Für jedes Gramm Gold bewegt der industrielle Bergbau rund drei Tonnen Gestein – etwa 18 Tonnen für einen einzigen Ehering. Gold ist zudem der größte einzelne Treiber der Entwaldung durch Bergbau, und der Kleinbergbau ist die größte menschengemachte Quecksilberquelle der Welt. Wie viel Schaden ein Gramm Gold anrichtet, hängt davon ab, wo und wie es abgebaut wurde.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Umweltzerstörung durch Goldbergbau beginnt mit der Seltenheit von Gold. Industrielle Minen bewegen für jedes Gramm Gold rund drei Tonnen Erz und Abraum – rund 18 Tonnen für einen 8-Gramm-Ehering aus 18-karätigem Gold.
- Gold ist der größte einzelne Treiber der Entwaldung durch Bergbau. Auf Gold entfallen knapp 42 % der 19.765 Quadratkilometer Wald, die der Bergbau zwischen 2001 und 2023 zerstört hat – fast drei Viertel davon in Minen, die in keinem offiziellen Register stehen.
- Quecksilber aus dem Kleinbergbau bleibt nicht an der Mine. Es gelangt über die Flüsse in Fische und in Menschen, die nie eine Mine gesehen haben. In sechs brasilianischen Amazonas-Bundesstaaten lag mehr als ein Fünftel der Marktfische über dem Grenzwert.
- Einige der größten Minen der Welt leiten ihre Abfälle bis heute in Flüsse. Porgera, Grasberg und Ok Tedi entsorgen ihre Aufbereitungsrückstände über Flusssysteme. Allein Grasberg hat auf diesem Weg rund 1,85 Milliarden Tonnen abgegeben.
- Die Rechnung kommt oft erst, wenn das Gold weg ist. Allein in den USA gibt es mehr als 100.000 verlassene Erzbergbau-Standorte, deren Sanierung auf 50 Milliarden US-Dollar oder mehr geschätzt wird.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Goldbergbau so große Spuren hinterlässt
- Kahlschlag für Gold: Wälder und Schutzgebiete
- Berge versetzen: Gruben, Abraum und Gletscher
- Gold abtrennen: Quecksilber und Zyanid
- Wohin der Abfall geht: Dämme, Flüsse und Meer
- Wasser: Durst, Schlamm und Säure
- Energie und Klima
- Wenn das Gold weg ist
- Drei Behauptungen über Gold, die nicht stimmen
- Geht es auch besser?
- FAQ: Umweltschäden durch Goldbergbau
- Das Wichtigste zum Mitnehmen
- Weitere Leseempfehlungen
- Quellen
Warum Goldbergbau so große Spuren hinterlässt
Die Umweltschäden durch Goldbergbau beginnen mit einer einfachen Tatsache über das Metall: Es gibt sehr wenig davon. Industrielle Tagebaue verarbeiten Erz mit durchschnittlich rund 1,05 Gramm Gold je Tonne Gestein.1 Um an dieses Erz zu kommen, müssen sie zusätzlich Deckgebirge und taubes Gestein abtragen. Über alle industriellen Goldminen der Welt ergibt das ein Verhältnis von Gestein zu Metall von rund 3.000.000 zu 1 – rund drei Tonnen Erz und Abraum für jedes Gramm Gold, der höchste Wert aller 25 untersuchten Rohstoffe.2
Alles andere wächst mit dieser Zahl: Diesel für die Muldenkipper, Strom für die Mühlen, Wasser und Chemikalien für die Aufbereitung und der Abfall, der für immer gelagert werden muss. Und die Erzgehalte sinken. Zwischen 2010 und 2023 fielen die Goldgehalte um 13,4 %,3 jedes Gramm erfordert also mehr Gestein als früher.
Was ein einziger Ehering hinterlässt
Ein Ehering mit 8 Gramm Gesamtgewicht in 750er Gold (18 Karat) enthält 6 Gramm Feingold. Konventionell abgebaut, ohne dass jemand nach der Herkunft fragt, können diese 6 Gramm stehen für:
- Rund 18 Tonnen Erz und Abraum, im weltweiten Durchschnitt des industriellen Goldbergbaus.
- Rund 140 bis 200 Kilogramm CO₂-Äquivalent, je nachdem, welche branchenweite Schätzung man zugrunde legt.
- Rund 30 Gramm freigesetztes Quecksilber, wenn das Gold aus Kleinbergbau stammt, der das gesamte Erz amalgamiert – das Fünffache des Goldgewichts.
- Rund 34 Quadratmeter Regenwald, etwa zwei Bäume, wenn es aus illegalem Abbau in Flussbetten im brasilianischen Amazonasgebiet stammt.4
Diese Durchschnittswerte beschreiben sehr unterschiedliche Formen des Bergbaus, und kein einzelner Ring trägt alle vier. Aber jeder davon ist irgendwo Realität.
Die Methode, nicht das Metall
Gold richtet diesen Schaden nicht von selbst an. Das tun die Methode und die fehlende Aufsicht. Rund 80 bis 85 % des weltweit geförderten Goldes stammen aus dem Gold-Großbergbau, die übrigen 15 bis 20 % aus dem Gold-Kleinbergbau, in dem der weit überwiegende Teil der Beschäftigten des Sektors arbeitet.5
Die Quecksilberbelastung und der Großteil der Waldverluste gehen auf informellen und illegalen Kleinbergbau zurück, vor allem in Flussbetten. Dammbrüche, Flüsse als Abfallkanäle und saures Wasser, das jahrhundertelang fließt, sind vor allem das Erbe industrieller Betriebe. In beiden Hälften der Branche gibt es saubere und schmutzige Minen. Deshalb kommen unser Überblick zum Goldbergbau und dieser Artikel immer wieder auf dieselbe Frage zurück: welche Mine, wie betrieben?
Kahlschlag für Gold: Wälder und Schutzgebiete
Gold ist weltweit der größte einzelne Treiber der Entwaldung durch Bergbau. Zwischen 2001 und 2023 hat der Bergbau 19.765 Quadratkilometer Wald direkt zerstört. Davon entfielen 41,7 % auf Gold, vor Kohle mit 26,3 %.6 Das sind rund 8.200 Quadratkilometer allein für Gold – mehr als dreimal die Fläche des Saarlands.7
Dieselbe Studie zeigt: 73,2 % des goldbedingten Waldverlusts gehen auf Bergbau zurück, der in keinem offiziellen Register auftaucht.6 Der Schaden konzentriert sich dort, wo niemand zählt.
Amazonien: eine Front, die den Flüssen folgt
Nirgends ist das deutlicher als im Amazonasgebiet. Die kumulierte Fläche des Goldbergbaus dort überschritt 2024 die Marke von 2 Millionen Hektar, mehr als die Hälfte davon kam erst seit 2019 hinzu.8 Allein 2025 rodete der Goldbergbau im Amazonasgebiet weitere 37.109 Hektar, mehr als 14.000 davon in Schutzgebieten oder indigenen Territorien.9 In Peru liegen 97,5 % der bis Mitte 2025 geschädigten 139.169 Hektar in einer einzigen Region: Madre de Dios.10
Das Gerät zeigt das Ausmaß. Bei einem einzigen Überflug im Juli 2025 zählte Greenpeace Brasilien 542 illegale Baggerflöße auf dem Rio Madeira.11 Im Einzugsgebiet des Tapajós wuchs die für Gold abgebaute Fläche von 15,4 Quadratkilometern im Jahr 1973 auf 261,7 Quadratkilometer im Jahr 2012.12
Der Abbau in Flussbetten folgt überall demselben Muster: Wald roden, Boden abtragen, goldhaltigen Kies mit Hochdruckwasser auswaschen. Zurück bleibt eine Landschaft aus Sand, Geröll und stehenden Tümpeln.
Auch Industrieminen roden Wald
Auch der Großbergbau vernichtet Wald, und seine Wirkung reicht weit über den Zaun hinaus. In 26 tropischen Ländern hat industrieller Bergbau aller Rohstoffe zwischen 2000 und 2019 direkt 3.264 Quadratkilometer Wald zerstört, 80 % davon in Indonesien, Brasilien, Ghana und Surinam.13
Die indirekten Folgen sind noch größer. Im brasilianischen Amazonasgebiet trieben Straßen, Siedlungen und Lieferketten rund um den Bergbau aller Art den Waldverlust bis zu 70 Kilometer über die Konzessionsgrenzen hinaus. Die durch Bergbau verursachte Entwaldung war zwölfmal so groß wie innerhalb der Konzessionen selbst.14
Bergbau am Rand von Schutzgebieten
2019 fand die Hälfte der weltweiten Metallerzförderung im Umkreis von 20 Kilometern um ein Schutzgebiet statt, und die Förderung innerhalb von Schutzgebieten hat sich zwischen 2000 und 2019 mehr als verdoppelt.15 Auch der Flächenbedarf des Goldes selbst ist groß. In einer globalen Kartierung von 2026 entfielen 21,1 % der kartierten Bergbaufläche der Welt auf Gold, nur Kohle lag davor.16
Durchsetzung wirkt
Das Bild kann sich ändern. Im indigenen Territorium der Yanomami in Brasilien sank die neu erschlossene illegale Abbaufläche von rund 1.800 Hektar im Jahr 2022 auf 45 Hektar im Jahr 2025, nachdem die Bundesregierung 2023 eingegriffen hatte.17 Der Schaden ist nicht unvermeidlich. Er folgt daraus, wo Bergbau erlaubt, geduldet oder gestoppt wird.
