Was ist Fairmined Ecological Gold?

Ohne Quecksilber, ohne Zyanid: die strengste Stufe des Fairmined Standards

Fairmined Ecological Gold ist zertifiziertes Gold aus dem Kleinbergbau, das allein mit Schwerkraft gewonnen wird – ohne Quecksilber und ohne Zyanid. In einem Sektor, der weltweit die größte vom Menschen verursachte Quelle von Quecksilber-Emissionen in die Luft ist, setzt es die höchste Messlatte des Fairmined Standards und bringt den Bergleuten dessen höchste Prämie: 6.000 US-Dollar je Kilogramm. Hier lest ihr, was die Zertifizierung verlangt, warum Gold aus reiner Schwerkraft-Aufbereitung so selten ist und was ihr euren Kund:innen ehrlich darüber sagen könnt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fairmined Ecological Gold ist die anspruchsvollste Kategorie des Fairmined Standards. Zertifizierte Kleinbergbau-Organisationen gewinnen es ohne Quecksilber und ohne Zyanid, ausschließlich mit Schwerkraftverfahren – und erfüllen zusätzlich alle übrigen Fairmined-Anforderungen.
  • Schwerkraft allein funktioniert nur in den passenden Lagerstätten. Sie braucht grobes, freies Gold, wie es in vielen Fluss- und Gletscherablagerungen vorkommt, und holt weniger Gold heraus als Chemie. Deshalb belohnt der Standard ökologisches Gold, statt es vorzuschreiben.
  • Die Bergleute erhalten die höchste Prämie des Fairmined Standards. Zusätzlich zu mindestens 95 % des LBMA-Goldpreises zahlen Käufer eine Fairmined Prämie von 4.000 US-Dollar plus eine Ecological Prämie von 2.000 US-Dollar je Kilogramm.
  • Fairmined Ecological Gold bleibt ausnahmslos physisch rückverfolgbar. Es darf nur mit anderem Fairmined Ecological Gold vermischt werden; mit regulärem Fairmined Gold vermischt, verliert es seinen ökologischen Status.
  • Fairever bezieht sein Fairmined Eco Gold von Oro Puno in Peru. Die Mine wäscht Gold aus Gletscherkies hoch in den Anden und war 2018 die erste peruanische Bergbau-Organisation mit dieser Zertifizierung.

Inhaltsverzeichnis

Fairmined Ecological Gold auf einen Blick

KategorieÖkologische Kategorie des Fairmined Standards für Gold aus dem Kleinbergbau, Version 2.01
HerausgeberAlliance for Responsible Mining (ARM), gemeinnützige Organisation mit Sitz in Kolumbien
KurzformFairmined Eco Gold
AufbereitungNur Schwerkraftverfahren; kein Quecksilber, kein Zyanid (Anforderung 2.3.1)
Zusätzliche AnforderungenUmweltmanagementplan; Wiederherstellung des ursprünglichen Ökosystems von Beginn an (2.3.2, 2.3.3)
GrundanforderungenAlle Anforderungen an Fairmined Gold
MindestpreisMindestens 95 % des LBMA-Goldpreises
Prämie6.000 US-Dollar je kg: 4.000 Fairmined Prämie plus 2.000 Ecological Prämie
Begleitendes SilberFairmined Ecological Silber: 150 US-Dollar Prämie je kg (100 plus 50)
RückverfolgbarkeitPhysisch, jederzeit, ohne Ausnahme
Erste Zertifizierung2011, Oro Verde, Kolumbien
Quelle von FaireverOro Puno, Peru (Fairmined-ID PE10018E)

Was ist Fairmined Ecological Gold?

Fairmined Ecological Gold ist zertifiziertes Gold aus dem Kleinbergbau, das ohne Quecksilber und ohne Zyanid gewonnen wird, ausschließlich mit Schwerkraftverfahren. Es ist die ökologische Kategorie des Fairmined Standards, herausgegeben von der gemeinnützigen Alliance for Responsible Mining (ARM). Die Kurzform lautet Fairmined Eco Gold. Es ist die einzige Kategorie des Fairmined Standards, die quecksilberfreie Aufbereitung vorschreibt.

