die ihren Kund:innen erzählen möchten, woher ihr Gold stammt, finden Orientierung in unserem Artikel zu Produkt-Claims für Fairtrade Gold.

Das Gold von CECOMSAP enthält auch ein wenig Silber. Wir lassen es getrennt raffinieren und lagern, und es ist eine der Quellen von Fairever ASM Silber. Dieses Silber fällt als Nebenprodukt des zertifizierten Goldabbaus an, gehandelt wird es aber außerhalb des Fairtrade-Systems.

FAQs: Die CECOMSAP Goldmine, Peru

Wo liegt die CECOMSAP Goldmine?

CECOMSAP baut im Distrikt Ananea ab, in der Provinz San Antonio de Putina in der Region Puno im Süden Perus. Die Kooperativen arbeiten auf 4.600 bis 4.900 Metern über dem Meeresspiegel; die Zentrale der Organisation sitzt in der Stadt Juliaca.

Wofür steht CECOMSAP?

CECOMSAP steht für Central de Cooperativas Mineras de San Antonio de Poto de Ananea. Es ist ein 1990 gegründeter Dachverband von zehn Kooperativen im Gold-Kleinbergbau, der Compliance und Export für seine Mitglieder übernimmt.

Ist CECOMSAP Fairtrade-zertifiziert?

Ja. CECOMSAP ist seit 2017 Fairtrade-zertifiziert und hat 2018 sein erstes Fairtrade Gold verkauft. Die Organisation wird von FLOCERT geprüft, hat die FLO-ID 38864 und ist nach Stand September 2026 zertifiziert.

Setzt CECOMSAP Quecksilber oder Zyanid ein?

Nein. Seit 2023 gewinnen alle zehn Kooperativen ihr Gold auf gravimetrischen Rütteltischen statt mit Quecksilber, gemäß einer Anforderung des Fairtrade Gold Standards; die Umstellung begann 2022. Zyanid wurde nie eingesetzt.

Wie wird bei CECOMSAP Gold abgebaut?

Die Kooperativen bauen goldhaltigen Schotter aus Gletschermoränen und Seifenlagerstätten im Tagebau ab. Sie lösen ihn mit Hochdruckwasser, reichern das Gold über Rinnen und Rütteltische an und verwenden das Prozesswasser wieder, nachdem es in Sedimentationsbecken geklärt wurde.

Wofür wird die Fairtrade Prämie bei CECOMSAP verwendet?

Darüber entscheidet ein gewähltes Prämienkomitee. Zu den dokumentierten Projekten gehören Schutzkleidung, ein Speisesaal für die Bergleute, Rütteltische, die das Quecksilber ersetzt haben, Wasseraufbereitung, Computer für Schulen und Decken für bedürftige Familien.

Kann ich Gold von CECOMSAP kaufen?

Ja. Fairever kauft CECOMSAP Gold direkt ein und bietet es als Gussgranulat, Blech und Draht aus Fairtrade Gold für Schmuckschaffende sowie als Anlagebarren zu 1 Unze und 100 Gramm an – mit Angabe der Mine und ihrer FLO-ID auf dem Etikett.

Das Wichtigste zum Mitnehmen

In aller Kürze ...

  • Dieselben Berge, zwei ganz verschiedene Arten von Gold. Oben in La Rinconada arbeiten Bergleute den größten Teil des Monats ohne Lohn, und Quecksilber zieht über den Gletscher; bei CECOMSAP wird das Gold geprüft, ohne Quecksilber aufbereitet und zu einem fairen Preis plus Prämie bezahlt.
  • Ein guter Standard gibt eine Richtung vor, nicht nur Verbote. Der Fairtrade Gold Standard verlangt den Verzicht auf Quecksilber, wo immer Schwerkraftverfahren die Arbeit leisten können – und ohne gesetzliches Verbot in Peru haben die Kooperativen der CECOMSAP Goldmine die Umstellung bis 2023 abgeschlossen.
  • Der Zusammenschluss macht Kleinbergleute stark. Zehn Kooperativen mit je ein paar Dutzend Mitgliedern teilen sich Compliance, Export und Zertifizierung, und eine Frau leitet den kaufmännischen Bereich.
  • Fragt, wo euer Gold abgebaut wurde – und von wem. Gold von CECOMSAP kommt mit der Mine und ihrer FLO-ID auf dem Etikett, so könnt ihr euren Kund:innen genau sagen, wessen Arbeit in ihrem Ring oder Barren steckt.