Berge versetzen: Gruben, Abraum und Gletscher
Niedrige Erzgehalte bedeuten, dass buchstäblich Berge versetzt werden. Allein auf Gold entfielen 2018 rund 9,1 Milliarden Tonnen des weltweit durch Bergbau bewegten Materials.2 Aufs Jahr verteilt sind das rund 25 Millionen Tonnen pro Tag – so viel, wie etwa vier Cheops-Pyramiden wiegen.18 Das meiste davon bleibt vor Ort, auf Abraumhalden und in Schlammdeponien.
Zahlen zum Minenabfall hängen von der Systemgrenze ab. Eine Ökobilanz für eine modellierte Goldmine mit einem Erzgehalt von 3,5 Gramm je Tonne kommt auf 1.270 Tonnen festen Abfall je Kilogramm Gold.19 Das globale Verhältnis von Gestein zu Metall ergibt rund 3.000 Tonnen.2 Die erste Zahl beschreibt einen modellierten Einzelbetrieb, die zweite alles Erz und alles taube Gestein, das die berichtenden Minen der Branche bewegen – einschließlich sehr erzarmer. Beide führen zum selben Schluss: Ein Kilogramm Gold bedeutet einen Berg aus Gestein.
Wie viel Gestein es genau ist, hängt von der Lagerstätte ab. Industrielle Untertageminen bauen reicheres Erz ab, im Schnitt 3,25 Gramm je Tonne, und brauchen deshalb je Gramm Gold nur rund ein Drittel des Erzes eines Tagebaus.20 Reicheres Gestein bedeutet weniger bewegtes Material, weniger Energie und weniger Emissionen je Gramm.
Wenn der Abraum auf einem Gletscher landet
In der Goldmine Kumtor in Kirgisistan wurde Abraum in bis zu 180 Meter dicken Schichten auf Gletscher gekippt. Forschende stellten fest, dass die Last zwei Gletscherzungen innerhalb von 15 Jahren um 1,2 und 3,2 Kilometer vorrücken ließ, mit bis zu 350 Metern pro Jahr.21
Gold abtrennen: Quecksilber und Zyanid
Ist das Erz zerkleinert, muss das Gold davon getrennt werden – und die dafür eingesetzte Chemie bestimmt über Jahrzehnte, was mit Boden und Wasser in der Umgebung geschieht. Kleinbergleute verwenden meist Quecksilber, Industrieminen Zyanid.
Quecksilber: von der Mine auf den Teller
Der Gold-Kleinbergbau ist die größte menschengemachte Quecksilberquelle der Welt. Im Bezugsjahr 2015 gab er 838 Tonnen Quecksilber an die Luft ab, 37,7 % der weltweiten menschengemachten Emissionen.22 Die Bergleute binden die Goldpartikel mit Quecksilber zu einem Amalgam und brennen das Quecksilber anschließend ab. Wird das gesamte Erz amalgamiert und das Amalgam offen abgebrannt, kommen je Kilogramm Gold rund 5 Kilogramm Quecksilber zum Einsatz, und praktisch alles davon geht verloren. Rund ein Drittel gelangt in die Luft, zwei Drittel in Rückstände, Böden und Flüsse.23
Im Wasser wandeln Mikroorganismen Quecksilber in Methylquecksilber um, das sich in der Nahrungskette anreichert. Die Weltgesundheitsorganisation zählt Quecksilber zu den zehn Chemikalien, die der öffentlichen Gesundheit die größten Sorgen bereiten, und warnt, dass Methylquecksilber eine Gefahr für das ungeborene Kind darstellt.24
Das Amazonasgebiet zeigt, wo es landet. Von 1.010 Fischen, die auf Märkten in 17 Gemeinden in sechs brasilianischen Amazonas-Bundesstaaten gekauft wurden, enthielten 21,3 % Quecksilber in Höhe des Grenzwerts von 0,5 Mikrogramm je Gramm oder darüber. Im Bundesstaat Roraima waren es 40 %.25 Beim Volk der Munduruku am Tapajós erreichten 57,9 % von 197 Haarproben 6 Mikrogramm je Gramm oder mehr.26 In neun Dörfern der Yanomami lagen 84 % von 287 untersuchten Menschen über 2 Mikrogramm je Gramm.27 Alle drei Studien stammen aus dem brasilianischen Amazonasgebiet. Sie zeigen, was Quecksilber dort anrichtet, wo intensiv nach Gold gegraben wird – keinen weltweiten Durchschnitt.
Quecksilber verschwindet nicht. Rund 60 % des heute aus der Atmosphäre abgelagerten Quecksilbers sind Altlasten, also früher freigesetztes Quecksilber, das erneut in Umlauf gerät – über alle Quellen hinweg.28 Kalifornien lebt bis heute mit seinem Goldrausch: Schätzungsweise rund 4.500 Tonnen Quecksilber gingen allein beim Seifenbergbau verloren, und in der ganzen Region gelten weiterhin Verzehrwarnungen für Fisch.29
Die Methode macht den Unterschied. Wurde das Erz zuerst angereichert und das Quecksilber mit einer einfachen Retorte zurückgewonnen, sanken die Emissionen in einer Feldstudie im brasilianischen Amazonasgebiet auf 0,19 Kilogramm je Kilogramm Gold – rund 25-mal weniger als beim offenen Abbrennen von Amalgam aus dem gesamten Erz.30 Die einzelnen Verarbeitungsschritte erklären wir in unserem Überblick zum Gold-Kleinbergbau.
Was die Minamata-Konvention regelt
Die Minamata-Konvention über Quecksilber ist das weltweite Abkommen zum Schutz von Gesundheit und Umwelt vor Quecksilber. Sie wurde 2013 beschlossen, gilt seit 2017 und hat 152 Vertragsparteien.31 Staaten, in denen der Gold-Kleinbergbau mehr als unbedeutend ist, müssen nationale Aktionspläne aufstellen und darauf hinarbeiten, vier besonders schädliche Praktiken abzuschaffen: das Amalgamieren des gesamten Erzes, das offene Abbrennen von Amalgam, das Abbrennen von Amalgam in Wohngebieten und das Auslaugen quecksilberhaltiger Sedimente, Erze oder Rückstände mit Zyanid, ohne das Quecksilber vorher zu entfernen.31
Was die Konvention nicht tut: Quecksilber im Goldbergbau verbieten. Auf ihrer sechsten Konferenz im November 2025 legten die Vertragsparteien kein Ausstiegsdatum für den Kleinbergbau fest und konzentrierten sich auf Aktionspläne, Transparenz in der Lieferkette und den illegalen Quecksilberhandel.32
Zyanid: das kleinere Übel, oft schlecht gehandhabt
Industrieminen lösen Gold mit Zyanid, und sie brauchen viel davon. Betriebsdaten australischer Minen zeigen einen Durchschnitt von rund 150 Kilogramm Natriumzyanid je Kilogramm Gold, bei Erzgehalten unter 2 Gramm je Tonne sind es mehr als 1.000 Kilogramm.33 Zyanid ist akut giftig, und Unfälle können einen Fluss in kurzer Zeit töten. Im Jahr 2000 brach im rumänischen Baia Mare der Damm einer Anlage, die alte Goldrückstände aufbereitete. Rund 100.000 Kubikmeter zyanidhaltiges Wasser gelangten über die Theiß bis in die Donau.34
Trotzdem ist Zyanid das kleinere Übel im Vergleich zu Quecksilber. Es reichert sich weder im Körper noch in der Nahrungskette an und wird in der Umwelt abgebaut.35 Das Problem ist der Umgang damit. Für den Kleinbergbau stellt ein Praxisleitfaden fest, dass Zyanid dort „oft ohne entscheidende Schutzvorkehrungen und verantwortungsvolles Management“ eingesetzt wird.36 Auf den Philippinen fanden Forschende Laugungsbecken in nur 5 Metern Entfernung von Wohnhäusern und erhöhte Zyanidwerte im Blut von 35 % der untersuchten Bergleute.37
Industrieminen können sich dem International Cyanide Management Code anschließen, der von unabhängigen Prüfstellen auditiert wird. Ende 2025 waren 115 Minen zertifiziert.38 Der Code ist freiwillig, und das dahinterstehende Institut erklärt selbst, es könne „keine Strafen verhängen“.39
Wohin der Abfall geht: Dämme, Flüsse und Meer
Bei der Aufbereitung bleiben Tailings zurück: fein gemahlenes Gestein, vermischt mit Wasser und Chemikalienresten. Die meisten Minen lagern diese Aufbereitungsrückstände hinter Dämmen, die so lange halten müssen, wie der Abfall existiert – also praktisch für immer. Eine Studie von 2021 schätzt die Zahl solcher Anlagen weltweit auf rund 8.100, über alle Rohstoffe hinweg. Von den 1.743 Anlagen, deren Betreiber Daten offenlegten, hatten 29 % nie formal bewertet, was ein katastrophaler Dammbruch flussabwärts anrichten würde.40
Wenn der Damm bricht
Zwischen 1915 und 2020 wurden über alle Rohstoffe hinweg 366 Brüche von Tailings-Dämmen erfasst, und die Häufigkeit steigt wieder.41 Der Goldbergbau hat seinen eigenen Anteil an dieser Liste:
- Merriespruit, Südafrika, 1994: Rund 600.000 Kubikmeter flüssiger Schlamm ergossen sich in ein Wohngebiet und töteten 17 Menschen.42
- Baia Mare, Rumänien, 2000: Zyanidhaltiges Wasser erreichte die Donau.34
- Mount Polley, Kanada, 2014: Der Tailings-Damm einer Kupfer-Gold-Mine brach; zehn Jahre später folgte eine Anklage nach Bundesrecht.43