Jedes Gramm Fairmined Ecological Gold ist zuallererst Fairmined Gold. Es stammt aus einer zertifizierten Bergbau-Organisation, mit garantiertem Mindestpreis, Prämie, jährlichen unabhängigen Audits und Rückverfolgbarkeit bis zur Mine. Die ökologische Kategorie setzt strenge Umweltauflagen obendrauf.1 Die Grundlagen erklärt unser Artikel über den Fairmined Gold Standard, das zertifizierte Metall selbst Was ist Fairmined Gold?

Die Kategorie umfasst auch Silber und Platin, die zusammen mit dem Gold abgebaut werden. Silber aus einer Mine, die für ökologisches Gold zertifiziert ist, kann als Fairmined Ecological Silber verkauft werden.1

Pioniere seit 2011

Die erste Zertifizierung für ökologisches Gold ging 2011 nach Kolumbien. Flussbergleute der Initiative Oro Verde im Chocó erhielten damals „das allererste Fair-Trade- und Fairmined-Zertifikat für ökologisches Gold“.2 Fairtrade und ARM führten zu dieser Zeit noch ein gemeinsames Siegel.

2015 erreichte die mongolische Organisation XAMODX als erste Kleinbergbau-Organisation außerhalb Südamerikas eine Fairmined-Zertifizierung – für ökologisches Gold.3 Ein Jahr später berichtete ARM, dass XAMODX und fünf Bergbau-Organisationen in La Llanada, Kolumbien, weltweit die einzigen Kleinbergbau-Organisationen mit unabhängig zertifizierter Goldgewinnung ohne Quecksilber und Zyanid waren.4

Der Kreis ist klein geblieben. 2023, im jüngsten Jahr, für das ARM eine Zahl veröffentlicht hat, hielten zwei Fairmined-zertifizierte Minen die ökologische Zertifizierung.5

Was „ökologisch“ im Fairmined Standard heißt

„Ökologisch“ hat im Fairmined Standard eine genaue Bedeutung: drei zusätzliche Anforderungen. Alle drei sind Eintrittsanforderungen. Sie gelten ab dem ersten Audit, ohne Übergangsfrist, und erfassen das gesamte zertifizierte Produktionssystem – also alle Bergleute, Flächen und Anlagen, die das ökologische Gold erzeugen.1

Kein Quecksilber und kein Zyanid in der Aufbereitung

Anforderung 2.3.1 ist der Kern von Fairmined Ecological Gold: „Quecksilber oder Zyanid dürfen für die Aufbereitung nicht verwendet werden; es kommen ausschließlich gravimetrische Verfahren zum Einsatz.“1 Gravimetrisch heißt, dass das Gold allein über sein Gewicht von Sand und Gestein getrennt wird.

Genau das unterscheidet die ökologische Kategorie. Reguläre Fairmined-Minen dürfen Quecksilber und Zyanid unter strengen Auflagen noch einsetzen: Die Amalgamierung des Roherzes ist verboten, Retorten zur Rückgewinnung des Quecksilbers sind Pflicht, und Zyanid muss vor der Ableitung entgiftet werden.1 Der Quecksilbereinsatz wird dort beschränkt und schrittweise reduziert. Bei Fairmined Ecological Gold sind beide Chemikalien vollständig ausgeschlossen.

Ein Plan, der Eingriffe in die Natur begrenzt

Anforderung 2.3.2 verpflichtet die Bergbau-Organisation, die ökologischen Störungen durch den Bergbau mit einem Umweltmanagementplan zu minimieren.1 Reguläre Fairmined-Minen brauchen gültige Umweltgenehmigungen oder Managementpläne nach nationalem Recht. Bei ökologischem Gold ist ein Managementplan, der den Fußabdruck der Mine so gering wie möglich hält, Voraussetzung für den Eintritt.