Werdet aktiv, seid der Wandel!

Gold aus Ananea kann Teil eurer nächsten Kollektion oder eurer nächsten Geldanlage sein. Schaut euch unsere Produkte aus Fairtrade Gold an – vom Gussgranulat über Blech bis zum Goldbarren.

Weitere Leseempfehlungen

Quellen

  1. Fairtrade International, Cooperativa Minera Metalúrgica San Francisco de Ananea, abgerufen im September 2026. ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  2. Hildegard Willer, Faires Gold für die „Bärreli“, Welt-Sichten, 26. August 2022. ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  3. Fairtrade International, The gold mining organisation Halcon de Oro, abgerufen im September 2026. ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  4. Peruanisches Steuerregister (SUNAT), RUC 20190784429, über datosperu.org: Central de Coop Mineras de San Antonio P, abgerufen im September 2026. ↩ ↩
  5. Eigene Rechnung aus der monatlichen Zahl der Angestellten der Zentrale im peruanischen Steuerregister, Januar bis November 2025 (Fußnote 4): 105 bis 116 Angestellte; Mittelwert 1.210 ÷ 11 = 110; Median 109. ↩
  6. Fairever-Schätzung der durchschnittlichen Monatsmenge über mehrere Jahre, auf Basis von Daten für 2021 und 2022; eigene Rechnung, gerundet. (1) 2022 bestand eine Monatslieferung nach Zürich aus zwölf Barren zu je 3 Kilogramm im Wert von 2 Millionen US-Dollar (Fußnote 2): 12 × 3 kg = 36 kg ungereinigtes Gold (Doré). Beim durchschnittlichen Goldpreis 2022 von 1.800,03 US-Dollar je Feinunze (National Mining Association, Historical Gold Prices) war ein Kilogramm Feingold 1.800,03 × 32,1507 ≈ 57.872 US-Dollar wert; 2.000.000 ÷ 57.872 ≈ 35 kg Feingold. (2) 2021 verkaufte eine Schweizer Bank Fairtrade Gold von CECOMSAP im Wert von 30 Millionen Schweizer Franken (Fußnote 2). Beim durchschnittlichen Goldpreis 2021 von 1.798,61 US-Dollar je Feinunze und 0,914 Schweizer Franken je US-Dollar (IRS, Yearly average currency exchange rates) kostete ein Kilogramm Feingold rund 1.798,61 × 32,1507 × 0,914 ≈ 52.853 Schweizer Franken; 30.000.000 ÷ 52.853 ≈ 568 kg im Jahr oder rund 47 kg im Monat – in der Praxis weniger, da Endkundenpreise über dem Spotpreis liegen. Beide Werte beschreiben einzelne Lieferungen bzw. einzelne Absatzwege, und die Fördermenge schwankt von Monat zu Monat. Spanne: 30 bis 50 kg im Monat; Mittelwert (30 + 50) ÷ 2 = 40 kg. Abweichung: Die 2021 gezahlte Fairtrade Prämie von 1,3 Millionen Schweizer Franken (Fußnote 2) entspräche rund 711 kg in jenem Jahr (1.300.000 ÷ [2.000 × 0,914] ≈ 711 kg); diesen Einzelwert werten wir als Ausreißer und haben ihn für die Schätzung nicht verwendet. ↩ ↩
  7. Fairever, eigene Information, September 2026. ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  8. Fairtrade Max Havelaar, Stellungnahme: Bruch des Damms eines Sedimentationsbeckens der Kooperative San Antonio de Ananea in Peru, 22. Dezember 2021 (unveröffentlicht, Fairever zur Verfügung gestellt). ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  9. UNDP Peru, Ananea libre de mercurio: tecnologías para reducir la contaminación en la minería artesanal de oro, 26. September 2022. ↩
  10. SWI swissinfo.ch, Digging for ‘better’ gold in Peru, 9. September 2016. ↩ ↩