- Çöpler, Türkei, 2024: Eine Haufenlaugungsanlage rutschte ab und tötete neun Beschäftigte.44
- Eagle Gold, Kanada, 2024: Nach dem Versagen einer Haufenlaugungsanlage im Yukon gelangte zyanidhaltige Lösung in die Umwelt.45
Nach dem Dammbruch von Brumadinho 2019 verabschiedete die Branche den Global Industry Standard on Tailings Management. Bis August 2025 erfüllten 67 % der 836 Anlagen, die Mitglieder des International Council on Mining and Metals betreiben, diesen Standard vollständig, und die Fristen für den Rest waren verstrichen.46
Wenn es gar keinen Damm gibt
Manche Minen verzichten auf den Damm und nutzen stattdessen einen Fluss. 2013 stellte eine von der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation veröffentlichte Erhebung fest, dass die Entsorgung in Flüsse „nicht mehr praktiziert wird, außer in vier Minen in Indonesien und Papua-Neuguinea“: Grasberg, Ok Tedi, Porgera und Tolukuma.47
Drei davon tun es bis heute. Freeport-McMoRan beschreibt für Grasberg, seine Kupfer-Gold-Mine in Indonesisch-Papua, ein „kontrolliertes System der Tailings-Entsorgung über den Fluss“. Bis Ende 2025 wurden so rund 1,85 Milliarden Tonnen Tailings flussabwärts in ein Ablagerungsgebiet von rund 230 Quadratkilometern geleitet.48 Für Ok Tedi, eine Kupfer-Gold-Mine in Papua-Neuguinea, erklärt der Betreiber, die übrigen Rückstände würden „durch Einleitung in das Flusssystem entsorgt, wie 1986 von der Regierung genehmigt“.49
Für die Goldmine Porgera, ebenfalls in Papua-Neuguinea, beschreibt ein Audit von 2025 eine Aufbereitungsanlage, die „letztlich in eine Einleitstelle im Fluss“ mündet – und bescheinigt zugleich die volle Einhaltung des International Cyanide Management Code.50 Ein Zertifikat für den Umgang mit einer einzigen Chemikalie sagt wenig darüber, wo der Abfall landet. Die vierte Mine, Tolukuma, nimmt den Betrieb gerade wieder auf. Ihre Genehmigung schließt die teilweise Entsorgung von Tailings in den Fluss weiterhin ein, auch wenn der neue Eigentümer nach eigenen Angaben ganz darauf verzichten will.51
Ab in die Tiefsee
Einige wenige Minen leiten ihre Tailings per Rohrleitung ins Meer. In Batu Hijau, einer Kupfer-Gold-Mine in Indonesien, gelangen die Rückstände 125 Meter unter dem Meeresspiegel in einen Unterwasser-Canyon.52 Auf Simberi in Papua-Neuguinea will der Betreiber die Tailings seiner Gold-Erweiterung „über die bestehende Pipeline zur Tiefsee-Tailings-Deponierung“ entsorgen.53
Die Regeln werden nur langsam strenger. Die Responsible Gold Mining Principles des World Gold Council schließen die Entsorgung in Flüsse und in flache Meeresbereiche aus, aber nur für neue Minen.54 Der IRMA-Standard geht weiter: Er zertifiziert keine Mine, die Bergbauabfälle in Flüsse, Seen oder das Meer leitet.55
Wasser: Durst, Schlamm und Säure
Goldbergbau braucht viel Wasser, und das oft dort, wo es knapp ist. Betriebsdaten australischer Minen beziffern den Verbrauch auf rund 477 Kubikmeter je Kilogramm Gold,33 ein Vergleich von 278 Minen kommt auf rund 675 Kubikmeter.56 Eine Studie zu kleinem und mittlerem Bergbau in Kolumbien ermittelte rund 80 Kubikmeter Blauwasser je Kilogramm.57 Die Methoden unterscheiden sich, die Zahlen zeigen also Größenordnungen, keine Rangfolge.
Der Standort verschärft das Problem. In einer globalen Studie zum Metallbergbau lagen 90 % der untersuchten Förderstandorte in Gebieten mit unterdurchschnittlicher Wasserverfügbarkeit – Kupfer- und Goldbergbau finden besonders häufig dort statt, wo Wasser deutlich knapp ist.15 Die Daten der Branche selbst weisen in dieselbe Richtung: Von mehr als 12.000 Bergbau- und Metallanlagen weltweit sind 65,7 % mindestens einem erheblichen physischen Wasserrisiko ausgesetzt.58
Wo Wasser knapp ist, konkurrieren Minen und Gemeinden darum. Für Pascua-Lama, ein Goldprojekt hoch in den chilenischen Anden, ordnete die Umweltbehörde nach wiederholten Verstößen die Schließung an. Ein Umweltgericht bestätigte 2020 die endgültige Schließung, und Chiles Oberster Gerichtshof bestätigte die Sanktionen 2022.59
Schlamm in den Flüssen
Der Abbau in Flussbetten färbt Flüsse braun. Eine globale Satellitenstudie fand Bergbau-Sedimente in 173 Flüssen in 49 Ländern. In 80 % davon hatte sich die Schwebstofffracht gegenüber der Zeit vor dem Bergbau mehr als verdoppelt. Rund 35.000 Flusskilometer sind betroffen, 6 % aller großen tropischen Flussabschnitte, und der Goldbergbau ist der Haupttreiber.60 Die Autorinnen und Autoren bringen die Sedimente mit geschädigten Ökosystemen und Gefahren für die menschliche Gesundheit in Verbindung.
Saures Wasser, das jahrhundertelang fließt
Viele Golderze enthalten Sulfidminerale wie Pyrit. Kommen sie mit Luft und Wasser in Kontakt, entsteht Schwefelsäure, die Schwermetalle löst: saure Grubenwässer. Sie fließen noch lange nach dem Ende des Bergbaus.61
Der oben beschriebene Abraum ist ein großer Teil des Problems. Das Deckgebirge und das taube Gestein, die für den Zugang zum Erz bewegt werden, enthalten oft dieselben Sulfide. Aufgeschüttet zu Halden und dem Regen ausgesetzt, können sie Säure freisetzen, zusammen mit gelösten Metallen wie Kupfer, Blei, Zink und Cadmium sowie Halbmetallen wie Arsen, Selen und Antimon.62 Selbst der International Council on Mining and Metals warnt, dass schlecht gehandhabter sulfidhaltiger Abfall zu „stark saurem Wasser“ führen kann, „das Metalle aus dem Gestein in die Umgebung auswaschen kann“.61
Metalle können auch austreten, wenn das Wasser nicht sauer ist. Fachleitfäden beschreiben Grubenwässer mit neutralem pH-Wert, die dennoch erhöhte Metallkonzentrationen aufweisen. Und ist die Reaktion einmal in Gang gekommen, kann sie sich „noch Jahrzehnte oder Jahrhunderte nach dem Ende des Bergbaus“ fortsetzen.62
Der Witwatersrand in Südafrika zeigt diese Langzeitwirkung. Das Becken zählt 270 Tailings-Dämme und 380 Abraumhalden mit rund 6 Milliarden Tonnen pyrithaltiger Rückstände und 600.000 Tonnen niedriggradigem Uran. Strahlungsmessungen an den Rückständen ergaben einen externen Gefährdungsindex von 2,4 – alles über 1 gilt als erhebliches Gesundheitsrisiko.63 Wasser, das aus gefluteten Minen im westlichen Becken austritt, enthält rund 3.500 Milligramm Sulfat je Liter bei einem pH-Wert von 2 bis 3, und das Problem wird „wahrscheinlich eher Jahrhunderte als Jahrzehnte andauern“.64
In den USA sind nach Schätzung der Forstbehörde möglicherweise rund 16.000 Kilometer Flüsse und Bäche durch saure Grubenwässer aus dem Erzbergbau aller Art belastet.65
Energie und Klima
So viel Gestein zu bewegen und zu mahlen, kostet viel Energie. Der industrielle Goldbergbau verursacht im Schnitt rund 23 Tonnen CO₂-Äquivalent je Kilogramm Gold, berechnet aus den Scope-1- und Scope-2-Emissionen von 194 Minen in 35 Ländern.66 Der World Gold Council kommt für dasselbe Jahr in seiner eigenen Schätzung auf rund 33 Tonnen.67
Die Spanne zwischen den Minen ist enorm: von rund 1,7 Tonnen bei der saubersten erfassten Mine bis 169 Tonnen bei der schmutzigsten, ein Unterschied um rund das Hundertfache.66 Die Stromversorgung ist ein wichtiger Grund. Südafrika mit seinen tiefen Minen und seinem Kohlestrom fördert 4 % des weltweiten Goldes, verursacht aber 43 % der Emissionen des Sektors aus zugekauftem Strom.68
Der Kleinbergbau ist nicht automatisch sauberer. An 47 Standorten im brasilianischen Amazonasgebiet kamen dieselbetriebene Betriebe im Schnitt auf rund 16 Tonnen CO₂-Äquivalent je Kilogramm Gold, je nach Abbauform zwischen 10 und 30 Tonnen.30 Dieser Wert beruht auf einer einzigen regionalen Feldstudie und zeigt deshalb eine Größenordnung, keinen weltweiten Durchschnitt. Hinzu kommt die Entwaldung: Der zwischen 2001 und 2023 für Gold gerodete Wald setzte rund 0,39 Milliarden Tonnen CO₂ frei.6
Die Kategorie sagt wenig. Die einzelne Mine sagt viel.