Renaturierung von Anfang an

Anforderung 2.3.3 verlangt, das ursprüngliche Ökosystem „von Beginn an“ wiederherzustellen – oder eine andere Nutzung zu vereinbaren, die den Flächennutzungsprioritäten der örtlichen Gemeindebehörden entspricht.1 Als ein Beispiel nennt der Standard die Wiederaufforstung in Gebieten mit hoher Biodiversität.

Auch reguläre Fairmined-Minen müssen abgebaute Flächen zurückgeben, allerdings mit längerem Zeitplan: Bis zum dritten Jahr müssen Gruben verfüllt oder verschlossen und das Gelände topografisch wiederhergestellt sein, bis zum sechsten Jahr wiederbegrünt oder anderweitig renaturiert.1 Bei ökologischem Gold beginnt die Renaturierung am ersten Tag.

Alle anderen Fairmined-Regeln gelten weiter

Die ökologischen Anforderungen kommen hinzu, sie ersetzen nichts. Eine Fairmined-Ecological-Mine muss auch alle übrigen Regeln des Fairmined Gold Standards erfüllen: legale Abbaurechte, Schutzausrüstung und Sicherheitsschulungen, faire Bezahlung, ein Verbot der Beschäftigung von Kindern unter 15 Jahren und gefährlicher Arbeit für alle unter 18, dazu ein Prämienkomitee, das über die Verwendung der Prämie entscheidet.1

Unabhängige, von ARM anerkannte Zertifizierungsstellen prüfen all das jedes Jahr in der Mine.6

So funktioniert quecksilberfreie Goldgewinnung

Quecksilberfreie Goldgewinnung arbeitet mit Wasser, Bewegung und Schwerkraft statt mit Chemie. Für Fairmined Ecological Gold ist sie das einzige zulässige Verfahren. Um zu verstehen, warum das zählt, lohnt zuerst ein Blick auf die Alternative.

Warum Gold ohne Quecksilber so wichtig ist

Quecksilber ist der typische Schadstoff des Gold-Kleinbergbaus. Der handwerkliche und kleine Goldbergbau ist die größte vom Menschen verursachte Quelle von Quecksilber-Emissionen in die Luft, mit 37,7 % der weltweiten Menge.7 Die Bergleute mischen Quecksilber unter Erz oder Konzentrat, damit es das Gold zu Amalgam bindet, und erhitzen das Amalgam dann, bis das Quecksilber verdampft.8

Am schädlichsten ist die Amalgamierung des Roherzes, bei der Quecksilber mit dem gesamten Erz statt nur mit einem Konzentrat vermischt wird. Effizient ist sie auch nicht: Sie holt „selten mehr als 30 % des Goldes“ heraus, so ein Praxisleitfaden, der für das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) erstellt wurde.8 Wie Quecksilber Flüsse, Böden und Menschen belastet, lest ihr in unserem Überblick Gold-Bergbau & Umweltzerstörung.

Rinnen, Rütteltische und Waschpfannen

Schwerkraftverfahren trennen Gold über sein Gewicht. Gold ist weit schwerer als der Sand und Kies um es herum und setzt sich deshalb ab, wo leichteres Material weggespült wird. Fairmined nennt als typische Ausrüstung Rinnen, Konzentrationstische, Zentrifugal-Konzentratoren und Waschpfannen.9

In der Praxis bauen die Schritte aufeinander auf:

  • Rinnen (engl. sluices) sind geneigte Tröge, meist mit einem Teppich ausgelegt. Gold und andere schwere Minerale sinken auf den Boden, leichtere Teilchen trägt das Wasser davon.10
  • Zentrifugal-Konzentratoren versetzen das Material in Drehung und können feine wie grobe Goldpartikel zurückgewinnen.10
  • Rütteltische reichern das Konzentrat weiter an. Leistungsfähige Tische gewinnen noch Goldpartikel von nur 32 Mikrometern zurück.11
  • Waschpfannen reinigen das Endkonzentrat von Hand.