  11. Eigene Rechnung mit der barometrischen Höhenformel der Internationalen Standardatmosphäre (ISO 2533): p = 101,325 kPa × (1 − 2,25577 × 10⁻⁵ × 4.700)^5,25588 ≈ 56,2 kPa, also 55,5 % des Luftdrucks auf Meereshöhe. Der Sauerstoffanteil der Luft bleibt bei rund 21 %, die Sauerstoffmenge je Atemzug sinkt also im Verhältnis zum Luftdruck, um rund 45 %. Standardatmosphäre; die tatsächlichen Werte schwanken mit dem Wetter. ↩
  12. La República, Puno: Cecomsap remedió impactos por colapso de poza de relaves, 17. Dezember 2021. ↩ ↩
  13. Barbara Fraser und Hildegard Willer, Gold is a toxic lure in the world’s highest settlement, National Geographic, 15. Juni 2021. Übersetzt durch Fairever; Originalwortlaut: „the highest settlement on the planet“ und „the water that residents use for drinking and cooking“. Höhe: 16.732 Fuß × 0,3048 ≈ 5.100 Meter (eigene Umrechnung). ↩ ↩ ↩
  14. Elmer Mamani, “Cachorreo”, the system used to exploit miners in La Rinconada, International Labour Organization, 14. Juli 2024. ↩
  15. Huisa-Mamani, Arizaca-Avalos und Llanque-Maquera, Mercury pollution in water, soil, and biota induced by artisanal gold mining: A case study from Ananea District, Puno, Peru, Journal of Degraded and Mining Lands Management 12(2), 2025. ↩
  16. Eigene Rechnung: 348 Mitglieder (Fußnote 2) ÷ 10 Kooperativen ≈ 35 Mitglieder je Kooperative. ↩
  17. Alliance for Responsible Mining, CECOMIP: first alluvial gold mining cooperative with Fairmined certification, 16. September 2016. ↩
  18. Weltbank, World Bank Urges Action for Gender Equality in Artisanal and Small-Scale Mining, 5. Februar 2024. ↩
  19. Patrick Steinemann, Fairtrade Gold: Fairness, die allen dient, Magazin „ZH“ 3/2022, Zürcher Kantonalbank. ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  20. Ulises Francisco Giraldo Malca, Minería informal en la cuenca alta del río Ramis, Peruanisches Umweltministerium (SINIA), 2020. ↩
  21. Kongress der Republik Peru, Aprueban dictamen que establece marco normativo para eliminar progresivamente uso de mercurio en la minería artesanal, 17. März 2026. ↩
  22. Fairtrade International, Fairtrade Standard for Gold and Associated Precious Metals for Artisanal and Small-Scale Mining, Version 1.2 (gültig bis 30. Juni 2027; ab 1. Juli 2027 gilt Version 2.0), Anforderungen 3.2.1, 3.2.28, 3.2.30, 3.2.31, 3.3.14, 3.3.16, 3.3.18, 3.3.47, 3.3.50, 4.1.1, 4.1.3, 4.1.4, 4.1.5, 4.1.8, 4.5.1, 4.5.3 und 4.5.5. Übersetzt durch Fairever; Originalwortlaut Anforderung 3.2.1: „if gold recovery without mercury is commercially and technically possible“. ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  23. UNEP Global Mercury Partnership, Artisanal and Small-Scale Gold Mining (ASGM), abgerufen im September 2026. ↩
  24. Weltgesundheitsorganisation (WHO), Mercury and health, Faktenblatt, 24. Oktober 2024. ↩
  25. El Popular, Puno: desembalse de relaves mineros genera desastre ambiental en Ananea, 6. Dezember 2021. Übersetzt durch Fairever; Originalwortlaut: „Para nosotros es una falla técnica.“ und „asumimos la responsabilidad.“ Peruanische Medien sprechen von einem Absetzbecken für Bergbaurückstände („poza de relaves“); wir folgen den Betreibern und Fairtrade Max Havelaar, die es als Sedimentationsbecken beschreiben. ↩
  26. La República, Puno: Fiscalía investiga daños ocasionados por desborde de relaves mineros en Ananea, 4. Dezember 2021. ↩
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