Wenn das Gold weg ist
Eine Mine ordentlich zu schließen heißt, das Wasser zu behandeln, die Abfälle zu sichern und das Land wiederherzustellen. Diese Arbeit wird genau dann fällig, wenn die Einnahmen versiegen, und viele Betriebe kommen nie so weit. Der dokumentierte Rückstau, über alle Rohstoffe hinweg:
- USA: mehr als 100.000 verlassene Erzbergbau-Standorte, mit geschätzten Sanierungskosten von 50 Milliarden US-Dollar oder mehr.69
- Australien: mehr als 50.000 stillgelegte und verlassene Minen und Steinbrüche, denen rund 10 Milliarden Australische Dollar an Umweltsicherheiten gegenüberstehen – die womöglich nicht einmal die Verpflichtungen der laufenden Minen decken.70
- Südafrika: rund 6.100 herrenlose Minen, viele davon ehemalige Goldminen. Bis März 2021 war keiner der 2.322 Hochrisiko-Standorte außerhalb des Asbestbergbaus saniert, und das Bergbauministerium beziffert die Sanierungskosten auf rund 49 Milliarden Rand.71
Zwei Goldminen, für die die Allgemeinheit zahlt
In Summitville in Colorado lief eine Goldmine mit Zyanid-Haufenlaugung von 1986 bis 1991, dann ging der Betreiber in die Insolvenz. Seither haben der Bund und der Bundesstaat mehr als 200 Millionen US-Dollar für die Sanierung ausgegeben, und die Wasserbehandlung läuft weiter.72
In der Giant Mine im kanadischen Yellowknife hinterließ das Rösten von Golderz rund 237.000 Tonnen Arsentrioxid-Staub, der unter Tage lagert. Die Regierung schätzt die Kosten des Sanierungsprojekts auf rund 4,38 Milliarden Kanadische Dollar, bezahlt aus öffentlichen Mitteln.73
Funktioniert Rekultivierung?
Niemand kann das sicher sagen. Eine Auswertung von 712 Veröffentlichungen aus 54 Ländern und fünf Jahrzehnten Forschung zur Wiederherstellung von Minenflächen fand keine systematische Erfolgsquote. Die meisten Bewertungen vergleichen verschiedene Flächen miteinander, statt dieselbe Fläche über die Zeit zu beobachten.74
Immerhin werden die Verpflichtungen inzwischen bilanziert. Bei 24 großen Bergbaukonzernen aller Rohstoffe stiegen die Rückstellungen für Schließung und Sanierung von 40 Milliarden US-Dollar im Jahr 2013 auf 72 Milliarden im Jahr 2023, rund 42 % ihrer langfristigen Schulden.75
Es gibt hoffnungsvolle Beispiele. In Kidston in Queensland, Australien, wird eine stillgelegte Goldmine zu einem Pumpspeicherkraftwerk mit 250 Megawatt umgebaut; die Fertigstellung ist für Dezember 2026 geplant.76
Drei Behauptungen über Gold, die nicht stimmen
„Die schlimmsten Dammbrüche gab es in Goldminen“
Die beiden meistzitierten Katastrophen ereigneten sich in Eisenerzminen. Der Fundão-Damm bei Mariana in Brasilien brach 2015 und tötete 19 Menschen;77 2019 folgte Brumadinho mit 272 Toten.78 Beide haben verändert, wie die gesamte Branche mit Tailings umgeht. Sie als Beispiele für den Goldbergbau heranzuziehen, ist falsch – und die Bilanz des Goldes ist auch ohne sie ernst genug.
„Recycling-Gold löst das Problem“
Recycling-Gold ändert nichts an den Orten, um die es in diesem Artikel geht. Es hat den Bergbau nicht verringert. Zwischen 2014 und 2025 stieg die jährliche Minenproduktion von 3.114 auf einen Rekord von 3.672 Tonnen, während Recycling-Gold bei 26 bis 28 % des Gesamtangebots blieb.79 Allein der Zuwachs im Bergbau, rund 557 Tonnen pro Jahr, ist größer als die gesamte Jahresförderung Australiens.80
Die Recyclingmengen folgen dem Goldpreis und der Entscheidung der Besitzer:innen, Gold zu verkaufen – nicht den Einkaufsentscheidungen von Schmuckherstellern.79 Und schwache Definitionen erlauben es, frisch abgebautes Gold nach einem einzigen Raffinationsschritt als recycelt umzudeklarieren.81 Mehr dazu in unserem Artikel darüber, warum „normales“ Recycling-Gold keine Lösung ist.
„Zyanid ist schlimmer als Quecksilber“
Zyanid klingt bedrohlicher, und es ist akut giftig. Aber es wird in der Umwelt abgebaut und reichert sich nicht in der Nahrungskette an, während Quecksilber bleibt und sich über Generationen in Fischen und Menschen ansammelt.35 Kontrolliert eingesetzt ist Zyanid Teil des Wegs aus dem Quecksilber: Es gewinnt deutlich mehr Gold, oft rund 90 %, gegenüber selten mehr als 30 % bei der Amalgamierung des gesamten Erzes.82
Geht es auch besser?
Ja – und es beginnt damit, zu wissen, aus welcher Mine euer Gold stammt. Jedes Problem in diesem Artikel hängt an einer Methode und einem Ort, die Antwort liegt also darin, beides bewusst zu wählen. Dafür braucht es Dokumentation: Auf 999,9 ‰ raffiniert, lässt sich Gold aus einer Mine nicht mehr von Gold aus einer anderen unterscheiden. Aber auch Papiere allein sind kein Beweis: In Brasilien stieß Greenpeace auf 98 Abbaugenehmigungen mit Unregelmäßigkeiten, über die 25,3 Tonnen Gold deklariert worden waren.83 Einige Systeme knüpfen verbindliche Anforderungen an die Mine selbst und lassen sie unabhängig prüfen:
- Der Fairmined Standard für den Kleinbergbau orientiert sich an der Minamata-Konvention und schließt deren vier schädlichste Quecksilberpraktiken aus. Fairmined Ecological Gold geht weiter: Es wird ohne Quecksilber und ohne Zyanid gewonnen, ausschließlich mit Schwerkraftverfahren.84
- Der Fairtrade Gold Standard schreibt Retorten für Quecksilber vor, schließt den Abbau in Schutzgebieten aus und verlangt, dass abgebaute Flächen innerhalb von zwei Jahren nach Ende des Abbaus renaturiert werden.85
- Swiss Better Gold akkreditiert Kleinbergbau-Betriebe in Kolumbien und Peru nach 27 Kriterien, die unabhängige Prüfstellen verifizieren. Das Klima-Kriterium umfasst die Erfassung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen, Wassereffizienz, Bodenschutz und Renaturierung; im Schnitt der akkreditierten Betriebe werden 86 % des Wassers im Kreislauf geführt.86
- Single Mine Origin hält jede Charge ethisch abgebauten Goldes aus dem Großbergbau bis zu einer benannten Mitgliedsmine rückverfolgbar.87
- Der IRMA-Standard ist der anspruchsvollste Standard für den Großbergbau, auch wenn bislang keine primäre Goldmine eine Prüfung danach abgeschlossen hat.88
Was diese Ansätze vor Ort verändern, zeigen wir in unseren Artikeln zum verantwortungsvollen Gold-Kleinbergbau und zum verantwortungsvollen Gold-Großbergbau.