Warum die Geologie entscheidet

Schwerkraft allein funktioniert nur dort, wo das Gold grob und frei vorliegt. „Der Lagerstättentyp bestimmt, welche Art der Gewinnung möglich ist, und das wiederum bestimmt, ob und wie Quecksilber eingesetzt (und gegebenenfalls ersetzt) wird“, erklärt der UNEP-Leitfaden. Einfaches Waschen mit der Pfanne funktioniere am besten, wenn das Gold grob und gut freigelegt ist.8

Typisch ist das für viele Schwemmland-Lagerstätten, in denen Flüsse oder Gletscher das Gold bereits aus dem Gestein gelöst haben. Solche Lagerstätten bestehen meist aus weitgehend freigelegtem Gold, stellt eine Übersichtsstudie in der Fachzeitschrift Ambio von 2023 fest. In refraktären Erzen dagegen ist das Gold in anderen Mineralen eingeschlossen und lässt sich nur schwer freilegen.11 Auch die Korngröße setzt eine Grenze: Die meisten Schwerkraftgeräte arbeiten bei Körnern unter 0,074 Millimetern nicht mehr sehr effizient, Zentrifugen sind die wichtigste Ausnahme.10

In Hartgesteinsminen wie Iquira in Kolumbien ist das Gold oft in anderen Mineralen eingeschlossen. Dort ist Zyanid, eingesetzt unter strengen Fairmined-Auflagen, Teil der Lösung. Es holt weit mehr Gold heraus als Quecksilber und reichert sich nicht wie Quecksilber dauerhaft in der Umwelt an.8

Weniger Ausbeute als Preis

Schwerkraft allein gewinnt meist weniger Gold als Chemie. UNEP beschreibt eine gut ausgelegte, quecksilberfreie Schwerkraftanlage in der Mongolei, die rund 70 % des gesamten Goldes zurückgewinnt – für einen Kleinbergbau-Betrieb ein vergleichsweise hoher Anteil. Zyanid dagegen erreicht oft 90 % des im Erz enthaltenen Goldes.8

Deshalb macht der Fairmined Standard die quecksilber- und zyanidfreie Aufbereitung nicht für alle Minen zur Bedingung. Damit würden „95 % aller Kleinbergleute“ von der Zertifizierung ausgeschlossen, erklärt der Standard.1 Stattdessen belohnt er ökologisches Gold mit einer zusätzlichen Prämie, die „auch wirtschaftliche Verluste ausgleichen kann, die durch die geringere Goldausbeute der quecksilber- und zyanidfreien Aufbereitungsverfahren entstehen“.1

Wie hoch ist die Ecological Prämie?

Für Fairmined Ecological Gold zahlen Käufer 6.000 US-Dollar Prämie je Kilogramm – die höchste Prämie im Fairmined Standard. Sie setzt sich zusammen aus der regulären Fairmined Prämie von 4.000 US-Dollar und der Ecological Prämie von 2.000 US-Dollar.112

Beides kommt zu einem Mindestpreis von wenigstens 95 % des LBMA-Goldpreises hinzu, und die Prämie fließt vollständig an die Bergbau-Organisation.1 Als First Authorized Buyer zahlt Fairever freiwillig 96–99 % des LBMA-Preises.13

Die Wirkung lässt sich leicht ausrechnen. Ein Ehering mit 8 Gramm in 750er Gold (18 Karat) enthält 6 Gramm Feingold. Aus Fairmined Ecological Gold gefertigt, bringt er der Mine 36 US-Dollar Prämie: 6 Gramm × 6 US-Dollar. Für Fairmined Ecological Silber beträgt die Prämie 150 US-Dollar je Kilogramm – 100 plus 50.1

Die Bergleute entscheiden selbst, wofür das Geld ausgegeben wird. Ein Prämienkomitee, das alle Gruppen der Bergbau-Organisation vertritt, ausdrücklich auch die Bergarbeiterinnen, legt die Prioritäten fest, und die Organisation berichtet jedes Jahr öffentlich über die Ergebnisse.1 Wofür Prämien bisher verwendet wurden, Mine für Mine: Wofür wird die Fairmined Prämie verwendet?

Ausnahmslos rückverfolgbar

Fairmined Ecological Gold muss jederzeit physisch rückverfolgbar sein, ohne jede Ausnahme. Der Standard nennt es „ein sehr außergewöhnliches Produkt, das besonders sorgfältig behandelt werden muss“.1 Bei regulärem Fairmined Gold lässt er enge Ausnahmen zu, etwa wenn eine Mine einen Aufbereitungsschritt auslagern muss; bei ökologischem Gold nicht.

Auch das Vermischen ist eingeschränkt. Fairmined Ecological Gold darf nur mit anderem Fairmined Ecological Gold zusammengeführt werden. Wird es mit regulärem Fairmined Gold vermischt, ist „das Ergebnis immer (gewöhnliches) Fairmined Gold“, so die Marktregeln des Standards.1

Schmuck daraus kann das Fairmined-Produktlogo tragen, das ARM auch in Versionen für ökologische Metalle bereitstellt.14 Tragen dürfen es nur Produkte, deren Gold von der Mine bis zum fertigen Stück physisch getrennt bleibt.1

Wir gehen einen Schritt weiter und halten unser Fairmined Eco Gold nach Minen getrennt. Unser Etikett nennt die Mine und ihre Fairmined-ID.13 Warum das wichtig ist: Rückverfolgbares Gold.

Woher unser Fairmined Eco Gold kommt

Fairever bezieht sein Fairmined Ecological Gold von Oro Puno in Peru. Das kleine Bergbau-Unternehmen arbeitet im Distrikt Ananea in der Region Puno, hoch in den Anden.15 Seine Bergleute gewinnen Gold aus einer Gletschermoräne – „dem Material, das ein abschmelzender, sich zurückziehender Gletscher zurücklässt“, wie ARM es beschreibt.16

Am 15. Januar 2018 erhielt Oro Puno als erste peruanische Bergbau-Organisation die Zertifizierung für Fairmined Ecological Gold.15 Stand September 2026 hält die Mine sie unter der Fairmined-ID PE10018E.13

Oro Puno zeigt, wie die Anforderungen in der Praxis aussehen. Hochdruck-Wasserschläuche waschen den Kies aus, und ein Rütteltisch trennt das feine Gold ohne Quecksilber.1718 Das Prozesswasser wird aufgefangen, gereinigt und wiederverwendet.18 2020 hat die Mine 18.000 Quadratmeter abgebaute Fläche geschlossen und mit einheimischen Pflanzen wiederbegrünt.19

Unser strategischer Partner, die Betts Group, raffiniert das Gold, und es bleibt von allem anderen Gold getrennt. Wir bieten es als Feingold-Granalien an, 999,9, bereit zum Legieren und Gießen. Oro Punos Gold enthält auch ein wenig Silber, das separat geschieden wird und als Fairmined Ecological Silber erhältlich ist, in den kleinen Mengen, die die Mine liefert.13 Die Mine im Porträt: die Oro Puno Goldmine.

Was ihr ehrlich sagen könnt

Mit Fairmined Ecological Gold könnt ihr konkrete Umweltaussagen treffen – solange ihr benennt, was die Zertifizierung verlangt. Seit dem 27. September 2026 verbieten die EU-Regeln gegen Greenwashing allgemeine Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“ für Gold. Als konkret gilt eine Aussage nur, wenn klar und hervorgehoben im selben Medium steht, was sie bedeutet.20

Der Standard selbst stützt Herkunftsaussagen. Die vollständige physische und dokumentarische Rückverfolgbarkeit von ökologischem Gold erlaubt jedem Beteiligten, „vom ersten Käufer bis zum Einzelhändler“, anzugeben, welche Bergbau-Organisationen das Gold in einem Produkt erzeugt haben.1

Aussagen, die konkret und überprüfbar sind, zum Beispiel:

  • „Gefertigt aus Fairmined Ecological Gold“ – für Stücke, deren Gold von der Mine bis zum Produkt physisch getrennt bleibt.
  • „Das Gold in diesem Stück wurde ohne Quecksilber und ohne Zyanid gewonnen, ausschließlich mit Schwerkraftverfahren, und ist nach dem Fairmined Standard zertifiziert.“
  • „Die Bergbau-Organisation erhielt mindestens 95 % des LBMA-Goldpreises plus 6.000 US-Dollar Prämie je Kilogramm.“
  • „Das Gold stammt von Oro Puno, Peru (Fairmined-ID PE10018E)“ – wenn euer Lieferant die Mine dokumentiert.