FAQ: Umweltschäden durch Goldbergbau
Ist Goldbergbau schlecht für die Umwelt?
Goldbergbau kann schwere Umweltschäden verursachen: Entwaldung, Quecksilberbelastung, giftige Tailings und saures Wasser, das jahrhundertelang fließt. Wie groß der Schaden ist, hängt von der einzelnen Mine und ihren Methoden ab. Gold selbst ist reaktionsträge. Der Schaden entsteht bei der Gewinnung – deshalb zählt die dokumentierte Herkunft.
Was sind die größten Umweltprobleme des Goldbergbaus?
Fünf Probleme stechen heraus: Entwaldung, vor allem im Amazonasgebiet; Quecksilberbelastung durch den Kleinbergbau; Tailings, die hinter bruchgefährdeten Dämmen lagern oder direkt in Flüsse geleitet werden; saure Grubenwässer, die jahrhundertelang fließen können; und verlassene Minen, die niemand saniert. Der industrielle Bergbau verbraucht zudem viel Wasser, Energie und Zyanid.
Warum wird im Goldbergbau Quecksilber verwendet?
Quecksilber bindet feine Goldpartikel zu einem Amalgam. Das Verfahren ist billig und einfach, deshalb nutzen es Kleinbergleute. Wird das Amalgam offen abgebrannt, entweicht das Quecksilber in Luft, Boden und Wasser. Wer das Erz zuerst anreichert und eine Retorte verwendet, senkt die Emissionen rund um das 25-Fache.30
Wie groß ist der CO₂-Fußabdruck von Gold?
Der industrielle Goldbergbau verursacht im Schnitt rund 23 bis 33 Tonnen CO₂-Äquivalent je Kilogramm Gold, je nach Schätzung. Für einen Ehering mit 6 Gramm Feingold sind das rund 140 bis 200 Kilogramm. Zwischen einzelnen Minen unterscheidet sich der Fußabdruck um rund das Hundertfache.66
Ist Goldbergbau schlecht für das Klima?
Er trägt auf zwei Wegen zum Klimawandel bei. Der industrielle Goldbergbau verursachte 2023 rund 50 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent aus eigenem Betrieb und zugekauftem Strom,68 und der für Gold gerodete Wald setzte zwischen 2001 und 2023 rund 0,39 Milliarden Tonnen CO₂ frei.6 Reicheres Erz und sauberer Strom machen von Mine zu Mine einen großen Unterschied.
Das Wichtigste zum Mitnehmen
- Fragt nach der Mine, nicht nach der Kategorie. Saubere und schmutzige Betriebe gibt es im Groß- wie im Kleinbergbau, und allein der CO₂-Fußabdruck unterscheidet sich zwischen einzelnen Minen um das Hundertfache.
- Beim Quecksilber richtet der Kleinbergbau den größten Schaden an – und hier gibt es erprobte Lösungen. Anreicherung und Retorten senken die Emissionen rund um das 25-Fache, und zertifiziertes Gold, das ganz ohne Quecksilber gewonnen wird, gibt es bereits.
- Die schwersten Schäden des Industriebergbaus werden am Anfang angelegt. Flüsse als Abfallkanäle, Dämme, die für immer halten müssen, und saures Wasser über Jahrhunderte folgen daraus, wie eine Mine geplant und reguliert wird – lange bevor der erste Barren verkauft ist.
- Recycling-Gold ist kein Ausweg. Die Minenproduktion erreichte 2025 einen Rekord, und Recycling ändert nichts an Wäldern, Flüssen oder Quecksilber.
- Nur die dokumentierte Herkunft verrät es. Raffiniertes Gold sieht immer gleich aus, egal woher es stammt. Nur eine lückenlose Kette zurück bis zur Mine zeigt, was euer Gold angerichtet hat.
Wie geht's nun weiter?
Gold wird abgebaut werden, solange Menschen es schätzen. Die eigentliche Frage ist, wo und wie. Wir versuchen, eine Alternative anzubieten: Gold mit dokumentierter Herkunft, aus Minen, die nach verbindlichen Standards arbeiten. Schaut euch das ethische Gold in unserem Shop an – oder fragt uns, was zu eurer Produktion passt.
Weitere Leseempfehlungen
- Die ganze Branche im Überblick: Goldbergbau erklärt.
- Die menschliche Seite derselben Geschichte: soziale Auswirkungen des Goldbergbaus.
- Wie die beiden Hälften der Branche im Vergleich abschneiden: Gold-Kleinbergbau vs. Gold-Großbergbau.
Quellen
- S&P Global Market Intelligence, Greenhouse gas and gold mines, Bezugsjahr 2019: durchschnittlicher Erzgehalt rund 1,05 g/t im Tagebau und 3,25 g/t im Untertagebau. ↩
- Nassar, Lederer, Brainard, Padilla & Lessard, Rock-to-Metal Ratio: A Foundational Metric for Understanding Mine Wastes, Environmental Science & Technology 56(10), 2022, Open Access. Die Verhältnisse reichen „from 3 for Si to 3 × 10⁶ for gold“; auf Gold entfallen „approximately 9.1 billion metric tons“ des bewegten Materials. Das Verhältnis ist Erz plus Deckgebirge und taubes Gestein, geteilt durch raffiniertes Metall; Grundlage sind 777 berichtende industrielle Betriebe mit rund 79 % der Weltproduktion, Bezugsjahr 2018. Der Kleinbergbau ist nicht enthalten. ↩
- S&P Global Market Intelligence, Gold mine stripping ratios rise on high prices, grades continue declining, 12. Dezember 2023: „Since 2010, copper and gold head grades have dropped 7.6% and 13.4%, respectively.“ ↩
- Eigene Berechnungen für einen 8-Gramm-Ring in 750er Legierung (18 Karat) mit 6 Gramm Feingold. Gestein: 6 g × 3 t/g = 18 t Erz und Abraum, auf Basis des globalen Verhältnisses von Gestein zu Metall im industriellen Goldbergbau (Nassar et al. 2022). CO₂: 6 g × 23,3 kg/g = 140 kg und 6 g × 32,7 kg/g = 196 kg, auf Basis der Branchendurchschnitte von 23,3 t CO₂e/kg (Ulrich, Trench & Hagemann 2022, Scope 1 und 2, 194 Minen) und 32,7 t CO₂e/kg (World Gold Council 2019, Scope 1 und 2); beides sind Schätzungen für dasselbe Bezugsjahr mit unterschiedlichen Stichproben, keine Spanne mit Mittelwert. Quecksilber: 6 g × 5 kg/kg = 30 g, auf Basis des Mittelwerts von rund 5 kg Quecksilber je kg Gold bei der Amalgamierung des gesamten Erzes (Spanne 3–50 kg), praktisch vollständig freigesetzt (Telmer & Veiga 2008); bei Amalgamierung nur des Konzentrats mit Retorte sinkt die Freisetzung auf 6 g × 0,19 kg/kg ≈ 1,1 g (Fritz et al. 2024). Wald: 6 g × 0,57 ha/kg = 0,0034 ha ≈ 34 m²; bei einer mittleren Dichte (Median) von 565 Bäumen mit mindestens 10 cm Stammdurchmesser je Hektar im Amazonasgebiet (ter Steege et al., Hyperdominance in the Amazonian Tree Flora, Science 342, 2013) ergibt 0,0034 ha × 565 ≈ 1,9 Bäume; zugrunde liegen 0,57 ha gerodete Fläche je kg Gold beim illegalen Abbau in Flussbetten im Einzugsgebiet des Tapajós im Jahr 2020 (Gasparinetti et al., Economic valuation of artisanal small-scale gold mining impacts.pdf), Resources Policy 88, 2024). Die vier Werte beschreiben unterschiedliche Formen des Bergbaus und dürfen nicht addiert werden. ↩
- planetGOLD, Frequently Asked Questions, 2024 (der Kleinbergbau fördert 500–600 t pro Jahr); World Gold Council / Metals Focus, Gold Demand Trends Full Year 2025 – Supply, Januar 2026 (weltweite Minenproduktion 2025: 3.671,6 t); World Gold Council, Artisanal and Small-Scale Gold Mining (bis zu 20 % des jährlichen Angebots). 500–600 t von 3.671,6 t sind 14–16 %; wir verwenden eine Spanne von 15 bis 20 %, um die höheren Schätzungen abzubilden. Zur Beschäftigung: IGF / IISD, Global Trends in Artisanal and Small-Scale Mining, 2018, S. 3 (Kleinbergleute stellen „90 per cent of total employment in gold mining“). ↩
- Zhang, Chen, An, Lin, Gong et al., Overlooked deforestation from global mining activities in the 21st century, Nature Communications 17:804, 2025: 19.765 km² Waldverlust durch Bergbau weltweit 2001–2023; Gold 41,71 %, Kohle 26,33 %; 73,21 % des goldbedingten Verlusts durch nicht erfasste Bergbauaktivitäten; insgesamt 0,75 Milliarden t CO₂, davon rund 0,39 Milliarden t durch Goldbergbau. ↩
- Eigene Berechnung: 19.765 km² × 41,71 % = 8.244 km². Das Saarland ist rund 2.570 km² groß (Statistisches Bundesamt); 8.244 ÷ 2.570 ≈ 3,2. Lokalisiert: Die englische Fassung vergleicht mit der Fläche Puerto Ricos. ↩