Aussagen, die ihr besser vermeidet:

  • Unkonkrete Schlagworte wie „umweltfreundlich“, „grün“, „sauber“ oder „nachhaltiges Gold“. Sagt stattdessen, was dahintersteht.
  • „Chemiefrei“ oder „ohne jegliche Giftstoffe“. Der Standard schließt Quecksilber und Zyanid in der Aufbereitung aus. Genau das ist die Aussage.
  • Klimaaussagen. Der Fairmined Standard enthält keine Anforderungen zu Treibhausgasen.
  • Aussagen über das ganze Schmuckstück. In einem Ring aus 750er Gold sind 75 % des Metalls Gold. Das Fairmined-Label muss deutlich machen, dass nur Gold, Silber oder Platin zertifiziert sind.120

Weitere Formulierungen für eure eigene Kommunikation: Fairmined Produkt-Claims. Das ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung.

Schmuckmarken mit Fairmined Eco Gold

Einige Schmuckschaffende haben ganze Kollektionen darauf aufgebaut. 2017 brachte die Londoner Designerin Arabel Lebrusan heraus, was ihr Studio „die erste Kollektion aus Fairmined Ecological Gold in Großbritannien“ nannte, mit Gold aus La Llanada in Kolumbien und von XAMODX in der Mongolei.21 In New York beschreibt die Schmuckmarke FUTURA ihren Schmuck als „ausschließlich aus zertifiziertem Fairmined Ecological Gold gefertigt“.22

FAQs: Was ist Fairmined Ecological Gold?

Was ist Fairmined Ecological Gold?

Fairmined Ecological Gold ist zertifiziertes Gold aus dem Kleinbergbau, das ohne Quecksilber und ohne Zyanid gewonnen wird, ausschließlich mit Schwerkraftverfahren. Es ist die ökologische Kategorie des Fairmined Standards der Alliance for Responsible Mining und erfüllt zusätzlich alle übrigen Fairmined-Anforderungen. Die Kurzform lautet Fairmined Eco Gold.

Ist Fairmined Ecological Gold quecksilberfrei?

Ja. Der Fairmined Standard verbietet für Fairmined Ecological Gold den Einsatz von Quecksilber und Zyanid in der Aufbereitung; zulässig sind nur gravimetrische Verfahren. Das gilt ab dem ersten Audit, und unabhängige Zertifizierungsstellen prüfen es jedes Jahr.

Was ist der Unterschied zwischen Fairmined Gold und Fairmined Ecological Gold?

Reguläre Fairmined-Minen dürfen Quecksilber und Zyanid unter strengen Auflagen einsetzen, etwa mit Retortenpflicht und einem Verbot der Amalgamierung des Roherzes. Fairmined Ecological Gold schließt beide Chemikalien aus, verlangt einen Umweltmanagementplan und die Renaturierung von Beginn an und muss ausnahmslos physisch rückverfolgbar sein. Die Prämie beträgt 6.000 statt 4.000 US-Dollar je Kilogramm.

Wie hoch ist die Prämie für Fairmined Ecological Gold?

Käufer zahlen 6.000 US-Dollar je Kilogramm: die Fairmined Prämie von 4.000 US-Dollar plus die Ecological Prämie von 2.000 US-Dollar. Sie kommt zu einem Mindestpreis von wenigstens 95 % des LBMA-Goldpreises hinzu und fließt vollständig an die Bergbau-Organisation.

Warum gibt es so wenig Fairmined Ecological Gold?