- MAAP (Monitoring of the Andean Amazon Project) #226, AI to detect Amazon gold mining deforestation – 2024 update, 4. Mai 2025: kumulierte Bergbaufläche von 2,02 Millionen ha im Jahr 2024, davon 1,06 Millionen ha zwischen 2019 und 2024. ↩
- MAAP #235, Amazon gold mining deforestation 2025, 2025: 37.109 ha Waldverlust durch Goldbergbau im gesamten Amazonasgebiet im Jahr 2025, davon mehr als 14.000 ha in Schutzgebieten oder indigenen Territorien. ↩
- MAAP #233, Current Situation of Gold Mining in the Peruvian Amazon, 29. September 2025: 139.169 ha kumuliert bis Mitte 2025, davon 97,5 % in Madre de Dios. ↩
- Greenpeace Brasil, Greenpeace flagra mais de 500 balsas de garimpo em sobrevoo no Rio Madeira, Juli 2025: 542 Baggerflöße bei einem Überflug am 19. Juli 2025. Eigenes Monitoring der Organisation. ↩
- Lobo, Costa, Novo & Telmer, Distribution of Artisanal and Small-Scale Gold Mining in the Tapajós River Basin (Brazilian Amazon) over the Past 40 Years and Relationship with Water Siltation, Remote Sensing 8(7):579, 2016. ↩
- Giljum, Maus, Kuschnig et al., A pantropical assessment of deforestation caused by industrial mining, PNAS 119(38), 2022: „3,264 km² of forest was directly lost due to industrial mining, with 80% occurring in only four countries: Indonesia, Brazil, Ghana, and Suriname.“ Alle Rohstoffe; Gold wird nicht gesondert ausgewiesen. ↩
- Sonter, Herrera, Barrett, Galford, Moran & Soares-Filho, Mining drives extensive deforestation in the Brazilian Amazon, Nature Communications 8:1013, 2017: „Mining significantly increased Amazon forest loss up to 70 km beyond mining lease boundaries“; die bergbaubedingte Entwaldung „has been 12 times greater than that occurring within mining leases alone“. Bergbau aller Art, nicht nur Gold. ↩
- Luckeneder, Giljum, Schaffartzik, Maus & Tost, Surge in global metal mining threatens vulnerable ecosystems, Global Environmental Change 69:102303, 2021: „90% of all considered extraction sites correspond to below-average relative water availability, with particularly copper and gold mining occurring in areas with significant water scarcity.“ Zu Schutzgebieten siehe das begleitende FINEPRINT-Briefing: „50% of all global metal ore extraction took place within a 20 km boundary around protected territories“; die Förderung in Schutzgebieten stieg von 225 Mt auf 480 Mt, „a 113% increase“. Alle Metallerze. ↩
- Maus et al., A data-driven approach to mapping global commodity-specific mining land-use, Journal of Cleaner Production 540:147437, 2026: Kohle 22,5 % und Gold 21,1 % der weltweit kartierten Bergbaufläche; Kartierungsgrundlage 2019. ↩
- Instituto Socioambiental, Relatório aponta redução do garimpo ilegal na Terra Indígena Yanomami, 22. Mai 2026: neu erschlossene Abbaufläche von rund 1.800 ha im Jahr 2022, 330 ha 2023, 84 ha 2024 und 45,2 ha 2025. ↩
- Eigene Berechnung: 9,1 Milliarden t ÷ 365 Tage ≈ 25 Millionen t pro Tag; 9,1 Milliarden t ÷ 6 Millionen t ≈ 1.500 Cheops-Pyramiden pro Jahr oder rund 4 pro Tag. Masse der Cheops-Pyramide von rund 6 Millionen t: Wikipedia, Great Pyramid of Giza, abgerufen im September 2026, auf Basis von John Romer, *The Great Pyramid: Ancient Egypt Revisited*, Cambridge University Press, 2007, S. 157 (rund 5,5 Millionen t Kalkstein, 8.000 t Granit und 500.000 t Mörtel). ↩
- Norgate & Haque, Using life cycle assessment to evaluate some environmental impacts of gold production, Journal of Cleaner Production 29–30, 2012: „1,270,000 t waste solids/t Au“ für ein modelliertes, nicht refraktäres Erz mit 3,5 g/t, also 1.270 t je kg. ↩
- Eigene Berechnung aus den Erzgehalten in Fußnote 1: 1,05 g/t ÷ 3,25 g/t = 0,32; eine Untertagemine mit durchschnittlichem Erzgehalt braucht je Gramm Gold also rund ein Drittel des Erzes (nur Erz, vollständige Ausbeute angenommen). Zu den Emissionen findet dieselbe S&P-Global-Analyse deutlich niedrigere Werte für Untertage- als für Tagebau-Goldminen, umgerechnet aus Werten je Unze rund 12,9 gegenüber 27,3 t CO₂e je kg Gold. ↩
- Jamieson, Ewertowski & Evans, Rapid advance of two mountain glaciers in response to mine-related debris loading, Journal of Geophysical Research: Earth Surface 120(7), 2015, Open Access: Die Gletscher rückten „by 1.2 and 3.2 km respectively at a rate of up to 350 m yr−1“ vor, nachdem „spoil of up to 180 m thick“ auf ihre Oberfläche gekippt worden war. ↩
- UN Environment Programme, Global Mercury Assessment 2018, 2019, Emissionen in die Luft, Bezugsjahr 2015: Gold-Kleinbergbau 838 t (37,7 %), großtechnische Goldproduktion 84,5 t (3,8 %), menschengemachte Emissionen insgesamt 2.220 t. ↩
- Telmer & Veiga, World emissions of mercury from artisanal and small scale gold mining, 2008: Amalgamierung des gesamten Erzes 3–50 kg Quecksilber je kg Gold, im Mittel rund 5 kg, praktisch vollständig verloren; rund 35 % des verlorenen Quecksilbers gehen in die Atmosphäre, rund 65 % in Rückstände, Böden und Wasser. ↩
- Weltgesundheitsorganisation, Mercury and health, Faktenblatt, 24. Oktober 2024: „Mercury is considered by WHO as one of the top ten chemicals of major public health concern.“ „Exposure of the fetus to methylmercury poses danger to the unborn child.“ ↩
- Basta et al., Risk Assessment of Mercury-Contaminated Fish Consumption in the Brazilian Amazon, Toxics 11(9):800, 2023: 1.010 Fische aus 80 Arten, 17 Gemeinden in sechs Bundesstaaten, beprobt von März 2021 bis September 2022; 21,3 % bei 0,5 µg/g oder darüber; Roraima 40 %. ↩
- Basta, Viana, de Vasconcellos et al., Mercury Exposure in Munduruku Indigenous Communities from Brazilian Amazon: Methodological Background and an Overview of the Principal Results, International Journal of Environmental Research and Public Health 18(17):9222, 2021: 57,9 % von 197 Haarproben aus drei Munduruku-Dörfern bei 6 µg/g oder darüber, Feldarbeit 2019. ↩
- Fiocruz, Yanomamis from nine villages harassed by illegal mining are contaminated with mercury, April 2024: 84 % von 287 Haarproben über 2,0 µg/g und 10,8 % über 6,0 µg/g, oberer Mucajaí, Datenerhebung im Oktober 2022. ↩
- Amos, Jacob, Streets & Sunderland, Legacy impacts of all-time anthropogenic emissions on the global mercury cycle, Global Biogeochemical Cycles 27, 2013: Rund 60 % der heutigen atmosphärischen Deposition sind wiederemittiertes Quecksilber aus früheren Freisetzungen, 27 % primäre menschengemachte Emissionen, 13 % natürliche Quellen. Alle Quellen, nicht nur Gold. ↩
- Alpers, Hunerlach, May & Hothem, US Geological Survey, Mercury Contamination from Historical Gold Mining in California, Fact Sheet 2005-3014: „The total amount of mercury lost to the environment from placer mining operations throughout California has been estimated at 10,000,000 lb“; weitere 3.000.000 lb gingen im Festgesteinsbergbau verloren. Eigene Umrechnung: 10.000.000 lb × 0,4536 kg/lb ≈ 4.500 t. Zu aktuellen Verzehrwarnungen für Fisch siehe USGS California Water Science Center, *Mercury*. ↩
- Fritz, Peregovich, da Silva Tenório, da Silva Alves & Schmidt, Mercury and CO2 emissions from artisanal gold mining in Brazilian Amazon rainforest, Nature Sustainability 7, 2024: 47 Standorte im Einzugsgebiet des Tapajós; mit Konzentrat und Retorte 1,7 kg Quecksilber eingesetzt und 0,19 kg freigesetzt je kg Gold; im Mittel rund 16 t CO₂e je kg Gold, je nach Abbauform 10–30 t, ohne Landnutzungsänderung. Eigene Berechnung des Faktors: 5 kg ÷ 0,19 kg = 26, vorsichtig als „rund 25“ angegeben. ↩
- Minamata-Konvention über Quecksilber, Text and annexes, Ausgabe Oktober 2024: beschlossen am 10. Oktober 2013, in Kraft seit 16. August 2017. Artikel 7 Absatz 3: Stellt eine Vertragspartei fest, dass der Gold-Kleinbergbau in ihrem Hoheitsgebiet „is more than insignificant“, muss sie einen nationalen Aktionsplan erarbeiten und umsetzen. Anhang C, Absatz 1(b): „Actions to eliminate: (i) Whole ore amalgamation; (ii) Open burning of amalgam or processed amalgam; (iii) Burning of amalgam in residential areas; and (iv) Cyanide leaching in sediment, ore or tailings to which mercury has been added without first removing the mercury“. Übersetzung Fairever. Parties: 152, abgerufen im September 2026. ↩
- IISD Earth Negotiations Bulletin, Summary of the Sixth Meeting of the Conference of the Parties to the Minamata Convention on Mercury, Genf, 3.–7. November 2025. ↩
- Mudd, Resource Consumption Intensity and the Sustainability of Gold Mining, 2007, Betriebsdaten australischer Minen 1995–2006: Wasser „about 477 kL/kg Au“; Zyanid im Mittel rund 150 kg je kg Gold, unter 100 kg/kg bei mehr als 6 g/t und über 1.000 kg/kg bei weniger als 2 g/t. ↩
- UNEP / OCHA, Cyanide Spill at Baia Mare, Romania – Assessment Mission Report, März 2000. ↩
- Nyamunda, Review of the Impact on Water Quality and Treatment Options of Cyanide Used in Gold Ore Processing, IntechOpen, 2017. ↩
- planetGOLD / Artisanal Gold Council, Best Management Practices for Cyanide Use in the Small-Scale Gold Mining Sector, Dezember 2021, S. 5: „CN use in the ASGM sector often occurs in the absence of critical safeguards and responsible management practices.“ Übersetzung Fairever. ↩
- Leung & Lu, Environmental Health and Safety Hazards of Indigenous Small-Scale Gold Mining Using Cyanidation in the Philippines, Environmental Health Insights 10, 2016, S. 125–131 (34 befragte Bergleute in Benguet). ↩
- International Cyanide Management Institute, Newsletter Q1 2026: 115 zertifizierte Minen Ende 2025; seit 2006 wurden 173 Minen zertifiziert. ↩
- International Cyanide Management Institute, Frequently Asked Questions, abgerufen im September 2026: Als freiwilliges Programm „cannot impose penalties“ (über die Aberkennung der Zertifizierung hinaus). Übersetzung Fairever. ↩
- Franks, Stringer, Torres-Cruz et al., Tailings facility disclosures reveal stability risks, Scientific Reports 11:5353, 2021: 1.743 offengelegte Anlagen mit 44,5 Milliarden m³; 501 (29 %) hatten die Folgen eines hypothetischen katastrophalen Versagens flussabwärts nicht formal bewertet; weltweit rund 8.100 Anlagen geschätzt. Alle Rohstoffe. ↩
- Islam & Murakami, Global-scale impact analysis of mine tailings dam failures: 1915–2020, Global Environmental Change 70:102361, 2021. Alle Rohstoffe. ↩
- Fourie, Blight & Papageorgiou, Static liquefaction as a possible explanation for the Merriespruit tailings dam failure, Canadian Geotechnical Journal 38(4), 2001: „Approximately 600 000 m³ of liquid tailings flowed from the tailings dam“; das Versagen „resulted in the deaths of 17 people“. ↩
- Mining.com, Ten years after Mount Polley dam breach, 15 charges laid, Dezember 2024. ↩
- SSR Mining, 2024 Çöpler Incident. ↩
- Government of Yukon, Victoria Gold Corporation's Eagle mine heap leach failure, 2024–2025. ↩
- ICMM, Tailings Progress Report, 5. November 2025, Datenstand August 2025: „Out of the total of 836 ICMM member facilities, 67 per cent are in full conformance with the GISTM, while 33 per cent remain in partial conformance.“ ↩
- International Maritime Organization / UNEP, International Assessment of Marine and Riverine Disposal of Mine Tailings, 2013: „riverine disposal is no longer practiced, except at four mines in Indonesia and Papua New Guinea“. Übersetzung Fairever. ↩
- Freeport-McMoRan, Tailings Management – Indonesia, abgerufen im September 2026: „PTFI operates a controlled riverine tailings management system“. Übersetzung Fairever. ↩
- Ok Tedi Mining Limited, Tailings Management, abgerufen im September 2026: „disposed of via discharge into the river system, as approved by the Government in 1986“. Übersetzung Fairever. ↩
- Audit nach dem Cyanide Code, New Porgera Ltd, Summary Audit Report, Bericht vom 27. November 2025 (Audit im März 2025): „The NPL cyanide processing plant is a flow through system that ultimately discharges to a riverine disposal point at less than 0.5 mg/L WAD.“ Übersetzung Fairever. ↩
- Tolu Minerals, Annual Report to Shareholders 2025, 31. März 2026, S. 20: Die Mine „holds environmental permits for water harvesting and wastewater discharge (which currently includes partial riverine tailings disposal)“; das Unternehmen bekennt sich zu einem Ansatz ohne Tailings-Einleitung. ↩
- Amman Mineral, Processing, abgerufen im September 2026. ↩
- St Barbara, Feasibility Study Confirms Simberi as a High-Quality Asset, 10. Dezember 2025: „via the existing deep sea tailings placement (DSTP) pipeline“. Übersetzung Fairever. ↩
- World Gold Council, Responsible Gold Mining Principles, Prinzip 8.2: „We will not develop a new mine that would involve the use of riverine or shallow submarine tailings.“ ↩
- IRMA, Standard for Responsible Mining, Chapter 4.1 Waste and Materials Management, v1.0, 2018, Anforderung 4.1.8.1: „At the present time, mine sites using riverine, submarine and lake disposal of mine waste materials will not be certified by IRMA.“ ↩
- Skarn Associates, Gold water benchmarking: 21 m³ je Unze (2022), 278 Minen. Eigene Umrechnung: 21 m³ × 32,15 oz/kg ≈ 675 m³/kg. Andere Systemgrenze als Mudd 2007. ↩
- Alvarez-Pugliese, Machuca-Martínez & Pérez-Rincón, Water footprint in gold extraction: A case-study in Suárez, Cauca, Colombia, Heliyon 7(9), 2021: blauer Wasserfußabdruck von 79,91 m³ je kg Gold; kleiner und mittlerer Bergbau. ↩
- ICMM, Global Mining and Metals Water Dataset, 2026: mehr als 12.000 Anlagen in 148 Ländern; 65,7 % sind mindestens einem erheblichen physischen Wasserrisiko ausgesetzt. Alle Rohstoffe. ↩
- Primer Tribunal Ambiental (Chile), Primer Tribunal Ambiental confirma clausura definitiva de Pascua Lama, 17. September 2020; Superintendencia del Medio Ambiente, Corte Suprema confirma las sanciones aplicadas por la SMA al proyecto Pascua Lama, 2022. ↩
- Dethier et al., A global rise in alluvial mining increases sediment load in tropical rivers, Nature 620, 2023: 396 Bergbaudistrikte in 49 Ländern, 173 betroffene Flüsse; in 80 % davon mehr als doppelt so viele Schwebstoffe wie vor dem Bergbau; rund 35.000 km oder 6 % aller großen tropischen Flussabschnitte verändert. ↩
- ICMM, Tool for Acid Rock Drainage and Metal Leaching Prevention and Management, 2025: „When waste material that contains sulphide minerals is not managed in the right way on mine sites, these natural chemical processes can accelerate, resulting in highly acidic water that can leach metals from the rock into the surrounding environment.“ Übersetzung Fairever. ↩
- International Network for Acid Prevention (INAP), Global Acid Rock Drainage Guide – Summary, 2009: „trace metals such as Cu, Pb, Zn, Cd, Mn, Co, and Ni can also achieve elevated concentrations“, ebenso Arsen, Selen und Antimon; neutrale Grubenwässer sind „characterized by elevated metals in solution at circumneutral pH“; „The ARD formation process can continue to produce impacted drainage for decades or centuries after mining has ceased.“ Übersetzung Fairever. ↩
- Kamunda, Mathuthu & Madhuku, Health Risk Assessment of Heavy Metals in Soils from Witwatersrand Gold Mining Basin, South Africa, International Journal of Environmental Research and Public Health 13(1):138, 2016: „270 tailings dams and 380 mine residue dumps“, „6 billion tonnes of pyrite tailings“, „600,000 tonnes of low-grade uranium“; externer Gefährdungsindex 2,4, „higher than unity, posing a significant health risk“. ↩