Schwerkraft allein funktioniert nur, wo das Gold grob und frei vorliegt, wie in vielen Fluss- und Gletscherablagerungen, und sie holt meist weniger Gold heraus als Zyanid. In Hartgesteinsminen ist das Gold oft in anderen Mineralen eingeschlossen. 2023 zählte ARM zwei Fairmined-zertifizierte Minen mit ökologischer Zertifizierung.

Darf Schmuck aus Fairmined Ecological Gold ein Siegel tragen?

Ja. Schmuck, dessen Gold von der Mine bis zum fertigen Produkt physisch getrennt bleibt, darf das Fairmined-Produktlogo tragen, das ARM auch in Versionen für ökologische Metalle bereitstellt. Das Label muss deutlich machen, dass nur das Edelmetall zertifiziert ist.

Woher stammt das Fairmined Eco Gold von Fairever?

Fairever bezieht sein Fairmined Eco Gold von Oro Puno in der Region Puno in Peru, zertifiziert unter der Fairmined-ID PE10018E. Die Betts Group raffiniert es, es bleibt von allem anderen Gold getrennt, und wir bieten es als Feingold-Granalien 999,9 an.

Das Wichtigste zum Mitnehmen

In aller Kürze ...

  • „Ökologisch“ ist definiert, nicht Dekoration. Fairmined Ecological Gold muss drei Eintrittsanforderungen erfüllen: nur Schwerkraftverfahren ohne Quecksilber und Zyanid, einen Umweltmanagementplan und die Wiederherstellung des ursprünglichen Ökosystems von Beginn an.
  • Die Geologie entscheidet, wo Schwerkraft allein reicht. Grobes, freies Gold in Fluss- und Gletscherablagerungen macht es möglich; Gold, das im Hartgestein eingeschlossen ist, braucht meist Chemie.
  • Die Prämie bezahlt den schwereren Weg. 6.000 US-Dollar je Kilogramm helfen, die geringere Ausbeute auszugleichen – bei den 6 Gramm Feingold eines Eherings aus 750er Gold sind das 36 US-Dollar für die Mine.
  • Nennt die Anforderung, nicht ein Schlagwort. „Ohne Quecksilber und Zyanid gewonnen, ausschließlich mit Schwerkraftverfahren“ ist klarer als „umweltfreundlich“ – und hält den EU-Regeln stand.
  • Fragt nach der Mine. Fragt euren Lieferanten, aus welcher Mine euer Fairmined Ecological Gold stammt, und nach ihrer Fairmined-ID.

Werdet aktiv, seid der Wandel!

Unser Fairmined Eco Gold gibt es als Feingold-Granalien 999,9, bereit zum Legieren und Gießen.

Ihr wollt mit Gold arbeiten, das allein mit Schwerkraft gewonnen wurde? Schaut euch unser Fairmined Eco Gold an – oder meldet euch und fragt uns nach Oro Puno, der Mine dahinter.