- McCarthy, The impact of acid mine drainage in South Africa, South African Journal of Science 107(5/6), 2011: Sulfat „typically around 3500 mg/L“, pH „from 2 to 3“; „the problem is likely to persist for centuries rather than decades.“ Übersetzung Fairever. ↩
- US EPA Office of Inspector General, Nationwide Identification of Hardrock Mining Sites, Bericht 2004-P-00005, 31. März 2004: „The U.S. Forest Service estimates that approximately 10,000 miles of rivers and streams may have been contaminated by acid mine drainage.“ Eigene Umrechnung: 10.000 Meilen × 1,609 km ≈ 16.000 km. ↩
- Ulrich, Trench & Hagemann, Gold mining greenhouse gas emissions, abatement measures, and the impact of a carbon price, Journal of Cleaner Production 340, 2022: gewichteter Durchschnitt von 726 kg CO₂e je Unze, Scope 1 und 2, 194 Minen in 35 Ländern, Daten 2018; einzelne Minen von rund 1.700 bis 169.000 kg CO₂e je kg Gold. Eigene Umrechnung: 726 kg/oz × 32,15 oz/kg ≈ 23,3 t/kg. ↩
- World Gold Council, Gold and climate change: Current and future impacts, 2019: 32.689 t CO₂e je Tonne Gold, Scope 1 und 2, Daten 2018. ↩
- Skarn Associates, Emissions: gold and copper: Gesamtemissionen der Goldbranche von 50,5 Mt CO₂e im Jahr 2023 (Scope 1: 30,3 Mt, Scope 2: 20,2 Mt); auf Südafrika entfallen 43 % der Scope-2-Emissionen des Goldsektors bei 4 % der Produktion. ↩
- US Environmental Protection Agency, Good Samaritan Program Update, April 2026. Alle Rohstoffe des Erzbergbaus. ↩
- CRC TiME, Towards an inventory of abandoned mines in Australia, Project 4.5 Final Report, 2022: „Australia has over 50,000 closed and abandoned mines, including quarries“; „Australian governments hold about $10 billion in environmental bonds; however, this may be insufficient to cover the rehabilitation liabilities of operating mines.“ Alle Rohstoffe. ↩
- Auditor-General of South Africa, Media statement: Derelict and Ownerless Mines Performance Audit%20FINAL%20(002).pdf), 31. März 2022: 6.100 herrenlose Minen, darunter „2 322 other high-risk commodity mines such as gold, coal and copper“, von denen „none … have been rehabilitated“; Parliamentary Monitoring Group, Portfolio Committee on Mineral Resources and Energy, 17. November 2020: „The estimate of the quantum of costs for dealing with D&O mines was sitting at R49 billion.“ Alle Rohstoffe. ↩
- US Environmental Protection Agency, Third Five-Year Review Report for Summitville Mine Superfund Site, September 2010: „costs of remedial actions implemented at the site by the federal government and the State of Colorado are in excess of $200 million.“ ↩
- Crown-Indigenous Relations and Northern Affairs Canada, Giant Mine Remediation Project („approximately 237,000 tonnes of arsenic trioxide waste“) und Project update, 2022: „The updated estimate for implementing the Giant Mine Remediation Project is approximately $4.38 billion.“ ↩
- Harries, Woinarski, Rumpff, Gardener & Erskine, Characteristics and gaps in the assessment of progress in mine restoration, Restoration Ecology 32(1), 2024: 712 Veröffentlichungen aus 54 Ländern, 1970–2021. ↩
- Moody's Ratings, berichtet von Mining.com, Top miners' reclamation obligations could surpass industry's total debt by 2033, 23. September 2024: Die Rückstellungen für Rekultivierung und Stilllegung von 24 großen Bergbaukonzernen stiegen von rund 40 Milliarden US-Dollar (2013) auf 72 Milliarden (2023), rund 42 % ihrer langfristigen Schulden. Alle Rohstoffe, nicht nur Gold. ↩
- ARENA, Kidston Pumped Hydro Energy Storage, aktualisiert im Oktober 2025: rund 250 MW / 2.000 MWh, Gesamtkosten rund 777 Millionen Australische Dollar, geplante Fertigstellung 1. Dezember 2026; Genex Power, 250MW Kidston Pumped Storage Hydro Project: „First pumped storage hydro project to utilise an abandoned gold mine“. ↩
- Samarco, The collapse: „On November 5, 2015, the Fundão dam, in the Germano Complex, in Mariana (MG), collapsed, causing 19 deaths.“ Eisenerz. ↩
- ICMM, Fifth anniversary of the dam collapse at Vale's Córrego do Feijão mine in Brumadinho, 2024. Eisenerz. Die Angaben zur Zahl der Toten schwanken je nach Quelle zwischen 270 und 272. ↩
- World Gold Council, Gold Demand Trends Full Year 2014, 2015, Tabelle 6 (Minenproduktion 3.114,4 t, Recycling-Gold 1.121,7 t, Gesamtangebot 4.278,2 t); Gold Demand Trends Full Year 2023 – Supply, 2024 (3.644,4 t; 1.237,3 t; 4.898,8 t); Gold Demand Trends Full Year 2025 – Supply, 2026 (3.671,6 t; 1.404,3 t; 5.002,3 t). Der Council bezeichnet die Minenproduktion 2025 als Allzeithoch und merkt an, dass das Recycling trotz eines um 44 % gestiegenen Durchschnittspreises nur um 3 % zulegte. Historische Werte werden revidiert; 2014 ist in der zuerst veröffentlichten Fassung angegeben. ↩
- Eigene Berechnung aus Fußnote 79: 3.671,6 t − 3.114,4 t = 557,2 t. Recycling-Anteil am Gesamtangebot: 1.121,7 ÷ 4.278,2 = 26,2 % (2014); 1.404,3 ÷ 5.002,3 = 28,1 % (2025). Australien förderte 2024 284 t: US Geological Survey, Mineral Commodity Summaries 2026 – Gold, 2026. ↩
- IUCN NL, Recycled but not responsible: loopholes in recycled gold from the Amazon, 7. Mai 2025. ↩
- UNEP / Artisanal Gold Council, Reducing Mercury Use in Artisanal and Small-Scale Gold Mining: A Practical Guide.pdf), 2012: „WOA is inefficient – it rarely captures more than 30% of the gold“ (S. 16); „Cyanide can obtain very high recovery rates – often 90% of the gold in the ore“ (S. 54). ↩
- Greenpeace Brasil, Gold Laundering in the Amazon: Anatomy of a Fraud, Juni 2026, S. 4: Von 187 untersuchten Bergbaukonzessionen in Pará, Mato Grosso und Rondônia wiesen 98 Garimpo-Genehmigungen Unregelmäßigkeiten auf; über sie wurden bis März 2026 25,3 Tonnen Gold deklariert. Eigene Analyse der Organisation. ↩
- Alliance for Responsible Mining, Fairmined Standard for Gold from Artisanal and Small-Scale Mining, Version 2.0, 2014: Abschnitt 2.1 (Ausrichtung an der Minamata-Konvention; ausgeschlossen sind die Amalgamierung des gesamten Erzes, das offene Abbrennen von Amalgam, das Abbrennen in Wohngebieten und die Zyanidlaugung quecksilberhaltiger Rückstände, Anforderungen 2.1.2, 2.1.5, 2.1.9, 2.1.14–2.1.16) und Anforderung 2.3.1 (Ecological Gold: kein Quecksilber und kein Zyanid, ausschließlich Schwerkraftverfahren). ↩
- Fairtrade International, Fairtrade Standard for Gold and Associated Precious Metals, Version 1.2, gültig bis 30. Juni 2027: Abschnitt 3.2 (Umgang mit Quecksilber einschließlich Retorten; Ausschluss des Abbaus in Schutzgebieten, Anforderung 3.2.21; Renaturierung geplant binnen zwei Jahren nach Ende des Abbaus, Anforderung 3.2.30). Ab 1. Juli 2027 gilt die überarbeitete Version 2.0. ↩
- Swiss Better Gold Association, Impact Report 2025, 2026, S. 46–55 (Kriterium zum Klimawandel mit Erfassung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen, Wassereffizienz und Wasserkreislauf, Bodenschutz und Renaturierung; alle akkreditierten Produzenten haben ihre Scope-1- und Scope-2-Emissionen erfasst; durchschnittliche Wasserrückführung von 86 %, S. 51), Our approach (27 Kriterien) und Frequently Asked Questions, 2026 (Swiss Better Gold „is not a certification nor a standard“). ↩
- Single Mine Origin, SMO Gold: „Every ounce of SMO Gold is traceable to a named source mine“; zentrale Kontrollen von Segregation und Lieferkette sind „independently verified“. ↩
- IRMA, IRMA Standard for Responsible Mining und Independent Assessments, abgerufen im September 2026. Gold erscheint im Verzeichnis nur als Beiprodukt in Platinmetall-Betrieben. ↩