Weitere Leseempfehlungen

Quellen

  1. Alliance for Responsible Mining, Fairmined Standard for Gold from Artisanal and Small-scale Mining, including Associated Precious Metals, Version 2.0, 5. April 2014: Intent der Abschnitte 1.4, 2.1, 2.3 und 4; Anforderungen 0.2.4, 1.4.2–1.4.4, 2.1.2, 2.1.3, 2.1.9, 2.2.1, 2.2.6, 2.2.9, 2.2.10, 2.3.1–2.3.3, 3.2.1, 3.2.5, Abschnitt 3.4, 3.6.1, 3.6.2, 4.1.2, 4.1.5, 4.1.8, 5.2.1, 5.2.5, 5.2.6 und 5.2.8; Market Annex 2.1.2, Intent von Abschnitt 2.2 und 2.2.1. Zitate übersetzt durch Fairever; Originalwortlaut: „Mercury or cyanide must not be used for mineral processing; only gravimetric methods are used“ (2.3.1); „from the outset“ (2.3.3); „95% of all artisanal miners would be excluded“ (Intent 2.1); „may also compensate for economic losses due to lower gold recovery of the applied mercury-free and cyanide-free processing techniques“ (Intent 2.3); „a very exceptional product that deserves handling with special care“ (Intent 1.4); „the resulting product is always (ordinary) Fairmined Gold“ (Market Annex 2.1.2); „from first buyer to final retailer“ (Intent 1.4). ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  2. Natural Justice, First Fair Trade and Fairmined Gold from Oro Verde, 10. Februar 2011. Übersetzt durch Fairever; Originalwortlaut: „the first ever Fair Trade and Fairmined certificate for Ecological Gold“. ↩
  3. Alliance for Responsible Mining, Ecological gold from Mongolia: artisanal miners obtain Fairmined certification, Februar 2015. ↩
  4. Alliance for Responsible Mining, Fairmined Ecological Gold available from Mongolia and Colombia, April 2016. ↩
  5. Alliance for Responsible Mining, ARM Annual Report 2023, 2024, S. 12. ↩
  6. Alliance for Responsible Mining, Procedimientos para la Auditoría y la Certificación en el Estándar Fairmined para las OMAPE, Version 2, 23. Dezember 2022, Abschnitt 5.1. ↩
  7. UN Environment Programme, Global Mercury Assessment 2018, 2019. Emissionen im Jahr 2015. ↩
  8. Kevin Telmer und Daniel Stapper, Artisanal Gold Council, für UNEP, Reducing Mercury Use in Artisanal and Small-Scale Gold Mining: A Practical Guide, 2012, S. 10, 16, 48, 54, 56 und 60. Zitate übersetzt durch Fairever; Originalwortlaut: „rarely captures more than 30% of the gold“ (S. 16); „Deposit type dictates the type of extraction possible, which in turn dictates if and how mercury is used (and potentially eliminated)“ (S. 60). ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
  9. Fairmined, Fairmined Gold and Fairmined Ecological Gold: differences and benefits, 10. April 2019, aktualisiert am 7. Juli 2023. ↩
  10. Marcello M. Veiga und Aaron J. Gunson, Gravity Concentration in Artisanal Gold Mining, Minerals 10(11), 2020, Artikel 1026. ↩ ↩ ↩
  11. Susan Keane u. a., Mercury and artisanal and small-scale gold mining: Review of global use estimates and considerations for promoting mercury-free alternatives, Ambio 52, 2023, S. 833–852. ↩ ↩
  12. Fairmined, The Fairmined Standard, abgerufen im September 2026. ↩
  13. Fairever, eigene Information, September 2026. ↩ ↩ ↩ ↩
  14. Alliance for Responsible Mining, Fairmined Brand Identity & Mark Manual, 2020, S. 29 (nicht öffentlich). ↩
  15. Fairmined, Oro Puno, Community-Profil, abgerufen im September 2026. ↩ ↩
  16. Fairmined, A new Fairmined certification in Peru, 16. Februar 2018. Übersetzt durch Fairever; Originalwortlaut: „the material left behind from a thawing, retreating glacier“. ↩
  17. Alliance for Responsible Mining, Minera Oro Puno S.A., Minenprofil, undatiert (veröffentlicht 2020). ↩
  18. Saskia Shutt, My Trip to the Fairmined Gold Mines in Peru, undatiert, abgerufen im September 2026. ↩ ↩
  19. Alliance for Responsible Mining, Fairmined Premium Report 2020, 2021. ↩
  20. Europäische Union, Richtlinie (EU) 2024/825 zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel, 28. Februar 2024, Artikel 2 Buchstabe p, Anhang I Nummern 4a und 4b sowie Artikel 4. Die nationalen Vorschriften gelten ab dem 27. September 2026. ↩ ↩
  21. Lebrusan Studio, Press release: The first Fairmined Ecological Gold collection to be launched in the UK, 1. Februar 2017. Übersetzt durch Fairever; Originalwortlaut: „the first Fairmined Ecological Gold collection to be launched in the UK“. ↩
  22. FUTURA, About FUTURA, abgerufen im September 2026. Übersetzt durch Fairever; Originalwortlaut: „exclusively made with Certified Fairmined Ecological gold“. ↩
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